Zehntenhaus soll renoviert werden

Der St.Galler Kantonsrat wird kommende Woche über diverse Beiträge aus dem Lotteriefonds entscheiden. 62 100 Franken sollen an die Gesamtrenovation eines geschützten Hauses in Salez gehen.

Thomas Schwizer
Merken
Drucken
Teilen
Wichtige Bauteile bewahren, wo nötig restaurieren respektive konstruieren: Deshalb soll aus dem Lotteriefonds ein Beitrag an die Gesamtrenovation des Zehntenhauses in Salez (Bild) fliessen. (Bild: Thomas Schwizer)

Wichtige Bauteile bewahren, wo nötig restaurieren respektive konstruieren: Deshalb soll aus dem Lotteriefonds ein Beitrag an die Gesamtrenovation des Zehntenhauses in Salez (Bild) fliessen. (Bild: Thomas Schwizer)

Insgesamt 4,2 Millionen Franken will die St.Galler Regierung mit der zweiten Tranche 2016 als Beiträge aus dem Lotteriefonds sprechen. Damit sollen auch Projekte aus dem Werdenberg und vor allem aus dem Obertoggenburg oder mit Bezug zu diesen Regionen unterstützt werden.

Unter Aufsicht der Denkmalpflege soll das sogenannte alte Zehntenhaus im Unterdorf in ­Salez einer Gesamtrenovation unterzogen werden. Es zeigt sich heute äusserlich als Massivbau mit einem Walmdach und ist denkmalpflegerisch von kantonaler Bedeutung. Das Gebäude wurde wohl ab dem 17./18. Jahrhundert zu Wohnzwecken genutzt und war bereits vor dem Umbau in zwei Haushälften aufgeteilt. Die Entfernung von modernen Verkleidungen förderte ein Konglomerat von Bauteilen aus verschiedenen Bauepochen zu Tage. So findet sich im ersten Obergeschoss ein spätmittelalterlicher quadratischer Bohlenständerbau, daneben und darüber ein Strickbau. Eine gotische Stabwand sowie Malereien aus dem 15. Jahrhundert sind ebenfalls freigelegt worden.

Die zusammengewürfelten Konstruktionen lassen die Statik zur Knacknuss werden, wie es im Gesuch heisst. Die unterschiedlichen Bauphasen und die noch vorhandenen wichtigen Bauteile sollen bewahrt und wo nötig ­restauriert, renoviert bzw. rekon­struiert werden. Gleichzeitig soll das Haus heutigen Anforderungen an das Wohnen genügen. Die Gesamtkosten der Renovation sind mit 863 000 Franken veranschlagt, denkmalpflegebedingt anrechenbar sind 155 000 Franken. Der Kanton soll davon 62 000 Franken übernehmen.

Zahlreiche Beiträge in die Region Toggenburg

200'000 Franken sollen aus dem Lotteriefonds an den Baumwipfelpfad Neckertal fliessen, für dessen Realisierung mit Kosten von 3,8 Mio. Franken gerechnet wird.

Die Eigenproduktion «Oktober im Mai» des Chössi-Theaters in Lichtensteig soll mit 10'000 Franken unterstützt werden. Ehrenamtliche Leistungen und Beiträge aus der privaten Kulturförderung sollen einen bedeutenden Teil der nötigen Mittel decken.

An die denkmalpflegerisch anrechenbaren Aufwendungen bei der Renovation des schützenswerten Doppelbauernhauses im Stalden in Nesslau-Krummenau sollen 60'800 Franken fliessen. Bei der Renovation soll das Südwesthaus museal restauriert werden. Die gesamte Einfeuerung mit dem historischen Ruten­kamin und die Küchenöfen werden restauriert und der Ofen mit Kacheln der berühmten Lichten­steiger Hafnerdynastie Zehnder neu aufgebaut werden. An die denkmalpflegerisch bedingten Aufwendungen der Fassadenrenovation des Toggenburger Museums in Lichtensteig sollen 21'200 Franken geleistet werden. Es verkörpert die barocke Pracht toggenburgischer Baukunst.

Vom Chorprojekt bis zum Spielraumkonzept

Für das Chorporjekt «Eversmiling Liberty» des Canti-Chors Sargans sollen 10'000 Franken fliessen. Das Oratorium des Komponisten Jens Johansen wird vom 12. bis ­ 14. Mai 2017 viermal an der Kantonsschule Sargans aufgeführt und kostet 60'000 Franken, die massgeblich durch Eigenleistungen, Stiftungen und Private ge­tragen werden.

Der Lotteriefonds soll 20'000 Franken an die Sonderausstellung zum Zehn-Jahr-Jubiläum der Energie- und Klimawerkstatt leisten. In den letzten neun Jahren wurden in der ganzen Schweiz 675 Projekte von 7600 Lernenden umgesetzt, auch am Bildungszentrum BZB in Buchs.

Ein Rahmenkredit über 400'000 Franken soll für Projekte der Kinder- und Jugendförderung sowie Kinder- und Jugendschutz zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise möchten die Gemeinden Oberriet und Rüthi mit einem partizipativen Projekt ein Spielraumkonzept und damit mehr Orte und Plätze für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum schaffen.

Die grenzüberschreitende Kunstausstellung «artur017» unter dem Titel «Wir und der Rhein» in Widnau und Lustenau, ein Nachfolgeprojekt der «Rhein-Art 97», soll 20'000 Franken erhalten.