Zu Herzen gehender Jodelgesang dargeboten

Die sechste Auflage von «Zäme johle» begeisterte Jodelfreunde, die Klosterkirche in Alt St. Johann war zweimal ausgebucht – zur Freude der Chöre Säntisgruess, Churfirstenchörli, Thurtal sowie des Hackbrettspielers Hansueli Hersche.

Adi Lippuner
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Die drei Chöre Jodelclub Säntisgruess, Jodelclub Thurtal und Churfirstenchörli singen als Zugabe den Naturjodel «De Bühler». (Bilder: Adi Lippuner)

Die drei Chöre Jodelclub Säntisgruess, Jodelclub Thurtal und Churfirstenchörli singen als Zugabe den Naturjodel «De Bühler». (Bilder: Adi Lippuner)

ALT ST. JOHANN. Zwischen Weihnachten und Neujahr gehört das Jodelkonzert «Zäme johle» für viele zu den Fixpunkten in der Agenda. Glücklich, wer einen Platz erhält. Seit zwei Jahren gibt es mehr Chancen, den unvergesslichen Abend in der besonderen Atmosphäre der Klosterkirche zu erleben, denn die Organisatoren entschlossen sich, den Anlass an zwei aufeinanderfolgenden Abenden durchzuführen. Dieses Jahr waren es der Montag- und der Dienstagabend.

Der Naturjodel lebt

Für Hans-Jakob Scherrer – er ist nicht nur Leiter des Jodelclubs Säntisgruess, sondern führte auch durchs Programm – ist «Zäme johle» mehr als ein Konzert. «Es ist eine Bestätigung, dass der Naturjodel im Toggenburg lebt. Zudem dürfen die Zuhörer die vielfältigen Stimmen der Vorjodler erleben.» Wie bereits die vergangenen Male konnte Hans-Jakob Scherrer Zuhörer aus der Region, Feriengäste, aber auch Jodelfreunde, die von weit her reisen, um das Konzert erleben zu dürfen, begrüssen. «Lehnen Sie sich zurück, geniessen Sie die harten Kirchenbänke und tauchen Sie ein in die verschiedenen Klangfarben der drei Chöre aus der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann», so die launigen Worte nach der musikalischen Einstimmung.

Besinnlicher Einstieg

Mit einem Dialog zwischen Hackbrett und Jodelgesang wurde das Publikum auf eine besinnliche Reise mitgenommen. Und dies in der Klosterkirche, welche mit der Krippe, dem Christbaum und dem gedämpften Licht den passenden Raum für Andacht und Ruhe bot. Dass Hansueli Hersche ein Meister des Hackbretts ist, wissen nicht nur Eingeweihte. Der gebürtige Appenzeller wohnt mit seiner Familie in Ebnat-Kappel und leitet zwei Jodelchöre. Dieses Gespür, gepaart mit musikalischem Können, verlieh dem Konzert das besondere Etwas. Direkt ins Herz ging das «Üse Vater» von Peter Roth, gesungen von allen drei Chören gemeinsam. Die glasklare Jodelstimme von Annelies Huser – sie stand ganz hinten im Altarraum – liess die Kraft und Andacht, welche im Jodelgesang steckt, spüren. Das gleiche gilt für den «Psalm 121», ebenfalls von Peter Roth, gesungen vom Jodelclub Säntisgruess. Hans-Jakob Scherrer dazu: «Diesen Psalm haben wir vor einiger Zeit am gleichen Tag dreimal gesungen, am Vormittag an einer Beerdigung, am Nachmittag zu einer Hochzeit und abends, mit dem Bauch voller Gefühle, dann noch an einem Konzert in St. Gallen.»

Ur- und Erstaufführung

Jeder der drei Chöre brillierte am Konzert mit einer besonderen Überraschung. Das Churfirstenchörli, Leitung Katja Bürgler-Zimmermann, mit dem Naturjodel «Im Schönebode», komponiert von der Dirigentin, der Jodelclub Säntisgruess mit dem Naturjodel «Oberwässler» von Ruedi Roth, beides Uraufführungen. Dies bedeutet, das Stück wurde erstmals vor Publikum gesungen, und der Jodelclub Thurtal, Leitung Daniel Bietenhader, sang «Em Ueli sin», eine Komposition ihres Dirigenten, als Erstaufführung. Dies bedeutet, dass der Chor dieses Stück das erste Mal vor Publikum sang.

Dass die drei Chöre das Konzert mit dem Naturjodel «De Wildhuser» abschlossen und als Zugabe dann noch «De Bühler» aufführten, stellte den unvergleichlichen Gesang des Naturjodels noch einmal eindrücklich in den Mittelpunkt. Jodelfreunde dürfen sich schon auf die Neujahrswoche 2016 freuen. OK-Präsident Ruedi Bollhalder gab bekannt, dass «Zäme johle» auch dann wieder an zwei Abenden auf dem Programm stehen wird.

Hackbrettspieler Hansueli Hersche und der Jodelclub Säntisgruess, ganz links, vordere Reihe, Dirigent Hans-Jakob Scherrer.

Hackbrettspieler Hansueli Hersche und der Jodelclub Säntisgruess, ganz links, vordere Reihe, Dirigent Hans-Jakob Scherrer.

Beat Tinner, Präsident Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidenten. (Bild: Ralph Ribi)

Beat Tinner, Präsident Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidenten. (Bild: Ralph Ribi)

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