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WILDHAUS: Mit Musik Gefühle ausdrücken

Beim Musizieren kann Christian Schlegel den Alltag vergessen. Geht es um die familieneigene Formation, findet aktuell eine Veränderung des Musikstils statt.
Christian Schlegel, Dirigent der Bürgermusik Wildhaus. (Bild: Mareycke Frehner)

Christian Schlegel, Dirigent der Bürgermusik Wildhaus. (Bild: Mareycke Frehner)

Adi Lippuner

Für Christian Schlegel hat «seine» Bürgermusik Wildhaus einen hohen Stellenwert. Der Einsatz des ganzen Korps, wenn’s drauf ankommt, die Fortschritte, welche während der vergangenen Jahre erzielt wurden, die Spielfreude und die erfolgreiche Beteiligung am eidgenössischen Musikfest in Montreux bringen den Dirigenten zum Strahlen. «Der Zusammenhalt zwischen den Generationen und den verschiedenen Registern stimmt, wir machen gemeinsam Musik und nehmen uns auch Zeit zur Pflege der Kameradschaft.»

Gefordert ist der Dirigent nicht nur als musikalischer Leiter, er arrangiert auch Stücke für die Bürgermusik oder schreibt seinen Musikantinnen und Musikanten einen passenden Marsch. «Nur gemeinsam können wir Ziele ­erreichen», so seine bescheidene ­Aussage. Und doch, zusammen mit der Vereinsleitung und dem Musikkorps werden immer wieder neue Ziele definiert und dann auch verwirklicht, wie die erfolgreiche Teilnahme am «Eidgenössischen» im Jahr 2016 beweist.

Eigene Jugendförderung

Um den musikalischen Nachwuchs für die Blasmusik zu sichern, betreiben die Verantwortlichen der Bürgermusik seit einigen Jahren ein eigenes Förderprojekt. «Es geht darum, bei den Kindern und Jugendlichen die Freude an der Blasmusik zu wecken und sie, entsprechend ihres Könnens, auch für Auftritte einzubinden», so der Dirigent. Dass sein zeitlicher Einsatz dabei enorm hoch ist, wird nur in einem Nebensatz erwähnt.

«Doch die Freude der Kinder und ihrer Eltern entschädigt für viele Stunden, die ich mit dem Arrangieren und Anpassen von Stücken für die Jungen verwende. Und wenn dann später einige zur ‹Grossen Musik› wechseln, hat sich der Einsatz gelohnt», ist Christian Schlegel überzeugt. Auf die Frage, welches nächste Ziel für die Bürgermusik anvisiert wird, ist zu hören: «Wir feiern an zwei Wochenenden im März unser 125-jähriges Bestehen, und dafür sind wir intensiv am Proben.»

Start mit der Blockflöte

Der in Sevelen aufgewachsene Christian Schlegel kam ganz klassisch mit Musik in Berührung. «Ich lernte Blockflöte, war aber vom Elternhaus her schon musikalisch beeinflusst, denn meine Eltern sind beide sehr musikalisch, spielen aber selber kein Instrument.» Weil damals, der Seveler hat Jahrgang 1961, in der Musikschule noch kein Handorgelunterricht angeboten wurde, sollte er eigentlich, nach der Vorstellung des Musikschulleiters, Geige lernen. «Das kam für mich nicht in Frage, und deshalb entschied ich mich für die Klarinette.»

Eine gute Wahl, wie sich mit Blick auf die musikalische Karriere zeigt. Schon bald nach dem Start in der Musikschule dufte der Schüler im Seveler Musikkorps mitspielen, musste allerdings bei den Proben in der Pause heim, weil am nächsten Tag Schule war. Mit dem Bestehen der Militärtrompeter-Prüfung wurde ein wichtiger Karriereschritt gemacht. Dann ging’s weiter als Aushilfe bei den Sarganserländer Musikanten, und mit dem beruflichen Wechsel nach Egg ZH folgen Auftritte bei verschiedensten Formationen in und um Zürich, so auch bei damals bekannten Namen wie Hans Möckel oder Jakob Farner.
In seine Zeit im Zürcher Oberland fällt auch die Weiterbildung auf der Klarinette und zum Dirigenten, «denn ich wollte musikalisch weiterkommen».

Ausgleich zum Beruf

Christian Schlegel hat Bankkaufmann gelernt und arbeitet seit der Ausbildung bei der St. Galler Kantonalbank in Buchs immer in dieser Branche. Er war bei der Zürcher Kantonalbank, konnte dann später die Leitung der Filiale der St. Galler Kantonalbank in Wildhaus übernehmen und ist inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten bei der LGT in Bendern als Teamleiter der Personalkreditabteilung tätig. «Eigentlich plante ich seinerzeit, vier bis fünf Jahre im Toggenburg zu bleiben», blickt Christian Schlegel mit einem Lächeln zurück.

Doch nach der Heirat mit Andrea, die ebenfalls sehr musikbegeistert ist, selber singt und Instrumente spielt, kamen die Kinder zur Welt, und die Familie fühlte sich im obersten Toggenburg wohl, hatte ihre Kolleginnen und Kollegen, und deshalb sei ein Wegzug kein Thema mehr gewesen. «Die ersten Jahre waren wir als Mieter im Bankgebäude an der Hauptstrasse, später konnten wir dann unser Haus in der Nähe des Campingplatzes bauen», ist zum Thema Wohnen in Wildhaus zu erfahren. Inzwischen leben von den vier Kindern noch die beiden Töchter daheim, ein Sohn ist im Kanton Thurgau und der zweite in Unterwasser. Dieser hat auch dafür gesorgt, dass Andrea und Christian Schlegel bereits dreifache Grosseltern sind und sich an den ersten musikalischen Gehversuchen ihrer Enkel freuen dürfen.

Regelmässige Familientreffen

Obwohl nicht mehr alle sechs «Schlegels» im gleichen Haus wohnen, hat die Familienmusik nach wie vor einen hohen Stellenwert. «Wir haben eine breite Palette von Instrumenten, und beim Singen sind vierstimmige Lieder ein Highlight, das uns sehr viel Freude bereitet», freut sich Christian Schlegel über seine musikalische Familie. Allerdings sei es aktuell nicht immer einfach, die Probentermine zu managen, aber regelmässige Treffen gebe es, insbesondere vor Auftritten, trotzdem.

Mit dem Erwachsenwerden des Nachwuchses stehe auch ein Umbruch beim Repertoire der Familienmusik an. «Wir müssen uns musikalisch neu finden, haben aber auch Freude an der Veränderung», so Christian Schlegel. Mit den anstehenden Veränderungen wird auch das «Familienoberhaupt» zusätzlich gefordert, denn Noten schreiben und Stücke arrangieren sind zeitintensive Beschäftigungen, die von den Familienmusikanten ab und zu Geduld ­erfordern.

Bild: Mareycke Frehner

Bild: Mareycke Frehner

Bild: Mareycke Frehner

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