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WILDHAUS/GAMS: Für seine Mitmenschen da sein

Der ökumenische Alpgottesdienst auf der Alp Tesel hat viele Besucher angelockt. Der Fussmarsch zur Alp, den die Gamser Ortsgemeinde auf Toggenburger Gebiet bewirtschaftet, hat sich gelohnt.
Beatrice Bollhalder
Gemütlichkeit und Sonnenschein auf der Gamser Alp Tesel auf Wildhauser Boden. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Gemütlichkeit und Sonnenschein auf der Gamser Alp Tesel auf Wildhauser Boden. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Am Sonntagmorgen zog es ganz viele Gamser ins Toggenburg. Hinter der Alp Gamplüt in Richtung Gulmen besitzt deren Ortsgemeinde nämlich drei Alpen. Zum einen die Alp Fros, auf der 36 Rinder sömmern, und zum Zweiten die Alp Grub, auf der sich rund fünf Dutzend Rinder und 90 Geissen tummeln. Die bedeutendste ist aber die Alp Tesel, auf der 55 Milchkühe ihre «Sommerferien» verbringen. «Die Ortsgemeinde bewirtschaftet die Alp Tesel selber, das heisst wir sorgen dafür, dass genügend Tiere aufgeführt werden. Und wir suchen auch das Alppersonal aus und stellen es an. Wir sind stolz auf unsere Alp, denn sie ist noch die einzige auf Toggenburger Gebiet, auf der noch gekäst wird», erklärt Karl Lenherr, der Präsident der Ortsgemeinde Gams.

Beglückender Gottesdienst unter freiem Himmel

Am Sonntag stand aber zuerst der traditionelle Alpgottesdienst im Mittelpunkt. Bereits beim Näherkommen zur Alp Tesel wurden die Besucher von den Glocken der weidenden Kühe sanft auf die folgende Stunde eingestimmt. Auf der Anhöhe gegenüber jener Talseite, auf der es viele Wanderer Richtung Zwinglipass zieht, steht ein Kreuz mit einem kleinen Altar. Bei diesem versammelten sich die Gottesdienstbesucher. Ein paar aufgestellte Bänke und vorhandene Steine dienten als Sitzgelegenheit. Nachdem mit Senntumsschellen eingeläutet worden war, begrüsste auch die Bürgermusik Gams die Gottesdienstbesucher mit einem rassigen Musikstück. Anschliessend fanden Sozialdiakonin Ute Grommes und Diakon Patrick Schläpfer die passenden Worte zu dieser Feier unter freiem Himmel. Schläpfer betonte, dass in der Heiligen Schrift Berge eine grosse Bedeutung hätten, und wählte die Geschichte aus, in der Prophet Elia zum Berg Horeb kam. Elia hatte darin eigentlich nur noch den Wunsch sterben zu dürfen, aber Gott liess dies nicht zu. In der sonntäglichen Predigt wurden die Zuhörer denn auch aufgefordert, für ihre Mitmenschen da zu sein. Sowie ihnen wieder auf die Beine zu helfen, auch wenn diese einen ähnlichen Wunsch hätten und nicht mehr weiterwüssten. Ein jeder von uns habe wohl schon einmal keinen Ausweg mehr gesehen, da sei es wichtig, füreinander da zu sein.

Ute Grommes durfte während des Gottesdienstes einen kleinen Erdenbürger in die Gemeinschaft der Kirche aufnehmen. Diese Taufzeremonie unter freiem Himmel wird sicher nicht nur den Eltern und Paten lange in Erinnerung bleiben. Nebst der Bürgermusik, die die Lieder mit ihren Instrumenten begleitete, erklangen zum Abschluss zwei Alphörner. Xaver Hegelbach und Diakon Patrick Schläpfer bespielten diese als «Echo vom Wildberg». Und zu einem richtigen Alpgottesdienst gehört auch der Alpsegen. Alle Anwesenden wurden anschliessend gut verpflegt und von der Bürgermusik weiter unterhalten. Die Ortsgemeinde und die beiden Kirchgemeinden von Gams offerierten einen feinen Zmittag.

Beatrice Bollhalder

redaktion@wundo.ch

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