WILDHAUS-ALT ST. JOHANN: Eine Win-win-Situation

Während zweier Tage hat das Lufttransportgeschwader Holz aus unwegsamem Gelände geflogen. Eine Vorsorgemassnahme gegen Hochwassergefahren.

Adi Lippuner
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Der Super-Puma der Schweizer Armee setzt eine Ladung Holz auf dem Parkplatz neben der Tennishalle in Unterwasser ab. (Bild: Adi Lippuner)

Der Super-Puma der Schweizer Armee setzt eine Ladung Holz auf dem Parkplatz neben der Tennishalle in Unterwasser ab. (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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Die Wildhauser Thur ist im Bereich Fabi- und Luckentobel nur auf zwei schmalen Fusswegen ­zugänglich. Der grösste Teil des Bachlaufes befindet sich in unwegsamem Gelände und die dort wachsenden Bäume haben sich, wie Bruno Egloff, Leiter des Gemeindebauamt betont, zu einer Gefahr entwickelt. «Schräg stehende Bäume, entwurzelte Stöcke und teilweise auch Stämme, die bereits in der Thur lagen, veranlassten uns zum Handeln.» Bei einem allfälligen Hochwasser hätte die Situation zu Verklausungen und damit verbundenen zu Gefahren für die Siedlungsgebiete in Unterwasser geführt.

Doch was tun, wenn 15 Privatwaldbesitzer in unwegsamem Gelände Räumungsarbeiten, die mit hohen Kosten verbunden sind, ausführen sollen? «Bei einem Gespräch in St. Gallen kam ich in Kontakt mit Verantwortlichen des Lufttransportgeschwaders und konnte die Anliegen der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann vorbringen», blickt Bruno Egloff im Gespräch mit dem W&O zurück. Dank dieses Kontakts waren nun die letzten zwei Tage Angehörige des LT 2 mit einem Super-Puma vor Ort. «Es ist eine ganz klare Win-win-Situa­tion», so der Bauamtsleiter.

Übung unter realistischen Voraussetzungen

Super-Puma-Piloten brauchen, um ihre Aufgabe erfüllen zu können, die nötigen Flugstunden. Übungen unter realistischen Vor­aussetzungen sind für die Angehörigen des LT 2 äusserst wichtig, und so kam es zum Einsatz im obersten Toggenburg. Die letzten zwei Tage waren vom Berufspersonal des Kompetenzzentrums in Alpnach, Kanton Obwalden, drei Personen und zwei Piloten im Einsatz. Dazu kamen, wie von Roger Brunner, einem der Armeeangehörigen vor Ort, zu erfahren war, vier Personen, welche aktuell ihren Wiederholungskurs (WK) absolvieren. «Wir sind auf dem Platz für die Sicherung zuständig, eine direkte Arbeit im Zusammenhang mit dem Heli­koptereinsatz dürfen wir nicht leisten.»

Fasziniert von der Arbeit des grossen Helikopters waren nicht nur die Leute auf dem Platz neben der Tennishalle in Unterwasser. Auch zahlreiche «Zaungäste» verfolgten die Holztransporte. An der Longleine, also an einem 50 Meter langen Seil wurden die Baumstämme aus dem unwegsamen Gelände transportiert und auf dem Lagerplatz abgelegt. Der Super-Puma kann, je nach Menge Kerosin im Tank und Flughöhe über Meer, 2,5 Tonnen transportieren.

Für Waldbesitzer sind die Kosten neutral

Die Zeichnung der Bäume, das Abholzen und Bereitstellen für den Transport durch den Super-Puma wurde, im Auftrag der politischen Gemeinde durch die Foag (Forstbetrieb Obertoggenburg AG) durchgeführt. Wie Betriebsleiter Reto Hürlimann auf Anfrage erklärte, «wurden zahlreiche Laubbäume im Uferbereich bis rund fünf Meter Abstand von der Wildhauser Thur gefällt. Insgesamt handelt es sich um 160 Kubikmeter Holz.» Für die Privatwaldbesitzer sei das Ganze kostenneutral, die Foag rechne mit der Gemeinde ab.

Sowohl für Reto Hürlimann als auch Bruno Egloff ist klar, dass ein Ausfliegen des Holzes die einzige Möglichkeit war, um die nötigen Waldpflegemassnahmen durchzuführen. «Das steile Gelände, dazu noch die über das Tobel führenden Stromleitungen, verunmöglichen den Bau einer Transportseilbahn oder den Einsatz von Traktoren. Zudem wäre es kaum möglich, das Ganze mit vertretbaren Kosten zu realisieren», sind sich Hürlimann und Egloff einig. Dank der Kombination mit der militärischen Übung sei nun eine Arbeit, welche der Sicherheit der ganzen Bevölkerung diene, ausgeführt worden.

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