Wo die Parteihochburgen stehen

Die SVP hat im Rheintal und im Toggenburg am meisten Wähleranteile hinzugewonnen, während die FDP vor allem im Süden des Kantons deutlich zugelegt hat. Im Werdenberg erlitt die SP derweil hohe Verluste.

Adrian Vögele
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ST. GALLEN. Amden schwingt obenaus: In der Gemeinde, die in den vergangenen Monaten mit einem Streit über eine Asylunterkunft Schlagzeilen machte, hat die SVP ihren Wähleranteil bei den Nationalratswahlen am meisten gesteigert: Gegenüber 2011 gewann die Partei hier 9,9 Prozentpunkte hinzu und erzielte 46,5 Prozent Wähleranteil. Besonders stark war der SVP-Zuwachs ausserdem in Walenstadt (+8,4 Prozentpunkte), Rebstein (+8) und Gommiswald (+7,9).

In manchen Gemeinden durchstiess die SVP gar die 50-Prozent-Grenze: An der Spitze liegt die Parteihochburg Oberriet mit 51,6 Prozent, gefolgt von Oberbüren (50,5), St. Margrethen (48,4) und Flums (47,8). Noch vor vier Jahren hatte die SVP in Flums mit 45,3 Prozent ihren kantonsweit höchsten Wähleranteil erzielt. Auch in den grösseren Städten hatte die Partei diesmal mehr Zulauf, wenn auch auf tieferem Niveau als auf dem Land: In Wil liegt ihr Anteil bei 32,2 Prozent (+3,1), in Rapperswil-Jona bei 30,3 Prozent (+2,1), in St. Gallen bei 21,1 Prozent (+1,6). Nur in zwei St. Galler Gemeinden verlor die SVP: In Rorschach (–1 Prozentpunkt) und in Häggenschwil (–0,3).

Auf Ebene der Wahlkreise erreichte die SVP im Rheintal den höchsten Zuwachs (+6,2 Prozentpunkte) ebenso wie den höchsten Anteil (43 Prozent). An zweiter Stelle liegt das Toggenburg mit 5,2 Prozentpunkten Zuwachs und 41 Prozent Wähleranteil.

Wartau hat höchsten FDP-Anteil

Die FDP hat im Süden des Kantons am meisten Boden gutgemacht: Den grössten Zuwachs verzeichnet sie in Mels (+6,1 Prozentpunkte), gefolgt von Vilters-Wangs (+5,8) und Weesen (+5,4). Besonders ins Gewicht fällt aber ihr Resultat in Rapperswil-Jona: In der zweitgrössten St. Galler Stadt steigerte die FDP ihren Anteil um 4,8 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent, gewann also knapp ein Drittel hinzu.

Den höchsten Wähleranteil erreichte die FDP erneut in Wartau: Diesmal sind es 21,3 Prozent – gegenüber 20,5 Prozent im Jahr 2011. Dass Gemeindepräsident Beat Tinner einer der einflussreichsten FDP-Politiker im Kanton ist, dürfte Wirkung gezeigt haben. An zweiter Stelle liegt Mörschwil mit 20,7 Prozent Wähleranteil. Insgesamt gewann die FDP in 72 von 77 Gemeinden Anteile hinzu. Einen Rückgang gab es etwa in Gaiserwald (–1,2) und in Uzwil (–0,2).

Grösser sind die Verluste der CVP: Sie hat in Rapperswil-Jona 4,1 Prozentpunkte verloren, in der Stadt St. Gallen 3,8 und in Wil 2,8. Am meisten Anteile musste sie in Schmerikon (–11,3), Mosnang (–10,1), Amden (–8,4) und Schänis (–8) abgeben. Auf dem fünften Platz folgt Rüthi (–7,8) – die Gemeinde des neugewählten CVP-Nationalrats Thomas Ammann. Im Wahlkreis See-Gaster ist der Rückschlag für die CVP mit –5,8 Prozentpunkten am grössten, gefolgt vom Rheintal mit –5,4. Nur in zwei St. Galler Gemeinden hat die CVP gewonnen: In Muolen (+1,9) und in Häggenschwil (+0,3).

SP-Verluste auch in den Städten

Auch die SP liegt nur in zwei Gemeinden im Plus: In Uznach (+1,5) und in Gommiswald (+1,4). Am meisten Anteile verlor sie in Grabs (–6,8) und Berneck (–6,2). Auf Ebene der Wahlkreise hat die Partei in See-Gaster mit –0,9 Prozentpunkten den geringsten Rückgang zu verkraften. Am meisten Anteile verlor sie in den Wahlkreisen Werdenberg (–4,5) und in Rorschach (–4,3). Auch in den Städten und grösseren Gemeinden erlitt die SP Verluste, so in St. Gallen (–0,3), Rapperswil-Jona (–1,6), Wil (–2), Gossau (–5), Uzwil (–3,2), Buchs (–4,3) und Rorschach (–1,7).