WILDHAUS: Schnee hat Bau verzögert

Der späte Wintereinbruch hatte zur Folge, dass die Arbeiten für den Umbau der Zwinglipasshütte stockten. Trotzdem sollte der Zeitplan eingehalten werden können.

Sabine Schmid
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Die SAC-Hütte auf dem Zwinglipass oberhalb von Wildhaus wird in diesem Sommer umgebaut und erweitert. (Bild: Visualisierung/PD)

Die SAC-Hütte auf dem Zwinglipass oberhalb von Wildhaus wird in diesem Sommer umgebaut und erweitert. (Bild: Visualisierung/PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Was am 1. Mai geplant war, kann nun am kommenden Montag erfolgen: Ein Schreitbagger macht sich von der Alp Tesel auf den Weg über den Chraialpfirst zur Zwinglipasshütte. Zwei Tage lang dauert es, bis das Arbeitsgerät auf der Baustelle angekommen ist. Für den Baggerführer ist dies eine grosse Herausforderung – ähnlich jener vor Jahren, als ein gleicher Bagger für den Umbau des alten Säntisrestaurants auf den Säntis kraxeln musste.

Hans Egli, vom SAC Toggenburg für den Hüttenbau verantwortlich, ist froh, dass die Arbeiten nun beginnen können, auch wenn dort oben noch viel Schnee liege. «Wir wussten, dass unsere Baustelle auf rund 2000 Metern liegt und dass wir mit solchen Verhältnissen rechnen müssen», sagt er. Auch wenn der Baustart verzögert erfolgt ist, ist Hans Egli zuversichtlich, dass der Umbau Ende Oktober abgeschlossen sein wird. Wenn nötig, könne der Innenausbau auch noch später fertig gemacht werden, sagt er.

«Normalbetrieb» während der Sommersaison

Eine Herausforderung für die Mitglieder des SAC Toggenburg, die die Zwinglipasshütte in Fronarbeit betreiben, ist der Betrieb, der parallel zum Umbau läuft. Bis Ende Juli ist eine Beherbergung von Gästen reduziert möglich. Hans Egli empfiehlt, sich diesbezüglich vorgängig auf der Homepage des SAC Toggenburg zu ­informieren. Tagesgäste werden während des ganzen Sommers durchgehend bewirtet. Diese Aufgabe übernehmen Clubmitglieder auf freiwilliger Basis. Trotz der Bauarbeiten, welche den Einsatz eines Helikopters bedingen, wird das Material für den Hüttenbetrieb zur Hütte getragen. «Selbstverständlich verzichten wir nicht auf die Hötteträgete am letzten Juni-Wochenende», sagt Hans Egli.

Eine Herausforderung für die Hüttenwart-Teams wird sein, die Bauarbeiter zu bewirten. Während der ganzen Bauphase werden zwischen fünf und zehn Bauarbeiter, vorwiegend von einheimischen Bauunternehmungen, in der Hütte schlafen und essen. Fünf Mahlzeiten werden für sie zubereitet, die dafür notwendigen Lebensmittel -vor allem die Frischprodukte – müssen laufend auf die Hütte gebracht werden. Unterstützt wer­den die Bauarbeiter durch SAC-Mitglieder, welche sich für einen Frondienst-Einsatz gemeldet haben.

Sorgfältige Planung in empfindlicher Landschaft

Dem bevorstehenden Baustart ist eine lange und intensive Planungsphase vorausgegangen. Die Bauherrschaft sowie der Architekt Peter Büchel aus Weinfelden mussten sehr sorgfältig planen, da das Gebiet auf dem Zwinglipass zum Bundesinventar für schützenswerte Landschaften gehört. Zudem haben sie die Umweltverbände und die zuständigen Behörden frühzeitig in die Planung einbezogen, so dass die Baubewilligungsphase reibungslos über die Bühne ging.

Mit dem Um- und Anbau der Zwinglipasshütte wird einem langjährigen Wunsch der ehrenamtlichen Hüttenwarte nach ­separaten Schlafräumen ent­sprochen. Ebenfalls wird die Gaststube um 12 zusätzliche Plätze erweitert. Der gesamte Eingangsbereich wird erneuert und in den Anbau integriert. Die Toiletten und Waschräume werden neu gestaltet und kommen in die Hütte zu liegen. Die Wasserkapazität wird verdreifacht, somit sollte auch in Trockenperioden genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen. Das Abwasser wird mittels Trennsystem und Trocknung den umweltrelevanten Vorgaben angepasst. Wichtig war dem SAC Toggenburg, dass der Winterraum, der ganzjährig öffentlich zugänglich ist, erhalten bleibt. Erfreulich sei, dass die Substanz und der Charme der bestehenden Hütte weitgehend erhalten bleiben, sagt Hans Egli.

Finanziert wird das Projekt in erster Linie mit Eigenkapital. Es seien bereits viele grössere und kleinere Spenden von Mitgliedern, Gönnern und Stiftungen eingegangen, sagt Hans Egli. Jeder weitere Zustupf sei aber sehr willkommen und vereinfache das zukünftige Betreiben der Hütte.

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