Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Zum vierten Mal organisierte die Bäuerinnenvereinigung St.Gallen mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen das Bäuerinnenkino. Für eine Podiumsdiskussion war Musikstudentin Anna Warzinek zu Gast.

Corinne Hanselmann
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Gespannt lauschten die rund 80 Besucherinnen den Ausführungen von Anna Warzinek. (Bild: Corinne Hanselmann)

Gespannt lauschten die rund 80 Besucherinnen den Ausführungen von Anna Warzinek. (Bild: Corinne Hanselmann)

Corinne Hanselmann

Rund 80 Frauen folgten der Einladung zum Bäuerinnenkino ins Kiwi Treff Werdenberg. Aufmerksam verfolgten sie den Film «One Chance – einmal im Leben». Er erzählt die wahre Geschichte des britischen Tenors Paul Potts. Schon als Kind hatte dieser eine Vorliebe für die Oper, weshalb ihn seine Mitschüler oft hänselten. Auch sein Vater unterstützte ihn nicht bei seinem Traum, Opernsänger zu werden. Paul aber verfolgte sein Ziel, seine Mutter und Freundin Julie unterstützten ihn dabei.

Er besuchte eine Zeit lang eine Musikschule in Venedig, wo er sein Idol Luciano Pavarotti traf. Doch der Erfolg blieb aus und Paul pausierte einige Jahre. 2007 bewarb er sich bei der britischen Castingshow Britain’s Got Talent, die sein Leben völlig veränderte. Er gewann viel Geld und wurde zum grossen Star. Gespielt wird Paul Potts im Film von James Corden.

Passend zum Thema war die Musikstudentin Anna Warzinek für eine Podiumsdiskussion zu Gast. Ursula Gubser vom LZSG stellte die 24-Jährige aus Mels nach Ende des Films vor. Warzinek studiert seit bald vier Jahren an der Universität für Musik und darstellende Künste in Wien. Im Film gehe es darum, seinen Weg zu gehen, dabei mit Widerständen umzugehen und an sich zu glauben, auch in schwierigen Situationen, sagte Gubser. «Ähnlich wie Paul im Film geht auch Anna keinen ‹0815-Weg›.»

Von Kindesalter an wollte sie Musikerin werden

Derzeit studiert Warzinek Songwriting mit Schwerpunkt Popgesang und Schulmusik mit Hauptfach klassischer Gesang. Nebst der Musik bewegt sie sich gerne in der Natur, mag Kulinarisches und macht Politik. Bis 2016 leitete sie die Junge CVP Sarganserland. Noch ist sie unsicher, ob sie lieber Sängerin oder Komponistin werden möchte. Das Gefühl für Musik scheint Warzinek schon in die Wiege gelegt worden zu sein. Sie habe sich schon als Baby im Takt zur Musik bewegt, liess sie sich von ihrer Mutter erzählen. Mit 14 Jahren begann sie Gesangsstunden zu nehmen.

Warzinek sah im Film Parallelen zu ihrem Leben: Auch sie wusste schon als Kind, dass sie Musikerin werden möchte. Doch weil dies der typische Traum von Mädchen ist, wurde sie kaum ernst genommen. Als es darum ging, sich für ein Studium zu entscheiden, war für die Jugendliche klar, dass es Musik sein soll. Heute weiss sie: Musik ist ihr Lebenselixier und nicht nur Beruf. Als Vorbild nennt sie die lettische Opernsängerin Elina Garanca. Ebenfalls ein Vorbild sei ihr Vater, Arzt Thomas Warzinek, auch wenn er sehr kritisch sei.

Träume soll man sich nicht ausreden lassen

Eine Zuhörerin fragte, wie viel Begabung man mitbringen müsse, um einen Traum zu realisieren, und wie viel man dazulernen könne. Warzinek meinte, dass weniger das Talent zähle, son­- dern viel mehr, ob der Wille da ist, um etwas wirklich zu machen. Schliesslich fragte die Moderatorin, was die Studentin den Frauen mit auf den Weg geben möchte. Warzinek verwies auf eine Szene im Film, in der Paul trotz eben erfolgter Blinddarmoperation in einer Oper auftritt und dabei zusammenbricht. «Bevor man mit dem Kopf durch die Wand will, sollte man sich überlegen, was man im Zimmer nebenan möchte.» Bei aller Euphorie sei Planen und Auf-dem-Boden-Bleiben wichtig – deshalb studiere sie nebst Songwriting auch das Lehramt. Und dennoch: «Wenn man etwas wirklich will, dann soll man sich das von niemandem ausreden lassen, auch wenn es manchmal hart ist und es Leute gibt, die nicht daran glauben», empfiehlt sie. Man müsse schliesslich mit sich selber im Reinen sein.

Der echte Paul Potts übrigens tourte seit seinem Durchbruch im Jahr 2007 durch die Welt. Er trat in Südafrika, Indien, Kanada, Japan und in vielen Ländern Europas auf und ist nach wie vor erfolgreich.

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