WILDHAUS: Grünes Licht fürs «Schuldörfli»

Mit einem Ja-Anteil von über 80 Prozent sprachen sich die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann für den Bau des neuen Primarschulhauses aus. Es soll aufs Schuljahr 2019/2020 bezogen werden.

Sabine Schmid
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Nach der Abstimmung ist klar: Der Ersatzbau für den Pavillon in Wildhaus kann realisiert werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Nach der Abstimmung ist klar: Der Ersatzbau für den Pavillon in Wildhaus kann realisiert werden. (Bild: Visualisierung: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid

@toggenburgmedien.ch

Die Abstimmung über den Baukredit für das neue Primarschulhaus zog nicht viele Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann an die Urne. 31,1 Prozent betrug die Stimmbeteiligung – rekordverdächtig tief, wie Gemeindepräsident Rolf Züllig kommentierte. Der Ausgang der Abstimmung war indes klar: 465 Ja zu 111 Nein. Das neue Primarschulhaus in Wildhaus kann gebaut werden.

Rolf Züllig freute sich über diese deutliche Zustimmung. Er wertete sie als Statement der Bevölkerung für die Schule Wildhaus, aber auch für die Bildung im Allgemeinen. «Für einige Stimmbürger war vielleicht sogar klar, dass es das neue Schulhaus brauche. Darum haben sie erst gar nicht abgestimmt», mutmasst der Gemeindepräsident. Sehr erfreut über das eindeutige Ergebnis war auch Schulratspräsidentin Rita Elmer. «Ich bin erleichtert, denn wir brauchen den Schulraum und können nun unseren Schulkindern eine neue und zeitgemässe Infrastruktur bieten, die den neuen Schulformen und den Schülerzahlen gerecht wird», sagte sie und verband ihre Worte mit einem Dank an die Stimmbürger.

Neues Schulhaus ist eine Notwendigkeit

Stimmen gegen das Bauprojekt, welches mit 5,8 Millionen veranschlagt ist, wurden im Vorfeld der Abstimmung nicht laut. Der Gemeinderat und die Schulbehörden argumentierten mit der Notwendigkeit des Neubaus, weil die Platzverhältnisse zu knapp und die Klassenzimmer rund 25 Prozent unter der Normgrösse sind. Zudem sei die technische Ausstattung minimal und werde den heutigen Bedürfnissen einer Primarschule nicht mehr gerecht. Der benötigte Raumbedarf wäre auch mit einer Sanierung der bestehenden Gebäude – darunter ein Pavillon, der in den 1990er Jahre als Provisorium gebaut wurde – nicht erreicht worden.

Mit dem Ja des Stimmvolks wird nun das Projekt mit dem Namen «Schuldörfli» vom Thuner Architekten Johannes Saurer realisiert. Dieses wurde in einem Architekturwettbewerb als Sieger gekürt. Der Jury hat besonders gefallen, wie sich das Gebäude, das als Ersatz des Pavillons gebaut wird, in die Umgebung einfügt. Er habe sich für den Holzbau von der regionalen Baukultur inspirieren lassen, erläutert der Architekt Johannes Saurer. In seinem Projekt scheine die Geborgenheit der Wohnstuben durch. Daher gleiche die innere Struktur einem Wohnhaus. Jede Klasse bekommt einen Stock mit einem Schulzimmer, zwei kleineren Räumen und einem vielfältig nutzbaren Vorraum.

«Wir gehen jetzt mit Vollgas im Projekt weiter», sagt Rolf Züllig zum weiteren Verlauf. Dass das Schulhaus im Sommer 2019 bezogen werden soll, bezeichnet er als «Herausforderung». Doch diese Arbeit leiste man gerne für eine gute Schule.