Wohngruppen «volljährig»

Freunde und Mitglieder des Vereins Wohngruppen Sennwald blickten im Restaurant Schäfli in Sennwald an der 20. Hauptversammlung kurz zurück und freuten sich am Jubiläum.

Hansruedi Rohrer
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SENNWALD. Die Wohngruppen Sennwald feiern in diesem Jahr ein Jubiläum. Die Institution wird 20 Jahre alt oder auch jung. Auf jeden Fall sei sie jetzt «volljährig», wie es Präsident Roland Moser formulierte. Er leitete am Freitagabend die Jubiläumsversammlung, der sich ein Imbiss mit gemütlichem Höck anschloss. Doch vorerst wurden die traktandierten Geschäfte behandelt. Wie schon die vergangenen 19 Jahre konnten diese unter der Leitung von Roland Moser auch diesmal speditiv abgewickelt werden.

Nichts ist beständig

Doch auch bei den Wohngruppen Sennwald ist nichts stetig und beständig. So schreibt der Präsident in der Einleitung zum Jahresbericht 2014, dass während 20 Jahren ein ständiger Wandel gewesen sei. Kaum habe man den Eindruck, es sei einigermassen stabil und klar geordnet, würden bereits wieder Veränderungen anstehen. Aber er hält auch fest: «Wir werden uns auch weiterhin darum kümmern, dass unsere Angebote in den beiden Wohngruppen flexibel und bedarfsgerecht ausgestaltet werden und dem Wohl und Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zugute kommen.»

Man verstehe das Angebot mit den zwei Wohngruppen (Zil und Chelen) als Teil eines Systems, in dem verschiedene Akteure zusammenarbeiteten und -wirkten. Das Resultat der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sei wesentlich von der Qualität dieser Zusammenarbeit geprägt, sagt Roland Moser.

Sparen und immer sparen

Sparen und immer wieder sparen sei beim Kanton angesagt, sagte der Präsident und verwies auf das im letzten Jahr vorgelegte Konzept zur Neuausrichtung, welches bei den Behörden für Begeisterung gesorgt habe, jedoch den kantonalen Sparmassnahmen zum Opfer gefallen sei. Das Konzept wurde nun erneut umgeschrieben. Es erfolgte die definitive Bewilligung für die Führung der individuellen Einzelbeschulung.

Berichte, Finanzen und Vorstandswahlen gingen reibungslos über die Bühne. Für die nächsten zwei Jahre setzt sich der Vorstand aus den bisherigen bewährten Personen zusammen: Roland Moser (Präsident), Petra Hutter (Vizepräsidentin), Therese Wohlwend, Hermann Thoma, Laila Roduner, Karin Marquart. Erstmals wurde die neue ACV-Revisionsstelle mit Sämi Rhyner bestätigt.

Seit Beginn dabei

Gabi und Christoph Weber leiten seit Beginn, also seit 20 Jahren, die Wohngruppen Sennwald mit derselben Gelassenheit, Kompetenz und Freundlichkeit. Sie blickten an der Hauptversammlung kurz auf das vergangene Jahr zurück. Es sei grundsätzlich ein ruhiges Jahr gewesen. Mit den Gruppen sei viel gearbeitet worden. Gerne höre man immer wieder von Jugendlichen, dass sie ihren Weg in der Gesellschaft gefunden hätten. So stellt eine junge, erwachsene Frau im Jahresbericht ihre Teenagerzeit in der Durchgangswohngruppe Kehlen von einst dar. «Heute bin ich verheiratet, stolze Mutter eines gesunden Jungen und berufstätig in einer Führungsaufgabe.» Das Team der Durchgangswohngruppe Kehlen sei ihr in ihrer wohl schwersten Zeit mit viel Humor und Menschlichkeit beigestanden.

Initiatoren waren die Webers

Am 28. Oktober 1995 wurde auf Initiative von Gabi und Christoph Weber der Verein Durchgangswohngruppen Kehlen zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen gegründet. Die Arbeit in den Wohngruppen Sennwald ist ein stetiger Prozess im Wandel der Gesellschaft geworden.

Im August dieses Jahres soll das Jubiläum gefeiert werden, dazu gibt es auch einen Tag der offenen Tür. An der Hauptversammlung wurde nicht nur die Arbeit des Leiterehepaars und des Teams verdankt, auch Roland Moser erhielt als Präsident der ersten Stunde ein Geschenk.

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