Zu Herzen gehende Geschichte

Mit dem «Kleinen Prinzen» von Antoine de Saint-Exupéry kann im Wildhauser Puppentheater eine zu Herzen gehende Geschichte genossen werden. Das Märchen für Erwachsene gilt auch als Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit.

Adi Lippuner
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Die Puppenspielerinnen Barbara Rhyner, Heidi Himmelberger und Alice Schwendener (von links) beim Start zur Aufführung «Der kleine Prinz». (Bild: Adi Lippuner)

Die Puppenspielerinnen Barbara Rhyner, Heidi Himmelberger und Alice Schwendener (von links) beim Start zur Aufführung «Der kleine Prinz». (Bild: Adi Lippuner)

WILDHAUS. Mit der Premiere des aktuellen Stücks «Der kleine Prinz» ist die Puppenbühne am Dienstagabend in die 37. Spielsaison gestartet. Alljährlich zwischen Weihnachten und Neujahr dürfen sich Einheimische und Gäste mit den aktuellen Stücken befassen. Gespielt wird dann von Januar bis März, für Erwachsene jeweils am Donnerstag, für die Kinder mit «Frau Holle» am Mittwochnachmittag.

Das wohl berühmteste Zitat aus dem «Kleinen Prinzen» ist «Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.» Doch eigentlich verdient es fast jede Aussage, zur Lebensweisheit erhoben zu werden. Nicht umsonst gilt das 1943 in New York erschienene Büchlein als literarische Umsetzung des moralischen Denkens des Autors. Er lässt seinen Protagonisten, den «kleinen Prinzen», als Kritiker am Werteverfall der Gesellschaft auftreten.

Zeichnen und philosophieren

Wer das schmale Büchlein mit der Geschichte des «kleinen Prinzen» in jungen Jahren einmal gelesen hat, erinnert sich bestimmt an den Erzähler, einen in der Wüste gestrandeten Piloten. Seine Zeichenkunst wurde in jungen Jahren von niemandem respektiert. Ganz anders der kleine Prinz, der klare Vorstellungen hat, wie ein Schaf aussehen soll. Auch im Gespräch bringt der Bewohner eines Mini-Planeten seine Ansichten auf den Punkt. Wenn der kleine Prinz eine Frage stellt, will er darauf auch eine Antwort.

Und so entwickeln sich Dialoge, welche mit Lebensweisheiten gespickt sind. Wer erinnert sich nicht an die Aussage: «Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.

Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr.» Auf die heutige Zeit übersetzt heisst das: «Die Menschen haben eine Vielzahl von virtuellen Freunden, aber die echten Beziehungen fehlen.»

Mitten ins Herz

Unter der Regie von Stefan Litscher, er ist auch für die Beleuchtung zuständig, haben die fünf Spielerinnen Heidi Himmelberger, Barbara Rhyner, Alice Schwendener, Jeanette Wyss und Irmgard Litscher das Stück erarbeitet. «Wir begannen nach den Herbstferien mit den Proben. Weil es sich um ein bereits in früheren Jahren einmal aufgeführtes Spiel handelt, waren sowohl die Puppen als auch die Dialoge und das Bühnenbild vorhanden», so der Regisseur.

Dankbar erinnert sich Stefan Litscher an die Arbeit, welche der leider allzu früh verstorbene Axel von Wehrden in das Bühnenbild investiert hat. «Die aktuellen Anpassungen wurden von Urs und Hildegard Lendi vorgenommen. So richtig zu Herzen gehen auch die Stimmen, welche die Dialoge sprechen. «Es ist eine bestehende Sprecheraufnahme, die wir auch heute gerne wieder verwenden», erklärt Stefan Litscher.

Volles Haus

Zur Premiere war der kleine Zuschauerraum im Rietlistall bis auf den letzten Platz besetzt. Dies nicht nur zur Freude der Spielerinnen und des Regisseurs, auch Präsident Bruno Anderhalden strahlte bei der Begrüssung der Premierengäste. Wer sich das Stück «Der kleine Prinz» anschauen möchte, hat ab 8. Januar Gelegenheit. • BEFRAGT

Reservationen: Toggenburg Tourismus. Details zur Puppenbühne und den aktuellen Stücken: www.puppenbuehne-wildhaus.ch.