Zahl der Evangelischen sinkt stetig

Während die Zahl der Katholiken im Werdenberg 2015 leicht zunahm, verloren die evangelischen Kirchgemeinden weiter an Mitgliedern. Deutlich mehr Einwohner gehören anderen Konfessionen an oder sind konfessionslos.

Hanspeter Thurnherr
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REGION. Im vergangenen Jahr stieg die Einwohnerzahl in allen fünf Werdenberger Gemeinden und der Stadt Buchs, doch hat die Wachstumsdynamik abgenommen. Der Zuwachs lag überall unter der Zwei-Prozent-Marke. Noch im Vorjahr waren drei Gemeinden stärker gewachsen. Allerdings gab es auch keine «Verlierer» mehr. Die Stadt Buchs hat die Spitzenposition mit 1,84 Prozent Wachstum von Sennwald wieder zurückerobert. Mit Gams und Sennwald erreichten zwei weitere Gemeinden einen Zuwachs über einem Prozent.

Trend bei Konfessionen hält an

Die Evangelischen Kirchgemeinden im Werdenberg verlieren unaufhaltsam an Mitgliedern. Diese Entwicklung ist seit Jahren festzustellen – und setzte sich im vergangenen Jahr fort. Dies ist um so erstaunlicher, weil die Bevölkerungszahl stetig wächst: im Werdenberg seit 2007 von 34 397 auf mittlerweile 37 675 Einwohner. Die Zahl der evangelischen Einwohner sank dagegen in dieser Zeit um 1400 auf 12 879. In jeder der sechs Werdenberger Gemeinden stieg die Einwohnerzahl, während die Zahl der evangelischen Einwohner sank – sogar in Buchs. Die Stadt legte seit 2007 um 1574 Einwohner (+14,7 Prozent) zu, während gleichzeitig die Zahl der evangelischen Einwohner um fast 400 abnahm.

Die Zahl der Katholiken entwickelte sich anders. Mit Ausnahme der «katholischen» Gemeinde Gams, wo die Katholiken in diesen knapp 20 Jahren leicht von 1834 auf 1801 abnahmen, legten sie in den anderen Werdenberger Gemeinden zu, wenn auch grösstenteils nur um wenige Personen. Überdurchschnittlich stieg entsprechend die Zahl der «Anderen» und Konfessionslosen.

Sonderfall im Obertoggenburg

Ein Sonderfall ist die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann. Zwar hat die Gemeinde im letzten Jahr ebenfalls leicht an evangelischen Einwohnern verloren. Doch liegt ihre Zahl immer noch leicht höher als 2007. Dafür ist die Zahl der Katholiken in den vergangenen acht Jahren um fast 100 Personen gesunken.

Eine kürzliche Mitteilung der Evangelischen Kantonalkirche lässt erahnen, dass der stetige Verlust an Mitgliedern auch auf Austritte zurückzuführen ist, aber nicht nur. Es liegt auf der Hand, dass die Zunahme an Katholiken sowie «Anderen» zum grössten Teil auf den Zuzug von Menschen aus katholischen und islamischen Ländern zurückzuführen ist. Ein solcher Zuzug fehlt auf evangelischer Seite, was auch Konsequenzen für die Kirchgemeinden hat (siehe Zweittext).

Weiter zugenommen hat die Zahl ausländischer Einwohner. Der Anteil liegt mit 29,47 Prozent noch knapp unter 30 Prozent. Über 30 Prozent liegen Sevelen (36,99) und Buchs (36,77). Ganz leicht gesunken ist der Anteil in Sevelen und Grabs. In der W&O-Region – aber auch in jeder einzelnen Gemeinde – leben noch immer mehr Männer als Frauen. Allerdings hat sich die Differenz ganz leicht verringert.

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