Wolfsrüden zum Abschuss freigegeben

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Chur/Bellinzona Die Kantone Graubünden und Tessin haben den Wolfsrüden M75 ins Visier genommen. Das Raubtier soll geschossen werden, weil es zu viele Schafe riss. Der WWF prüft rechtliche Schritte gegen die Behördenverfügung.

Die mehr als 40 Schafe, die M75 zugeordnet werden, wurden zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar in den Bündner Südtälern Bergell und Misox sowie in der Leventina im Kanton Tessin gerissen. In drei Fällen konnte der Wolfsrüde M75 genetisch als Verursacher überführt werden, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei diese Woche mitteilte. Die Behörden vermuten, dass M75 zudem Mitte Februar sieben Schafe bei Trun im Bündner Oberland getötet haben könnte. Das gezielte Vorgehen dort sei identisch gewesen mit jenem bei Cama im Misox und Faido in der Leventina.

Auf 60 Tage befristet

Nun muss der Wolf um sein Leben bangen: Gemäss eidgenössischer Verordnung können die Raubtiere geschossen werden, wenn sie trotz Herdenschutz einen erheblichen Schaden an Nutztieren angerichtet haben. Ein solcher Schadenfall ist definiert durch mindestens 25 tote Nutztiere innerhalb eines Monats. Die Abschussverfügung der Kantone Graubünden und Tessin ist auf 60 Tage befristet. M75 muss somit spätestens in der zweiten Maihälfte zur Strecke gebracht werden.

Laut Brosi ist die Abschussverfügung gegen M75 erst die zweite in Graubünden gegen einen Wolf aufgrund angerichteter Schäden an Nutztieren. Die erste betraf 2001 einen Wolf in Bergell. Im Tessin sei es das erste Mal, dass eine Abschusserlaubnis für das Kantonsgebiet erteilt worden sei, sagte Giorgio Leoni vom kantonalen Jagd- und Fischereiamt auf Anfrage. (sda)