Wiedehopf-Aktion trägt Früchte

An der Kleintierausstellung des Ornithologischen Vereins Grabs stand – neben dem Gefieder verschiedener Arten und Rassen von Enten, Gänsen, Hühnern und Kaninchen – auch der Wildvogel Wiedehopf im Mittelpunkt.

Heidy Beyeler
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Interessierte Besucher erhielten von Hansjörg Grob aufschlussreiche Informationen zum Wiedehopf, dem die ansprechende und einladende Ausstellung am Sonntag gewidmet war. (Bild: Heidy Beyeler)

Interessierte Besucher erhielten von Hansjörg Grob aufschlussreiche Informationen zum Wiedehopf, dem die ansprechende und einladende Ausstellung am Sonntag gewidmet war. (Bild: Heidy Beyeler)

GRABS. In den vergangenen Jahren wurde in der Region Werdenberg – von Sennwald über Gams, Grabs, Buchs bis nach Sevelen – eine Vielzahl von Wiedehopf-Nisthilfen durch den OV Grabs montiert bzw. aufgestellt. Dies geschah mit informativer Unterstützung von Birdlife Schweiz.

Als vor einigen Jahren ein Wiedehopf-Paar in Grabs gesichtet wurde, war die Motivation der Vereinsmitglieder besonders gross, diesem Vogel einen optimalen Lebensraum anzubieten. «Vorletztes Jahres hat das Wiedehopf-Paar aus Grabs gar fünf Junge aufgezogen, sehr zur Freude der engagierten Vereinsmitglieder» bekundete Hansjörg Grob, OV Grabs, an der Sonderausstellung in Grabs am Sonntag.

Ein aktiver Verein

Zwischen Sennwald und Sevelen wurden in den vergangenen Jahren von freiwilligen Vereinsmitgliedern landauf, landab unzählige Nisthilfen gezimmert und diese an ausgewählten, optimalen Standorten aufgestellt bzw. installiert. «Aufgrund dieser Aktion bekommen wir aus der Bevölkerung ständig Hinweise, dass da und dort Wiedehopf-Paare gesichtet wurden», erzählte Hansjörg Grob freudvoll. Das ist für den Verein ein Zeichen, dass die Wiedehopf-Aktionen in der Region Früchte tragen.

Interessierte Besucher erhielten von Grob aufschlussreiche Informationen zum Wiedehopf, dem die ansprechende und einladende Ausstellung am Sonntag gewidmet war. Auf die Frage, weshalb viele der Nisthilfen teils nur gerade auf 50 bis 70 Zentimetern über dem Boden angebracht werden und dadurch die Brut schlecht geschützt ist, hatte Hansjörg Grob eine plausible und konkrete Antwort parat: «Die jungen Wiedehopfe scheiden ein stinkendes Bürzeldrüsensekret aus und schützen sich so vor Eindringlingen – beispielsweise vor dem Marder.»

Erprobte Nisthilfe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Wiedehopf Nistgelegenheiten anzubieten, sagt Grob. «Die Walliser Vogelschützer haben festgestellt, dass Trockenmauern in Rebbergen für diese Vögel ein optimales Habitat bieten. In bestehenden Trockenmauern können im Nachhinein Brutnischen eingebaut werden, indem beispielsweise vor einem Hohlraum der Mauer ein Stein mit einem anderen ersetzt wird, der mit einem rund fünf Zentimeter grossen Loch versehen ist.

In unserer Region wird diese Methode in Rebbergen schon von Winzern praktiziert, um dem Wiedehopf eine Chance zu geben, hier wieder einen geeigneten Lebensraum zu finden. Und warum gerade dem Wiedehopf? «Mit seinem langen Schnabel holt er aus dem Boden seine Nahrung. Engerlinge mag er besonders», berichtet Hansjörg Grob.

«Der Wiedehopf ernährt sich vornehmlich von Insekten.» Bevorzugt werden grössere Insektenarten, wie Feldgrillen, Maulwurfsgrillen, Engerlinge sowie verschiedene Raupenarten und Käfer, die in gewissen Gebieten spürbare Schäden hinterlassen. Und er war schon in früheren Jahren hier heimisch. Der Wiedehopf ist nicht nur schön, er trägt auch zu einem ökologischen Gleichgewicht bei.