Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WILDHAUS-ALT ST.JOHANN: Jufa-Hotel als "Impuls für die ganze Region"

Die Finanzierung des 7-Millionen-Beitrags der Gemeinde für öffentlich nutzbare Bereiche, Arbeitsplätze, Bauaufträge und die Belebung des Tourismus prägten die erste Infoveranstaltung zum Erlebnishotel. Es gab zahlreiche kritische Fragen, aber auch viel Unterstützung.
Thomas Schwizer
Im öffentlichen Teil der Jufa-Hotels wird ein Wellness- und Wassererlebnisbereich mit Spielbereich für die ganze Familie angeboten. Hier der Kinder-Wasser-Spielbereich im Jufa Hotel Annaberg. (Bild: PD)

Im öffentlichen Teil der Jufa-Hotels wird ein Wellness- und Wassererlebnisbereich mit Spielbereich für die ganze Familie angeboten. Hier der Kinder-Wasser-Spielbereich im Jufa Hotel Annaberg. (Bild: PD)

Angesichts der 7 Millionen Franken, welche Wildhaus ans geplante Erlebnishotel beisteuern will, war das Interesse am Informationsabend vom Mittwoch gross. Er brachte aufschlussreiche Informationen und Antworten auf viele brennende Fragen.

Im Masterplan der Gemeinde seien die Handlungsfelder Beherbung, Bergbahnen, Angebotsentwicklung und Regionalentwicklung zentral, zeigte Gemeindepräsident Rolf Züllig auf. Schlüsselziel sei die Realisierung von drei Top-Hotels.

"Das wichtigste ist der Impuls für das obere Toggenburg"

Damit das Toggenburg wirtschaftlich überlebensfähig bleibe, «brauchen wir Impulse und Leuchtturmprojekte mit Ausstrahlung», betonte Züllig. Das Jufa-Hotel mit seiner öffentlich nutzbaren Infrastruktur erfülle dies. Vertrauen in die zwei reputierten, erfahrenen und seriösen Partner ITW (Investorin) und

Jufa-Gruppe (Betreiberin) mit 56 Hotels sowie Schwerpunkt auf Familien und Gruppen sei angebracht. Solche Innovation und Qualität sei für die Region enorm wichtig, verwies Züllig auch auf das Gipfelrestaurant Chäserrugg als weiteres positives Beispiel mit Leuchtkraft.

Der Gemeindebeitrag beträgt 7 Millionen Franken, davon 2,5 Millionen vom Bund als zinsloses Darlehen aus dem Fördertopf Neue Regionalpolitik (NRP). Der Kanton unterstützt das Projekt als Wirtschaftsförderung durch Zinskostenbeiträge. Betrieb, Unterhalt und Ersatz der Anlagen sind alleinige Sache der Investoren. Der Gemeinderat ist gemäss Züllig überzeugt: «Jährlich 300000 Franken für Zinsen und Amortisation (siehe Kasten) sind nicht zu viel für den Impuls, der etwas auslöst in unserer Wirtschaft, Tourismus und Kultur.»

Der einmalige Gemeindebeitrag an das 21-Millionen-Projekt sichert ein Mitbenützungsrecht für die öffentlichen Bereiche wie Indoorspielanlage, Wassererlebniswelt, Bowlingbahn, Wellnessbereich und Mehrzweckhalle für Sport und andere Anlässe. Einheimische, die über 1000 Zweitwohnungsbesitzer und Gäste aus anderen Hotels könnten diese als wichtiges Freizeitangebot bei schlechtem Wetter nutzen, betonte Züllig.

«Unsere Investition kommt vielfach zurück»

Martin Meyer von der ITW-Gruppe versicherte, beim Bau werde auch das einheimische Gewerbe berücksichtigt. Auch im Detailhandel, als Energielieferant (Anschluss an den Wärmeverbund), durch Steuern, Gebühren und die Kurtaxen profitiere die Gemeinde und das Gewerbe, sagte Züllig. Von 3,5 Millionen Umsatz generierten allein der Warenumsatz und die Löhne für die 70 Mitarbeitenden (entspricht 30 Vollzeitstellen) rund zwei Drittel Wertschöpfung. «Die Investition der Gemeinde kommt also auf anderen Wegen vielfach zurück.»

Werde das Grundstück in der Sandgrube nicht als Kurzone überbaut, werde es ausgezont, denn die Gemeinde verfüge über deutlich mehr Bauland in der Wohnzone als erlaubt, so Züllig.

In der ausgiebigen Diskussion wurden viele kritische Fragen offen beantwortet. Es gab aber auch Appelle, diese «Riesenchance» zu nutzen. Es sei toll, dass der Gemeinderat jetzt etwas mache. Von der Marketingkraft der Jufa-Hotelgruppe könne Wildhaus und auch die anderen Hotels vor Ort nur profitieren, sagte ein Hotelier. Je mehr Fragen beantwortet wurde, desto positiver wurde die Stimmung im Publikum.

Zweite öffentliche Informationsveranstaltung: Freitag, 6. April, 20.00 Uhr, Mehrzweckgebäude Chuchitobel, Wildhaus

Rolf Züllig: «Wir können uns das finanziell leisten»

Gemeindepräsident Rolf Züllig zeigte auf, dass Wildhaus-Alt St. Johann seit dem Jahr 2010 im Durchschnitt in der Jahresrechnung jeweils ein Plus von 700'000 Franken erreicht hat. Trotz der Reduktion des Steuerfusses um 10 Prozent könne sich die Gemeinde die Zins- und Amortisationskosten von jeweils rund 300'000 Franken in den nächsten 20 Jahren und rund 160'000 Franken ab dem Jahr 20 bis 30 nach dem Bau leisten. Zudem verfüge die Gemeinde über ein Eigenkapitalpolster, und das Jufa-Hotel bringe ihr auch Steuereinnahmen und stärke Gewerbe und Detailhandel vor Ort.

Martin Meyer, Verwaltungsrat und CEO der ITW-Gruppe, verwies darauf, dass an das vor zwei Jahren eröffnete Jufa-Hotel in Malbun die Standortgemeinde Triesenberg und das Land Liechtenstein mehrere Millionen leisteten – durch den Beitrag der dortigen Bergbahnen, deren Träger die öffentliche Hand sei. Die Bergbahnen hätten durch Mehrumsatz profitiert. Das werde sicher auch im Obertoggenburg der Fall sein. Das Jufa-Hotel Malbun sei heute gut ausgelastet und habe dem Land Liechtenstein 20 Prozent mehr Logiernächte gebracht. Zulieferer, Gewerbetreibende sowie die Gemeinde und das Land, durch Steuereinnahmen, würden profitieren. «Es gab auch bei uns kritische Stimmen von Hoteliers, heute sind aber alle happy», stellte Meyer fest.

In der Fragerunde wurde erwähnt, dass auch die Realisierung der Reka-Dörfer in Urnäsch und Kreuzlingen von der jeweiligen Gemeinde unterstützt würden, weil sie den Tourismus, den Detailhandel sowie das Gewerbe beleben würden sowie Arbeitsplätze und Steuern brächten. (ts)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.