Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zu lautes «Liebesgeflüster»

Das Quaken von Fröschen kann in Wohnquartieren zum Störfaktor werden. In Gams hat ein Besitzer Klagen seiner Nachbarn ernst genommen, in Ruggell reagierte die Gemeinde.
Hanspeter Thurnherr
Seefrösche gehören zu der noch schlecht erforschten Gruppe von Grünfröschen. (Bild: karch)

Seefrösche gehören zu der noch schlecht erforschten Gruppe von Grünfröschen. (Bild: karch)

REGION. Der Besitzer des Teiches in Gams begriff offenbar das Leid seiner Nachbarn und versetzte die Tiere in andere Gewässer. Zudem schirmte er, wie ein Leser dem W&O schreibt, den Teich so ab, dass keine Frösche mehr zuwandern können. Zwei anderen Teichbesitzern seien die schlaflosen Nächte ihrer Nachbarn egal. Da nütze auch reklamieren nichts.

Bei der Gemeinde Gams sind allerdings in letzter Zeit keine Reklamationen eingegangen, wie Gemeindeschreiber Markus Lenherr auf Anfrage sagte. Auch bei der Stadt Buchs und der Gemeinde Grabs gab es diesbezüglich keine Reklamationen, wie Nachfragen des W&O ergaben.

Laut wie ein Presslufthammer

Einen besonders krassen Fall von «Froschgequake» erlebte aber die Liechtensteiner Gemeinde Ruggell. Vor rund zwei Jahren wurde am Wüerlegraba ein Biotop gebaut. Man wollte damit die Natur ins Dorf bringen. Das wussten vor allem die Seefrösche (siehe Kasten) zu schätzen, die den Teich in Beschlag nahmen – sehr zum Leidwesen der Anwohner.

«Das Quaken des Seefroschs erreicht Lautstärken von bis zu 90 Dezibel und ist damit lauter als ein Presslufthammer», zitiert das «Liechtensteiner Vaterland» die Gemeindevorsteherin Maria Kaiser-Eberle. In einem Siedlungsgebiet bedeute dies Stress und schlaflose Stunden für die Anwohner.

Paarung in stehendem Wasser

Wegen zahlreicher Reklamationen sah sich deshalb die Gemeinde zu Massnahmen gezwungen. Kurzerhand wurde das Biotop mit Kies zugeschüttet. Hier soll bald eine Magerwiese wachsen. Eine Umsiedlung der Frösche wäre laut Gemeinde nicht erfolgreich, da sie zurückkämen.

Der Fischereiverein Liechtenstein hat gemäss Vaterland über 100 Fische und rund 70 Edelkrebse in den benachbarten Bach umgesiedelt. Die Seefrösche haben sich ebenfalls dorthin verzogen.

Denn im Gegensatz zu den einheimischen Fröschen und Kröten siedeln sie auch an fliessenden Gewässern. Allerdings brauchen sie zur Paarung stehende Gewässer. Weil diese ihnen am Wüerlegraba nun fehlen, sind sie buchstäblich verstummt.

Schlecht erforschte Froschart

Seefrösche gehören übrigens zu den Grünfröschen. Andreas Meyer von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) mit Sitz in Neuenburg erklärt dem W&O: «Mit dem Überbegriff <Grünfrösche> wird aktuell eine komplexe und schlecht erforschte Gruppe von Froscharten bezeichnet, zu der auch der Seefrosch gehört. Die Arten sind visuell kaum voneinander zu unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie im Frühjahr und Frühsommer in den Laichgewässern ziemlich laut rufen können.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.