Wird der Schollberg zur Option?

In 10 bis 15 Jahren dürfte die Deponie Buchserberg voll sein. Langfristig braucht deshalb der Verein für Abfallentsorgung (VfA) einen Ersatz. Eine Option liegt im Innern des Schollbergs. Doch der Weg dahin ist noch weit.

Hanspeter Thurnherr
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Eine Gesetzesänderung beim Bund könnte es möglich machen, dass einst im Schollberg Kehrichtschlacke deponiert werden darf. (Bild: Melanie Steiger)

Eine Gesetzesänderung beim Bund könnte es möglich machen, dass einst im Schollberg Kehrichtschlacke deponiert werden darf. (Bild: Melanie Steiger)

BUCHS/TRÜBBACH. Beim Verein für Abfallentsorgung (VfA) fallen jährlich gegen 45 000 Tonnen Schlacke an. Sie kann aktuell einen grossen Teil der Schlacke – jährlich rund 20 000 Tonnen – in die Deponie Pflumm im Kanton Schaffhausen liefern. «Im Sommer lassen wir dort den Kehricht zu Ballen pressen. Im Winter werden die Ballen zur Verwertung per Bahn zu uns gebracht und auf der Retourfahrt die Schlacke mitgenommen», erklärt René Nigg, Mitglied der VfA-Geschäftsleitung. Rund 7500 Tonnen Schlacke gehen in die Vorarlberger Deponie Böschistobel in Nenzing. Es ist die Schlacke aus jenem Vorarlberger Abfall, der in Buchs verwertet wird.

Buchserberg wird «geschont»

Am Buchserberg – und wenn die Strasse dort hinauf nicht befahrbar ist, in der Ausweich-Deponie Lienz – werden jährlich 15 000 bis 17 000 Tonnen deponiert, was rund einem Drittel der Gesamtmenge entspricht. Am Buchserberg ist noch rund 170 000 Kubikmeter Platz vorhanden, was rund 230 000 Tonnen Schlacke entspricht. «Dadurch reicht der Platz noch für 10 bis 15 Jahre. Müssten wir alles am Buchserberg deponieren, wäre diese Deponie innert fünf Jahren voll», rechnet René Nigg vor.

Bund ändert Verordnung

Deshalb ist bei den Verantwortlichen des VfA schon seit mehr als 15 Jahren ein anderer möglicher Standort ein Thema: das Innere des Schollbergs bei Trübbach. Allerdings muss der Bund zuerst die neuen Vorschriften der Technischen Verordnung für Abfälle verabschieden, welche diese Deponierungsart erst ermöglicht. Sie sollen gemäss heutigem Stand auf den 1. Januar 2016 eingeführt werden.

«Noch ein langer Weg»

Urs Brunner ist sich bewusst, dass es noch ein langer Weg sein wird und noch lange Verhandlungen und Abklärungen bevorstehen, bis allenfalls der Schollberg den Buchserberg als Deponiestandort ersetzen könnte. «Deshalb ist es wichtig, dass wir in der jetzigen zweiten Ausbauetappe am Buchserberg die Deponierung so steuern können, dass sie noch möglichst lange nicht voll wird», sagt Brunner.

Als ersten Schritt will nun der VfA beim Kanton ein Gesuch stellen, um zu erreichen, dass eine mögliche Deponie Schollberg in den kantonalen Richtplan aufgenommen wird. «Durch ein Pilotprojekt im Schollberg in den Jahren 1992 bis 1994 sind immerhin erste Grundlagen vorhanden», erklärt René Nigg.