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Wohl dem, der ein sicheres Nest hat

3.5. Der Kuckuck ruft im Rietli und im Auenwald. Früher gehörte dieser Ruf selbstverständlich zum Frühling. Er ist auch in Liedern verankert. Heute freut sich jeder, der den Ruf wahrnimmt – er ist selten geworden. Es ist das Männchen, das seinen Namen ruft. Wenn es aufgeregt ist, kann daraus ein Ku-Ku-Kuck werden. Das Weibchen wird noch seltener gehört. Es kichert auffällig während der Brutzeit. Ein Familienleben gibt es bei Kuckucks nicht. Sie ziehen ihre Nachkommen nicht selber auf. Das Weibchen sucht sich passende Pflegeeltern aus. Die Auswahl muss gross sein, das Nest so gelegen, dass das grosse Kuckucksweibchen das befruchtete Ei gut platzieren kann. Es legt in jedes Nest nur ein Ei. In Frage kommen hier Nester von insektenfressenden kleineren Singvögeln, Nistkästen und Höhlen eignen sich nicht.

Das Kuckucksweibchen passt einen Augenblick ab, in dem die ausgewählten Wirtsvögel abwesend sind. In Sekundenschnelle legt es ein Ei zu den andern und verschwindet. Der junge Kuckuck schlüpft meistens vor den anderen Jungen. Er ist von Anfang an grösser und stärker. Er lädt die Eier oder die geschlüpften Wirtskinder auf den Rücken und schleudert sie aus dem Nest. Er braucht alles Futter für sich alleine. Die Pflege- oder Wirtseltern können seinem aufgesperrten Schnabel nicht widerstehen, sie müssen ihn stopfen, obwohl sie viel kleiner sind als der Jungvogel. Auch ausserhalb des Nestes wird er ­gefüttert, bis er selbstständig ist. Wie er als Einzelvogel den Weg nach Afrika in das Winterquartier findet und im guten Fall nächstes Jahr wieder hierher, ­daran arbeitet die Wissenschaft intensiv.

10.5. Die Mauersegler sind Anfang Mai an ihre Brutplätze zurückgekehrt. Im Schwarm sausen sie tief um das Schulhaus Grof und um viele ältere Häuser in Buchs. Architekten sind gefordert, dass die Mauersegler weiterhin Einschlupfmöglichkeiten finden können.

13.5. Die Blumenvielfalt am Rheindamm wird immer grös­ser und schöner. Die Hummel­orchis breitet sich aus, besonders zwischen Autobrücke und Dampfbrücke.

21.5. Ein angenehm flötendes und jodelndes «Düdilüoh» ist aus dem Auenwald zu hören. Nur sein Ruf verrät ihn. Kaum ein ­anderer Vogel hat so leuchtend gelbe Farben und ist gleichzeitig so schwierig zu beobachten wie der Pirol. Wenn man Glück hat, sieht man ihn nur kurz zwischen den Baumkronen fliegen.

27.5. Die Brutzeit der Fluss­regenpfeifer auf den Sand- und Kiesbänken hat begonnen. Die Kiesinseln waren gross. Die Hinweistafeln der überregionalen Vereine, mit den Flussregen­pfeifern, haben zum Teil gewirkt. Es gab gute Gespräche mit Hundehaltern und Spaziergängern.

Die grosse Schneeschmelze liess den Rhein stark ansteigen und überschwemmte die Brutplätze auf den Inseln. Nur ein­zelne junge Regenpfeifer haben überlebt, dank Glück und einem offenbar erfahrenen Elternpaar, das die Kleinen aus der Gefahrenzone weggeführt hat.

31.5. Die Mehlschwalben an der Groffeldstrasse füttern schon eine Weile ihre Jungen. Nun tun dies auch die Mauersegler. Die Mehlschwalben haben ihr Nistmaterial in Lehmpfützen gesammelt. Die Mauersegler sammeln das bisschen Nistmaterial in der Luft. Alles ausser Brüten geschieht in der Luft. Manchmal klammern sie sich beim Einflugloch an. Sie können senkrecht ­hinaufklettern. Am Boden sind sie unbeholfen. (ea/ha)

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