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Zu schön, um wahr zu sein?

Im Juni stimmen wir über die Initiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» ab. Eine wunderschöne Vorstellung: Jeder bekommt so viel Geld, um würdig leben zu können.
Helmut Heck, Pfarrer Sax

Im Juni stimmen wir über die Initiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» ab. Eine wunderschöne Vorstellung: Jeder bekommt so viel Geld, um würdig leben zu können. Niemand prozessiert mehr wegen einer Invalidenrente, niemand bezieht mehr Sozialhilfe, alle dürfen aus freien Stücken für ihren Lohn arbeiten.

Auch kirchliche Kreise unterstützen die Initiative. Wenn Gott die Menschen bedingungslos liebe, und alle Menschen von der Geburt an eine unverlierbare Würde haben, dann solle jedem ohne Einschränkung die materielle Existenz gesichert sein, also das «bedingungslose Grundeinkommen» gewährt werden.

Da gibt es mehrere Fragen dazu. Wie soll das bedingungslose Grundeinkommen finanziert werden? In den vorgelegten Berechnungen klafft eine Finanzierungslücke. Und zu fragen ist auch: Berufen sich die Befürworter zu Recht auf den christlichen Glauben?

Die Bibel bezeugt. Gott nimmt Menschen an, aber macht sie zu Menschen, die nach seinem Willen leben. Gott erwartet auch etwas von den Menschen. In der Bibel wird darum gerungen, wie viel schenkt Gott – und was tragen die Menschen bei? Gott zieht Menschen zur Verantwortung für ihr Tun und Lassen. Gott ist mehr als «bedingungslose Liebe». Welches Menschenbild liegt dem bedingungslosen Grundeinkommen zugrunde? Ist es christlich? Alle (Schweizer Staatsbürger? Niedergelassene Einwohner?) sind Empfänger von staatlichem Geld. Alle begeben sich dadurch in Abhängigkeit. Alle werden in den Status des Hilfeempfängers versetzt. Das prägt den Menschen. Eigeninitiative, Selbständigkeit und Verantwortung werden untergraben.

Christen nennen sich Gottes Kinder, sollen aber nicht hilfesuchende, schreiende Kleinkinder sein, sondern erwachsene Söhne, mündige Töchter. Sie sollen ihr Leben selber gestalten und Verantwortung dafür tragen. Gott hat uns als sein Ebenbild geschaffen, nicht als Hilfeempfänger (auch wenn manche Hilfe bedürfen, zum Beispiel wegen Krankheit). Bedingungsloses Grundeinkommen? Vorsicht, auch gute Ideen kann man missbrauchen: Vor bald 2000 Jahren gab es in der christlichen Gemeinde in Thessaloniki Menschen, die nicht arbeiteten. Sie lebten von der damaligen Sozialversicherung der Kirche, den Almosen der Gemeinde. Erwarteten sie, dass bald das Reich Gottes käme und alle irdische Arbeit überflüssig machte? Vertieften sie sich womöglich in spirituelle Übungen?

Der Apostel (ob Paulus oder ein Nachfolger) kommentiert im 2. Brief an die Thessalonicher den Missbrauch von Solidarität: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

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