Winzer sind zuversichtlich

Entlang dem Trübliweg war am Sonntag viel los. Für die Besucher gab es interessante Informationen über den Weinbau und guten Wein zu geniessen.

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Unter der schattenspendenden Pergola geniessen die Gäste am Winzerfest die gute Atmosphäre.

Unter der schattenspendenden Pergola geniessen die Gäste am Winzerfest die gute Atmosphäre.

Am Winzerfest Frümsen/Sax waren Themen wie Wetter, Klima und die Kirschessigfliege in aller Munde. Trotz schwierigen klimatischen Bedingungen im Frühjahr geben sich die Winzer aber erstaunlich gelassen im Wissen, dass die Ernte in der Landwirtschaft jedes Jahr anders ausfallen kann. «Die warmen und schönen Tage ab Mitte Sommer haben vieles wettgemacht», tönt es unisono von Seiten der Winzer.

Markus Hardegger, zuständig für Weinbau am Landwirtschaftlichen Zentrum SG, betont: «Wir haben alles Menschenmögliche gemacht, um Schäden – verursacht durch die Kirschessigfliege – zu verhindern. Wir machen diesbezüglich auch Praxisversuche im Staatswingert und hoffen, dass wir das Problem in den Griff bekommen». Noch seien die Winzer guter Dinge und die Aussichten gut. «Wir können auf eine gute Ernte hoffen – falls das Wetter in den nächsten Tagen noch so bleibt wie heute», sagte er am Sonntag.

Insbesondere für die blauen Trauben wird diese Wochen um jeden Tag «gefeilscht», der mit Sonnenstrahlen die Früchte wärmt und reifen lässt, um die Ernte hinauszuzögern.

Optimaler Standort für weisse Weinsorten

Stefan Hörner, Weingut Gonzen, wurde schon am Sonntagvormittag auf dem Winterberg Sax von Besuchern buchstäblich in Beschlag genommen. Da kam beispielsweise ein Besucher mit Trauben im «Gepäck» und wollte wissen, was das wohl für eine Traubensorte sein soll. Bereitwillig gab er Auskunft. Ein Ehepaar kam, weil die beiden eine Woche zuvor am Genussdinner in St. Gallen teilnahmen. Dort lobte Ambros Wirth vom «Schlössli» den Gonzen-Wein über alles. Das Ehepaar wollte nun vor Ort die Tropfen von Winzer Stefan Hörner kennenlernen.

«Der neue Chardonnay – ausgebaut im Kleinholzfass – ist der Hammer», stellt Stefan Hörner zufrieden fest. Neu setzt er am Winterberg auf weisse Trauben. «Wir beobachten seit den vergangenen zwei Jahren, dass der Winterberg eine gute Weissweinlage und somit für charaktervolle aromatische Weissweine geeignet ist. Deshalb planen wir einen moderaten Umbau der Rebsorten und werden nur noch punktuell Rotwein anbauen. Der Weisswein, der in dieser Lage gedeiht, ist aromatisch top.»

Demeter-Philosophie wird in Sax gelebt

Otto Rohner aus Sax hat sich der Demeter-Philosophie verschrieben. Er bewirtschaftet auf 3,5 Hektaren Reben in Sax, Werdenberg, Sevelen, Azmoos und in der Bündner Herrschaft. Demeter-Richtlinien gehen noch einen Schritt weiter als der Bio-Weinanbau. Auf Pestizide und chemische Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. Vielmehr wird auf die ökologische Vielfalt im Rebberg gesetzt, wie Otto Rohner den Winzerfest-Besuchern, bei einem guten Glas Wein, erläuterte. Er werde die Situation der Kirschessigfliege aufmerksam beobachten.

Ob der grossen «Völkerwanderung» auf dem Trübliweg waren die Winzer hocherfreut. Das zeige, dass ihre Arbeit von der breiten Bevölkerung geschätzt werde. Zudem dient das Winzerfest der Begegnung und Bewegung in der Region. Da gibt es überraschende, erfreuliche Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die man schon längere Zeit nicht mehr getroffen hat. Einige verweilten denn auch schon am ersten Posten des Rundgangs, andere genossen das herrliche Wetter und wanderten von einer Station zur anderen und gönnten sich in der Sonne eine Pause. (bey)

Die Gattin von Regierungsrat Bruno Damann, Theres Damann, liess gerne eine «Gratisfoto» machen.

Die Gattin von Regierungsrat Bruno Damann, Theres Damann, liess gerne eine «Gratisfoto» machen.

Bei sommerlichen Temperaturen kamen viele Familien mit Kindern zum Winzerfest, das buchstäblich einem Familienfest glich. (Bilder: Heidy Beyeler)

Bei sommerlichen Temperaturen kamen viele Familien mit Kindern zum Winzerfest, das buchstäblich einem Familienfest glich. (Bilder: Heidy Beyeler)