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Zähneputzen

Zum Sonntag
Beate Drafehn, Evang.-Ref. Pfarrerin, Sevelen

Zweimal täglich ziehe ich bei uns im Badezimmer in den Kampf: Mit Zahnpasta und Bürste rücke ich morgens und abends den Kariesbakterien und Zahnbelägen in meinem Mund auf die Pelle. Ich habe mir sogar eine elektrische Zahnbürste gekauft, weil die laut Werbung noch effektiver bürstet als die normale. Schon als Kind habe ich ja gelernt, dass Karies und Baktus die Feinde meiner Beisserchen sind. Aber so gut und sorgfältig ich auch putze: Ein endgültiger Sieg über den Feind ist nicht in Sicht. Ich werde mein Leben lang morgens und abends putzen müssen. Immer wieder, Tag für Tag.

Es ist ein Kampf, bei dem es einfach keine Chance auf den Sieg gibt. Da könnte ich auch sagen: Wenn ich sowieso nicht gewinnen kann, dann spare ich mir die tägliche Mühe und lasse es einfach sein. Zahnärzte wissen davon wahrscheinlich ein Lied zu singen, wie das im Mund aussieht, wenn jemand den Kampf, den man nie gewinnen kann, gar nicht erst führt.

Du hast in deinem Leben sicher auch öfter solche Kämpfe geführt, von denen du ahnst: Bei diesem Konflikt oder Problem wirst du dich ewig abrackern, Zeit und Energie aufwenden ohne Aussicht, das mal als erledigt abhaken zu können.

Die schwierige Beziehung zwischen Eltern und Kindern zum Beispiel.

Oder dein Kampf, nicht immer dieselben Fehler wieder zu machen. Oder das Bemühen, eine gute Beziehung zu deinem Partner oder deiner Partnerin zu haben. Das ist wahrscheinlich bei allen Beziehungen mit anderen Menschen so. Du musst dich immer weiter darum bemühen, es kommt nie zu einem Punkt, wo alles so gut ist und bleibt.

Das ist auch bei deiner Beziehung zu Gott so. Da wird es immer wieder Situationen in deinem Leben geben, die dich in tiefe Zweifel stürzen, wo du kurz davor stehst die Flinte ins Korn zu werfen und es einfach sein zu lassen. «Werft euer Vertrauen nicht weg!» (Hebr 10,35), können wir in der Bibel lesen und erkennen, dass es tagtäglich Menschen so ergeht und immer schon ergangen ist.

Manches bleibt im Leben mit Siegen, mit Niederlagen, mit Anfechtungen, ohne Aussicht auf ein Ende. Aber das Bemühen aufgeben – nichts tun – sich geschlagen geben: Das ist, wie beim Zähneputzen, wirklich keine Alternative.

Beate Drafehn, evang.-ref. Pfarrerin, Sevelen

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