Zauberhafte Operettenpremiere

Die Operette Balzers bescherte dem zahlreich erschienenen Premierenpublikum mit der Königin der Operetten «Die Fledermaus» von Johann Strauss ein Musikerlebnis auf hohem Niveau. Die junge Haagerin Judith Dürr spielt die Rolle der Ida.

Esther Wyss
Drucken
Teilen
Prinz Orlofsky lädt Eisenstein alias Marquis Renard zum Trinken ein. (Bilder: Paul Trummer)

Prinz Orlofsky lädt Eisenstein alias Marquis Renard zum Trinken ein. (Bilder: Paul Trummer)

BALZERS. Der Regisseur Jean-Claude Bordet hat die Geschichte der «Fledermaus» rasant und temporeich inszeniert und viel Bewegung in die Handlung gebracht. Zur Erheiterung des Publikums entwickelt sich das Geschehen auf der Bühne turbulent und vielschichtig, da fast niemand der ist, als den er sich ausgibt. Musikalisch wurde die Operette unter der Leitung des Dirigenten Willi Büchel vom Symphonie Orchester Liechtenstein (SOL) meisterhaft und differenziert gespielt. Leicht und beschwingt intonierten die Musiker die wunderbaren Melodien.

Die Ouvertüre ist ein Querschnitt durch das ganze Werk. Als besondere Überraschung trat Choreografin Jasmin Notari-Wälti zusammen mit ihrem Tanzensemble schon während der Ouvertüre mit einer gelungenen Darbietung auf. Die humorvolle Inszenierung hat viele witzige Dialoge. Die mitreissende Musik, die Ironie und die zeitlosen Lebensweisheiten, die auch heute noch Gültigkeit haben, wurden vom Publikum mit herzlichem Lachen und grossem Applaus quittiert.

Grossartiges Zusammenspiel

Hervorragend spielte Toni Bürzle im dritten Akt den Gefängniswärter Frosch, der den Slibowitz über alles liebt und spassige Sprüche von sich gibt.

In den Hauptrollen glänzten die Solisten Eugene Amesmann, Tenor, als Gabriel Eisenstein zusammen mit seiner Frau Rosalinde, Nicola Becht, Sopran. Christian Nipp überzeugte als Gefängnisdirektor Frank und Harald Wurmsdobler als Notar Falke. Stephen Chaundy übernahm für den erkrankten Peter Galliard die Rolle des Gesangslehrers Alfred, des Geliebten von Rosalinde Eisenstein. Der Ehemann sollte eine Haftstrafe absitzen, vergnügt sich jedoch auf dem Ball von Prinz Orlofsky. Unterdessen empfängt Rosalinde ihren Geliebten. Da erscheint der Gefängnisdirektor Frank und führt Alfred, in der Annahme, es sei Eisenstein, ab. Damit und mit anderen Verwechslungen und falschen Namen nimmt die Handlung ihren amüsanten Verlauf.

Stimmiges Bühnenbild

Das Stubenmädchen Adele wurde von Christine Holzwarth temperamentvoll und komödiantisch gegeben. Das junge Schweizer Talent Judith Dürr trat als Ida, die Schwester von Adele, auf. Judith Dürr steht am Anfang ihrer Gesangsausbildung, und man darf gespannt sein, wie sie sich in Zukunft entwickeln wird. Aussergewöhnlich klang der Counter-Tenor Stefan Görgner in der Rolle des Prinzen Orlofsky. Als Besonderheit sang er an seinem Fest ein Lied und begleitete sich auf der Gitarre. Das Tanzensemble tanzte leichtfüssig dazu, was eine stimmungsvolle Atmosphäre schuf. Der Chor unter der Leitung von Harri Bläsi sang gekonnt und harmonierte ausgezeichnet mit den Solisten und dem Orchester. Die eleganten Kostüme (Max Kaiser) gaben der Ballszene im zweiten Akt einen festlichen Rahmen. Auch das Bühnenbild (Hansjörg Gstöhl) passte zur Handlung. Die Beleuchtung setzte die Szenen und Darsteller gekonnt ins richtige Licht. Die Zuhörer wurden von der Musik und den Akteuren in die zauberhafte Welt der Operette entführt und erlebten einen heiteren, unbeschwerten Abend.

Rosalinde Eisenstein erscheint beim Prinzen Orlofsky als geheimnisvolle ungarische Gräfin. (Bild: ©Paul Trummer/TravelLightart (VB))

Rosalinde Eisenstein erscheint beim Prinzen Orlofsky als geheimnisvolle ungarische Gräfin. (Bild: ©Paul Trummer/TravelLightart (VB))

Aktuelle Nachrichten