Wirtschaft will Sommarugas «Lohnpolizei light» ablehnen

BERN. Frauen verdienen in der Schweiz im Durchschnitt rund 19 Prozent weniger als Männer – obwohl die Lohngleichheit gesetzlich vorgeschrieben ist. Nur ein Teil der Differenz ist mit objektiven Faktoren erklärbar.

Tobias Gafafer/Sarah Schmalz
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BERN. Frauen verdienen in der Schweiz im Durchschnitt rund 19 Prozent weniger als Männer – obwohl die Lohngleichheit gesetzlich vorgeschrieben ist. Nur ein Teil der Differenz ist mit objektiven Faktoren erklärbar. Der Bundesrat will dagegen vorgehen: Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten sollen neu verpflichtet werden, regelmässig Lohnanalysen durchzuführen. Dies sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga gestern vor den Medien. Die Lohnanalysen sollen extern kontrolliert und in den Geschäftsberichten publiziert werden. 10 000 Unternehmen sollen betroffen sein.

Bisher setzte der Bundesrat auf freiwillige Massnahmen. Bloss: Der 2009 lancierte «Lohngleichheitsdialog» ist gescheitert, weil zu wenig Firmen mitmachten. Die Linke hat sich gestern zwar mit weitergehenden Forderungen wie Stichproben durch die Behörden nicht durchgesetzt. Mit der externen Kontrolle der Lohnanalysen hat Sommaruga im Bundesrat aber eine Art «Lohnpolizei light» erreicht.

Schon jetzt ist klar, dass Sommarugas Pläne auf Widerstand stossen werden Der Gewerbeverband etwa kritisierte den bürokratischen Eingriff, der bloss Zusatzkosten zur Folge habe. Auch der Arbeitgeberverband ist skeptisch. Kontrolle sei der falsche Weg, um Lohngleichheit zu erreichen, sagt Karin Keller-Sutter. • THEMA 15

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