Wölfe wurden vorschnell zum Abschuss freigegeben

Drucken
Teilen

Region Der WWF Schweiz ist ­erfreut, dass das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen ­s­einer Beschwerde gegen die ­Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe stattgegeben hat. Schon das Verwaltungs­gericht des Kantons Graubünden hatte 2016 der Beschwerde in wichtigen Punkten recht gegeben. Das St. Galler Verwaltungsgericht ist zum Schluss gekommen, dass keine erhebliche Gefährdung des Menschen durch die Calanda-Wölfe festgestellt werden konnte und die Abschussbewilligung vorschnell erteilt wurde. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bestandes­regulierung seien nicht erfüllt ­gewesen.

«Die St. Galler Richter geben mit ihrem Entscheid einer sachlichen, faktenbasierten Wolfspolitik Aufwind», sagt Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierverantwortlicher beim WWF Schweiz. Statt Abschussbewilligungen sollten mildere Mass­nahmen wie zum Beispiel Vergrämungen ergriffen werden. «Das Urteil lässt uns hoffen, dass normales Wolfsverhalten in der Schweiz künftig nüchterner betrachtet wird», sagt von Bethlenfalvy.

Letztlich konnte kein Wolf geschossen werden

Die Kantone St. Gallen und Graubünden hatte vor Weihnachten 2015 mit Zustimmung des Bundes eine Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe erteilt. Weil das Rudel wegen des milden Winters aber selten in Siedlungsnähe auftauchte, konnte kein Wolf geschossen werden. Die Abschusserlaubnis war nachträglich vom Bündner Verwaltungsgericht als nicht verhältnismässig erachtet worden. (sda)