Zivilschutzanlagen schliessen

Die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) wird in Absprache mit der Regierung die für Asylsuchende geöffneten Zivilschutzanlagen am Montagabend schliessen. Die Unterkünfte bleiben aber in Bereitschaft.

Reto Vincenz
Merken
Drucken
Teilen
Nur noch bis Montagabend stehen alle Türen in den Zivilschutzanlagen für Flüchtlinge offen. Danach dient lediglich noch diejenige in Buchs als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft. (Bild: Heini Schwendener)

Nur noch bis Montagabend stehen alle Türen in den Zivilschutzanlagen für Flüchtlinge offen. Danach dient lediglich noch diejenige in Buchs als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft. (Bild: Heini Schwendener)

REGION. Es hat sich in den letzten Tagen abgezeichnet, nun ist es fix: Die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) wird die als Notunterkünfte geöffneten Zivilschutzanlagen in den Grenzgemeinden schliessen.

Ein Schritt, der ursprünglich bereits für heute Freitag vorgesehen gewesen ist, nun aber am Montagabend vollzogen wird. Gemäss vorliegenden Informationen hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) der St. Galler Regierung zugesichert, zusätzliche Unterbringungskapazitäten zu schaffen und am Montag die noch in Zivilschutzanlagen untergebrachten Personen zu übernehmen. Das SEM kommt damit auch einer Forderung nach, die Regierungsrat Fredy Fässler als Vorsteher des kantonalen Sicherheits- und Justizdepartements kürzlich in Form einer Intervention gestellt hatte.

Anlage in Buchs bleibt offen

Ausgenommen von der Schliessung ist eine Anlage in Buchs, die weiterhin als «Eintrittspforte» genutzt wird und in dieser Funktion die Einrichtungen beim dortigen Bahnhof entlasten kann.

VSGP-Präsident Beat Tinner bestätigte gestern auf Anfrage die Schliessung der Notunterkünfte. Die VSGP und die betroffenen Gemeinden hatten vor zwei Wochen damit begonnen, die Anlagen schrittweise zu öffnen. Dies, nachdem das Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes in Altstätten die grösstenteils in Buchs ankommenden Asylbewerber aus Platzgründen nicht mehr hatte aufnehmen können. Mit der Öffnung der Zivilschutzanlagen hatten die VSGP, die Gemeinden und alle involvierten Einsatzkräfte in einer Notsituation Hand geboten. Mit der Fortdauer der Massnahme und angesichts der entsprechenden Belastungen, wurde aber die Forderung der Gemeinden, wieder in «Normalbetrieb» übergehen zu können, immer lauter. Das insbesondere auch deshalb, weil sich die Einreise-Situation an der Ostgrenze seither auf stabilem Niveau präsentiert und ein grösserer Zustrom ausgeblieben ist.

Planungen für Notfall laufen

Tinner betonte gestern, dass die Zivilschutzanlagen in den grenznahen Gemeinden bis auf weiteres in Bereitschaft gehalten werden.

Dies in der Absicht, für einen jederzeit möglichen «Zustrom» auf die Ostgrenze beziehungsweise den Bahnhof Buchs gerüstet zu sein. Gemäss Informationen der Redaktion laufen bei Bund und Kanton die entsprechenden Planungen. Dabei spielt konsequenterweise die erneute Öffnung der Zivilschutzeinrichtungen in Grenznähe eine tragende Rolle. Diesen Überlegungen setzt man allerdings wesentlich höhere Ankunftszahlen als zuletzt zugrunde.