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WILDHAUS: Markus Ritter: «Verlieren verboten»

Kämpferische Aussagen gab es am Freitag von Bauernverbands-Präsident Markus Ritter zu hören. An der Versammlung der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion skizzierte der die Agrarpolitik der Zukunft.
Adi Lippuner
Wendelin Jud, Präsident der St. Galler Kälbermäster (Mitte), flankiert von den neuen Vorstandsmitgliedern Thomas Bohl, Stein (links), und René Guggisberg, Flumserberg. (Bild: Adi Lippuner)

Wendelin Jud, Präsident der St. Galler Kälbermäster (Mitte), flankiert von den neuen Vorstandsmitgliedern Thomas Bohl, Stein (links), und René Guggisberg, Flumserberg. (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@wundo.ch

Präsident Wendelin Jud, Necker, konnte in seinem Rückblick vom besten Mastkälberjahr seit einem Jahrzehnt berichten. Grosse Sorge bereitet der Branche aber der steigende Preis für Tränker (frisch geborene Kälber, die gemästet werden). «Die gute Nachfrage am Bankviehmarkt lässt diese Preise in die Höhe schnellen und deshalb können vor allem Fleischrassen-Kreuzungen, ob weiblich oder männlich, bald nicht mehr kostendeckend gemästet werden.» Mit dieser Aussage brachte Wendelin Jud das Hauptproblem der Kälbermäster auf den Punkt. Zu hohe Einstandspreise und der Kampf um jeden Rappen beim Schlachtpreis lassen längerfristig keine wirtschaftliche Existenz zu. Wenn dann noch der Bundesrat mit dem Wegfall des Grenzschutzes droht, gehen die Wochen hoch.

Rechnungsjahr schliesst mit einem kleinen Verlust

Im St. Galler Verband standen Neuwahlen an. Für Sepp Brülisauer, Lienz und Erwin Willi, Mels, wurden Thomas Bohl, Stein und René Guggisberger, Flumserberg, neu in den Vorstand gewählt. Präsident Wendelin Jud, Necker, Aktuar Martin Zimmermann, Weesen und Kassier Daniel Britt, Schwendi-Weisstannen, bleiben für weitere vier Jahre im Amt. Das Rechnungsjahr schloss mit einem Ausgabenüberschuss von rund 2 200 Franken, dies bei Einnahmen von 15 210 Franken und Ausgaben von 17 441 Franken. Das Verbandsvermögen beträgt gut 12 000 Franken. Der Mitgliederbeitrag wird auf 70 Franken belassen, wobei davon der grösste Teil an den Schweizer Verband weitergeleitet wird.

Als Gast bei der Jahresversammlung der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion des Kantons St. Gallen, dies die offizielle Bezeichnung der Kälbermäster, referierte Markus Ritter am Freitagabend über «Agrarpolitik, wohin geht die Reise?». Ganz bestimmt nicht in die Richtung, welche der Bundesrat anstrebt, so das kurze Fazit seiner Aussagen. «Diesen Kampf zu verlieren ist absolut verboten, denn sonst hätten wir in der Schweiz nur noch extensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und Nebenerwerbsbetriebe. Bauernfamilien sind ein Teil der Schweizer Wirtschaft und auch wir müssen unsere Rechnungen bezahlen können und wollen einen anständigen Lohn für die Arbeit.» Mit dieser Aussage zielte der «oberste Schweizer Bauer» auf die Strategie des Bundesrates, den Grenzschutz schrittweise aufzuheben, ab. Namentlich Bundesrat Johann Schneider-Ammann und «seine Entourage», wie Markus Ritter die Mitarbeitenden im Bundesamt für Wirtschaft, Bildung und Forschung bezeichnete und ihr Strategiepapier, gelte es «zu bodigen». «Grenzschutz ist für die Landwirtschaft wichtig, denn nur so kann in der Schweiz Nahrung zu kostendeckenden Preisen produziert werden. Zudem brauchen wir eine saubere Swissness-Regelung,» ist Markus Ritter überzeugt.

Das Schreckgespenst «Trinkwasser-Initiative»

Weil in Bern auch noch die eingereichte «Trinkwasser-Initiative» als weiteres Schreckgespenst droht, plädiert der Präsident des Schweizer Bauernverbands dafür, die nächste Etappe der Agrarpolitik um zwei Jahre zu verschieden. «Es gilt, einen Gegenvorschlag des Bundesrats zu dieser Initiative zu verhindern und das Anliegen so, wie es auf dem Tisch liegt, abzulehnen.» Deshalb sei eine Verschiebung der Agrarpolitik-Debatte anzustreben, «damit die beiden Anliegen nicht vermischt werden».

«Die Trinkwasser-Initiative hat wenig mit Wasser aber viel mit der Landwirtschaftspolitik zu tun. Nur ein Beispiel: Wer betriebsfremde Futtermittel einsetzt, würde, bei Annahme dieser Initiative, keinen ökologischen Leistungsausweis und damit auch keine Direktzahlungen mehr erhalten.»

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