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Wo bleibt das Kindeswohl?

Leserbrief
Walter Götti, Profasonweg 1, 9476 Fontnas

In der Politik geht es meist um Strategien und Zahlen. Wie brutal aber diese Politik Schicksal spielen kann, wird oft vergessen. Die folgende wahre Geschichte lässt mich nicht mehr los: Jemand hatte das Bild aufgenommen, als die Welt für die beiden Brüder noch in Ordnung war: Beide tragen rote Baseballmützen, darauf ein Schweizerkreuz. Emanuel und Victor waren in der Schweiz geboren worden.

Dank einer Freundin, mit Hilfe der Kesb haben sie in einem Heim, in Schule und Krippe ein Stück Heimat gefunden, denn ihre total überforderte Mutter war gegen ihre beiden Söhne brutal gewalttätig gewesen. Ihre Mutter war mit 17 vor einer Zwangsheirat aus Nigeria geflüchtet, auf gefährliche Art mit dem Boot übers Mittelmeer und Italien in die Schweiz. Emanuel ist das Produkt einer Vergewaltigung auf dieser schwierigen Reise.

Und was würde die junge Familie jetzt brauchen? Nein, es kommt ganz anders: Die Polizei holt die Buben in Heim und Krippe unter dem Vorwand, ihre Mutter sei krank. Sie werden zum Flughafen gebracht. Die Mutter wird vor ihren Kindern an Händen und Füssen gefesselt und in ein Sonderflugzeug gebracht.

Zehn Stunden später: Die Buben sind zusammen mit ihrer überforderten, gewalttätigen Mutter in Lagos, Nigeria sich selbst überlassen, in einem Land, das die Buben noch nie in ihrem Leben gesehen haben. In ihr Dorf kann die junge Frau nicht zurück. Ihr droht Vergeltung. Emanuel legt den Arm um seinen kleinen Bruder und fragt: «Wänn gömmer hei?».

Wie konnte es soweit kommen? Zwar hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention ratifiziert, hält sich aber nicht daran. Grund: Das entsprechende Gesetz fehlt noch immer; seit zwei Jahrzehnten! Offenbar ist in der Politik wichtiger, möglichst viele Ausschaffungen machen zu können, als die Kinder zu schützen.

In welchem Land leben wir? In einer direkten Demokratie!

Walter Götti, Profasonweg 1, 9476 Fontnas

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