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Zaubermärchen und Königsharfe

Interessierte aus der ganzen Region haben sich zur Saisoneröffnung 2016 in der Kulturstüdtlimühle in Buchs eingefunden. Dort war die Stimmung fast mystisch: Zaubermärchen faszinierten und Harfenklänge begeisterten.
Silvia Frick
Brigitte Jetzer (rechts) belebt ihre Erzählungen mit Mimik und Gestik, Seline Jetzer (links) unterstreicht dies durch phantastischen Harfenklang. (Bild: Silvia Frick)

Brigitte Jetzer (rechts) belebt ihre Erzählungen mit Mimik und Gestik, Seline Jetzer (links) unterstreicht dies durch phantastischen Harfenklang. (Bild: Silvia Frick)

BUCHS. Seline Jetzer aus Buchs stimmt ihre prächtige Konzertharfe. Dann erklingt eine erste Klangprobe, anstelle einzelner Töne rieselnde Klangläufe. Brigitte Jetzer, ihre Mutter, amtet am Freitagabend in der Kulturstüdtlimühle als Märchenerzählerin.

Mutter und Tochter haben sich ihrer persönlichen Passion verschrieben, die eine dem Erzählen und die andere der Harfenmusik. Susanna Büchel, Mitglied der Kulturkommission Buchs, stellte die beiden Interpretinnen vor. Persönlich erwarte sie, dass der Abend sie träumen lasse «wie ein kleines Kind».

Märchen malten Phantasiebilder

Vom Vergleich, dass das Glück des «grossen Mannes» nicht dem Glück des «kleinen Mannes» entspricht, handelte die erste kleine Geschichte. Wie man ein Geheimnis bewahrt, es aber auf raffinierte Weise doch zum Nutzen der Menschen weitergeben kann, beschrieb die Erzählung über «Vater Grossnase». Das Thema des «Vagabunden mit dem Suppenstern» zeichnete seinerseits den Gewinn auf, der durch List erwirtschaftet werden kann, jedoch ohne seinem Nächsten zu schaden. Und letztendlich wurde durch Zauberei noch der Glanz eines Sterns, der silberne Mond und die glühende Sonne vom Himmel geholt.

Brigitte Jetzer erzählte sanft, betonte passend vehement und schuf so Bild an Bild in die Köpfe der Zuhörenden. «Märchen und Erzählungen sind für Menschen jeden Alters, sie wirken wie Nahrung für Geist und Seele», stellte sie fest.

Harfenklänge weckten Gefühle

Nach jeder der eindrucksvoll erzählten Geschichten setzte Tochter Seline Jetzer mit ihrer Harfe musikalisch eindringliche Klangpunkte. Elegant zupfte sie die Saiten, mal leise, in rieselnden Tonfolgen, dann wieder in dramatischer Steigerung. Konzertante Harfenklassik wechselte zu Rhythmen eines anmutigen Tänzchens. Später präsentierte die geschickte Instrumentalistin ein Harfenstück, geschrieben von einem vietnamesischen Kollegen. Es «sprach» in fremdländisch anmutender Melodie von «Erde und Feuer», spezielle Dramatik schuf das Klopfen am Harfenkörper.

Literatur und Musik in Symbiose

Ein Zufall führte Brigitte und Seline Jetzer auf einen gemeinsamen Weg der schönen Musen. «Als die Kinder grösser wurden, wollte ich mir ganz einfach mal etwas Neues gönnen. Wohl eher zufällig besuchte ich einen Märchenerzählkurs, welcher mich gleich total faszinierte», beschreibt die Erzählerin ihren Werdegang.

Ihre Tochter Seline hingegen begegnete ihrem Instrument zum ersten Mal in der Musikschule. «Gleich war mir klar: Dieses, nur dieses Instrument möchte ich lernen», erzählt sie. Heute bilden die beiden eine abgestimmte Zweisamkeit, trifft sich doch alte Literatur mit einem der ältesten Musikinstrumente der Menschheit, der Harfe.

Mit dieser gelungenen Mischung ist die Saison 2016 in der Kulturstüdtlimühle auf gelungene, mitreissende und einfühlsame Weise eröffnet worden. Bis Anfang Juli sind bereits sechs weitere Anlässe, thematisch von Lesung über Musik bis zu Gesang, organisiert.

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