Zellspende kann Leben retten

Das Gamser Jugendprojekt «Helfende Hände» sammelte mit verschiedenen Aktivitäten 1300 Franken zugunsten von Blutstammzellenspenden und sensibilisierte die Bevölkerung für das Thema.

Hanspeter Thurnherr
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Stolz auf das Ergebnis: Die Jugendlichen sammelten 1090 Franken, welche die Gemeinde Gams auf 1300 Franken aufrundete. (Bild: pd)

Stolz auf das Ergebnis: Die Jugendlichen sammelten 1090 Franken, welche die Gemeinde Gams auf 1300 Franken aufrundete. (Bild: pd)

GAMS. Im Jahre 2010 entstand das Diakonische Jugendprojekt «Helfende Hände» durch die Initiative der beiden Landeskirchen und der Jugendarbeit Gams. Es richtet sich an die Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Oberstufe. In einer Religionsstunde jeweils Anfang Jahr wird das Projekt durch die Jugendarbeiterinnen Ute Grommes und Silvia Dietschi der beiden Landeskirchen und vom Jugendarbeiter Sali Cana des Kompetenzzentrums Jugend (KOJ) Werdenberg vorgestellt. Anschliessend können sich die Jugendlichen für die Aktivitäten, die alle in der Freizeit stattfinden, melden.

Frühlingsmarkt und slowUp

Beim ersten Treffen werden Ideen entwickelt, mit welchen Aktivitäten Geld gesammelt und welches Projekt unterstützt werden soll. An den weiteren Anlässen wird geplant und organisiert. Dem Leitungsteam ist es wichtig, dass die Jugendlichen ihre Stärken und Fähigkeiten zum Einsatz bringen können. Partizipatives Arbeiten steht im Vordergrund, ebenso die Freude und Spass am gemeinsamen Tun.

In den letzten beiden Jahren haben sich zwei «Standard»-Anlässe herauskristallisiert, an denen sich die Jugendlichen engagieren. Da ist der Frühlingsmarkt in Buchs, bei dem die Schülerinnen und Schüler als Schuhputzer für Hochglanz sorgen und buchstäblich das Sammelergebnis aufpolieren. Am slowUp im Mai putzen sie die Velos der sportlichen Teilnehmer und versüssen ihnen die Wartezeit mit Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Die Jugendlichen sammelten aber auch mit Babysitten, Casino- und Discoabend für Jugendliche, Karaokeabend und Benefizkonzert Geld zugunsten hilfsbedürftiger Menschen.

So wurde der Erlös von 1300 Franken im ersten Jahr spontan für ein Kinderheim auf Haiti eingesetzt, nachdem dort ein schweres Erdbeben geschehen war. Ein Jahr später wurde das Projekt der Gamserin Eveline Dürr unterstützt. Mit dem Erlös von 1700 Franken wurde für junge Menschen im Dorf Akwakwaa in Ghana ein Jugendverein ins Leben gerufen. Mit den ersten neu gekauften Schaufeln und Schubkarren putzten die Jugendlichen als erstes ihr Dorf. 2012 konnten an die Theodora-Stiftung 3155 Franken überwiesen werden. Die Stiftung Theodora verfolgt das Ziel, mit Spitalclowns das Leiden von Kindern durch Freude und Lachen zu lindern.

Nicht nur Geld sammeln

Im Jahr 2013 wurde das Projekt Waisenhaus «Bon Samaritain» in Babété (Kamerun) mit 1825 Franken unterstützt, welches die Buchserin Verena Vonlanthen betreut. Und im vergangenen 2014 durften die Jugendlichen mit ihrem Benefizkonzert für Save the Children – speziell für notleidende Kinder in Syrien – 3000 Franken spenden.

Beim diesjährigen Projekt stand nicht das Geldsammeln alleine im Zentrum. «Wir wollten die Bevölkerung auch für das Thema selber sensibilisieren: das Spenden von Blutstammzellen», sagt Sali Cana, Jugendarbeiter des KOJ. Die sieben aktiven Jugendlichen setzten sich mit dem Thema auseinander, malten Plakate und verteilten Flyer, in denen das Wissen vermittelt wird, warum oftmals eine Stammzellenspende die einzige Chance ist, Blutkrankheiten wie etwa Leukämie zu heilen.

Spende übergeben

Kürzlich konnten die Teilnehmenden am Projekt einen Check von 1300 Franken an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) zugunsten von Swiss Blood Stem Cells (SBSC) überreichen. Innerhalb des SRK ist die SBSC für das Führen des schweizerischen Registers für Blutstammzellenspender zuständig und vermittelt Spender an Patienten. «Wenn wir mit der Aktion auch nur ein Leben retten können, haben wir mehr erreicht, als wenn wir 10 000 Franken spenden können», verdeutlicht Sali Cana den Wert der Sensibilisierungsaktion der Gamser Jugendlichen.

www.sbsc.ch