Zu Gunsten von Personal und Passagier

Im Tiefriet ist am Samstag das Betriebsgebäude für Bus Sarganserland-Werdenberg eingeweiht worden. Rund 400 Personen haben es besichtigt.

Jerry Gadient
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Das neue, von der Grabser ATM3 AG geplante Busdepot enthält auch eine Werkstätte. (Bild: Jerry Gadient)

Das neue, von der Grabser ATM3 AG geplante Busdepot enthält auch eine Werkstätte. (Bild: Jerry Gadient)

Investitionen in einen neuen Betriebsstandort seien vor allem Investitionen zugunsten des Personals und der vielen Fahrgäste. Dies betonte Hans Frei, Präsident des Verwaltungsrates von Bus Ostschweiz und damit der Muttergesellschaft von Bus Sarganserland-Werdenberg. Im neuen Busdepot im Sarganser Tiefriet fanden sich am Samstagmorgen zahlreiche Gäste zur offiziellen Einweihung ein. Darunter viele Behördenmitglieder und Vertreter von Unternehmen des öffentlichen Verkehrs.

Gemäss Frei hat man sich seit sechs Jahren mit dem Thema Busdepot Sargans befasst, zunächst war die Rede von einer einfachen Halle zum Einstellen der Busse. Heute stehe ein Busdepot da, «das allen Bedürfnissen eines modernen Betriebshofes gerecht wird». Man erwarte, dass sich die moderne Infrastruktur positiv auf die Qualität der Dienstleistungen und auf die Entwicklung der Bus Sarganserland-Werdenberg auswirken werde.

Hin zum Mobilitätsanbieter

Der VR-Präsident blickte auch in die Zukunft. Heute betreibe das Unternehmen öffentlichen Verkehr, künftig werde man sich zum Mobilitätsanbieter weiterentwickeln. Themen wie Digitalisierung, Uber, Flixbus, Elektromobilität, selbstfahrende Fahrzeuge seien in den Verwaltungsräten der Unternehmensgruppe längst an der Tagesordnung.

Walter Dierauer (Geschäftsführer von Bus Ostschweiz) stellte den Gästen das neue Betriebsgebäude vor. Für die 28 Fahrdienstmitarbeitenden wurden Antritts- und Aufenthaltsräume eingerichtet, Betriebsbüro und Disposition verfügen über moderne Arbeitsplätze. Die Wartung der Fahrzeuge erfolgt nun in der zweckmässig eingerichteten Nutzfahrzeug-Werkstatt.

Eine Waschanlage (mit ökologischer Wasserrückführung) und eine Tankstelle (mit einem 50 000-Liter-Tank) ergänzen das Depot. In der Einstellhalle finden 15 Linienbusse Platz. Auf dem Dach der Halle wird mit einer Photovoltaikanlage Strom produziert. Gemäss Dierauer wurden etwas über vier Millionen Franken in das Betriebsgebäude samt Werkstatt investiert.

Planungssicherheit für Kanton

Zur Bedeutung des neuen Busdepots in Sargans äusserte sich Patrick Ruggli, der Leiter des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr. Bus Ostschweiz übernehme einen wichtigen Beitrag für die Feinerschliessung speziell auch in der Region Sarganserland-Werdenberg sowie von und zu den Knoten Sargans und Buchs. Die Garagierung von 15 Fahrzeugen am Standort Sargans sei für die kommenden Jahre gesichert und die Kosten liessen sich somit gut abschätzen. Daraus ergebe sich Planungssicherheit.

Sargans sei Ausgangs- und Endpunkt wichtiger Buslinien. Mit einer Garage und Werkstatt in Sargans «können Betriebskosten für Leerfahrten reduziert werden». Und die neue Infrastruktur soll den Busbetrieb dabei unterstützen, «weiterhin als attraktiver Arbeitgeber aufzutreten und die Verankerung in der Region zu stärken». Das sei wichtig, gerade im Hinblick auf die grossen Herausforderungen im öffentlichen Verkehr, insbesondere im Zusammenhang mit der Digitalisierung.

In einem sehr sympathischen Akt wurde das neue Betriebsgebäude kirchlich vom reformierten Pfarrer Rolf Kühni und vom katholischen Kaplan Mathai Ottappally eingeweiht. Am Samstagnachmittag konnte sich die Bevölkerung an einem Tag der offenen Tür einen Einblick verschaffen. Trotz des ungastlichen Wetters nutzten etwa 400 Personen diese Gelegenheit. Auch am Samstagabend wurde die neue Einstellhalle noch «zweckentfremdet», 250 Angestellte von Bus Ostschweiz feierten dort ihr Firmenfest. Seit Sonntag dient sie nun ihrem eigentlichen Zweck als «Heimat» von Bus Sarganserland-Werdenberg.

55 000 Kilogramm Stahl für Dachkonstruktion

Das Betriebsgebäude auf Boden der Ortsgemeinde Sargans (die Ortsbürger haben 3500 Quadratmeter im Baurecht abgetreten) wurde von der ATM3 AG, Grabs, geplant. Deren Geschäftsführer Felix Hengartner gab in seinen Dankesworten einige Kennzahlen preis. Das Gebäudevolumen beträgt 10 000 Kubikmeter, für die Dachkonstruktion wurden 55 000 Kilogramm Stahl verwendet. Die Baumeister verwendeten 1100 Kubikmeter Beton und 125 000 Kilo Stahl. Eingesetzt wurden 2115 Meter Vibropfähle. Strukturiert ist das Gebäude in zwei Teile mit dem Kopfbau entlang der Strasse beziehungsweise der Einstellhalle und der Waschstrasse gegen Osten.