Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WILDHAUS/AMDEN: Bergrettung unter neuer Leitung

Ab 2018 hat die Rettungsstation der Alpinen Rettung Schweiz einen neuen Chef: Beat Oehler übernimmt das Amt von Peter Diener, der während 19 Jahren viel Freiwilligenarbeit in der Bergrettung geleistet hat.
Sabine Schmid
Beat Oehler (links) folgt auf Peter Diener, zuerst als Rettungsspezialist Helikopter, nun auch als Rettungschef der Alpinen Rettung Wildhaus-Amden. (Bild: Sabine Schmid)

Beat Oehler (links) folgt auf Peter Diener, zuerst als Rettungsspezialist Helikopter, nun auch als Rettungschef der Alpinen Rettung Wildhaus-Amden. (Bild: Sabine Schmid)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Jeder ist froh, dass es sie gibt. Auch, wenn er sie nicht braucht: Die Alpine Rettung Schweiz. Zwischen 15 und 20 Einsätze leisten die Mitglieder der Rettungskolonne Wildhaus-Amden pro Jahr. Rund zwei Drittel davon werden von den beiden «Rettungsspezialisten Helikopter» bewältigt. «Im vergangenen Sommer wurden wir zu drei Suchaktionen aufgeboten», zieht Peter Diener Bilanz. Der Wildhauser stand während 19 Jahren als Chef der Rettungsstation Wildhaus-Amden vor. Ende Jahr ist Schluss, er übergibt das Amt an Beat Oehler. Er habe bereits in diesem Jahr seinen Aufwand reduziert, sagt Peter Diener. Beat Oehler, der die Ausbildung zum Rettungsspezialist Helikopter (RSH) absolviert hat, leistete bereits 2017 diese Einsätze.

«In jeder Rettungsstation braucht es RSH und bei uns ist es so, dass diese gleichzeitig der Chef und sein Stellvertreter sind», erklärt Peter Diener. Auch wenn er nun kürzertritt, ist das Thema Alpine Rettung für ihn nicht erledigt. «Ich werde als Mitglied der Rettungskolonne weitermachen und Beat Oehler wenn nötig unterstützen», sagt er. Sein Nachfolger freut sich über diese Worte. «Es ist gut, wenn ich noch von den Erfahrungen profitieren kann, die Peter in seinen 19 Jahren als Rettungschef gemacht hat», sagt Oehler.

Er habe nicht um das Amt gekämpft, beschreibt Beat Oehler seine Motivation. Aber nach rund 15 Jahren Mitgliedschaft in der Rettungskolonne habe ihn die Arbeit der RSH interessiert. Mit seinem Entscheid, diese Ausbildung zu machen, sei auch der Entscheid gefallen, der Rettungsstation Wildhaus-Amden vorzustehen. «Ich bin mir bewusst, was diese Mehrarbeit mit sich bringt. Aber ich werde von meiner Familie und vom Arbeitgeber unterstützt», sagt Beat Oehler.

Innerhalb von Minuten im Einsatz

Gerade Letzteres sei Voraussetzung, um RSH zu sein, pflichtet ihm Diener bei. «Wenn er zum Einsatz gerufen wird, muss es schnell gehen». Das heisst, nur wenige – sprich vier bis zehn – Minuten später wird der RSH von einem Helikopter der Rega abgeholt, wo immer er auch ist.

«Viel Zeit für Vorbereitung bleibt da nicht. Ich war froh, dass meine Frau Regi mir jeweils mein Material und etwas Proviant gerichtet hat», erzählt Peter Diener. Oftmals wusste er weder was ihn genau erwartet noch wie lange der Einsatz dauert. «Die Aufgabe der RSH ist in erster Linie, für die Sicherheit bei der Rettung in den Bergen zu sorgen», erklärt Diener. Daher sei es unabdingbar, die Gegend bestens zu kennen. Aber: Ein RSH kommt nur zum Einsatz, wenn das Wetter gut ist. Wenn der Helikopter nicht abheben kann, ist die Rettungskolonne gefragt. «Wir bieten dann die erforderlichen Mitglieder auf und machen uns zu Fuss an die Arbeit, sei es an eine Rettung oder an eine Personensuche», sagt Oehler. Diese seien aufwendiger und müssen meistens unverzüglich eingeleitet werden. Daher müssen Mitglieder der Rettungskolonne nicht nur gute, erfahrene Berggänger und schnell verfügbar sein, sondern auch wetterfest und robust. Dazu kennen sie sich in Erster Hilfe aus, verfügen über Seiltechnik und müssen ihr Einsatzgebiet kennen.

Um für die Einsätze gerüstet zu sein, absolvieren die Mitglieder der Rettungskolonne regelmässig Übungen. «Gerade für uns Wildhauser, die nahe bei den Bergen sind, ist das Gelände in den unteren Regionen unseres Einsatzgebietes mit den bewaldeten Hügeln weniger bekannt», sagt Beat Oehler. Da Personensuchen oftmals lange dauern und dabei Bergretter aus unterschiedlichen Rettungskolonnen beteiligt sind, wird auch grossen Wert auf die Kameradschaft gelegt. Bei gemeinsamen regionalen Übungen wird der Austausch gepflegt. «Es liegt am Rettungschef, das Übungsprogramm festzulegen», erklärt Peter Diener. Dabei kommen einige Arbeitsstunden zusammen. Er hat für sich einen Aufwand von gegen 250 Stunden im Jahr gerechnet. Das meiste davon freiwillig und ohne Entschädigung.

Niemanden verurteilen

Bekommt er wenigstens einen Dank von den Personen, die er gerettet hat? «Das ist unterschiedlich», sagt Peter Diener. Im Moment der Rettung falle von vielen eine grosse Angst ab. Oftmals würden sie sich auch schämen, dass sie überhaupt die Hilfe der Bergrettung in Anspruch genommen haben. Aber: «Gerade bei einer Rettung darf man niemanden verurteilen. Dazu hat man auch gar nicht die Zeit», sagt Peter Diener. Beat Oehler nickt. Auch er hat bereits schwierige Einsätze miterlebt. «Die schönen Erlebnisse helfen, diese zu verarbeiten», sagt Peter Diener.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.