WIDNAU/SALEZ: Kunst im Rheinvorland

Die Ausstellung «artur017» in Form eines Kunstwegs zwischen Widnau und Lustenau zeigt 14 zum Denken anregende Objekte. Eines entstand im Saxerriet.

Gerhard Huber
Drucken
Teilen
Das von der Strafanstalt Saxerriet gefertigte Kunstobjekt wird direkt am Widnauer Zoll präsentiert. (Bild: Ulrike Huber)

Das von der Strafanstalt Saxerriet gefertigte Kunstobjekt wird direkt am Widnauer Zoll präsentiert. (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

redaktion@wundo.ch

Es ist in jeder Hinsicht eine mutige und extravagante Ausstellung. Wie an einer Perlenkette am Ufer des Neuen Rheins im Rheinvorland aufgereiht, sind abstrakte und skurrile, reale und fantasievolle Skulpturen zu sehen. Jedem Künst­ler war vorgegeben worden, seine Installation zum ­Thema «Wir und der Rhein» aus Material vom Rheingeschiebe, also aus Schwemmholz, Steinen, Sand und Ähnliches und je 125 Meter ungehobelten Dachlatten zu gestalten. Ausgerechnet 125 Meter? Ja, denn die Ausstellung ist eine von vielen Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums «125 Jahre Rheinregulierung». «Sechs Künstler aus dem Vier­ländereck wurden durch eine fünfköpfige Fachjury ausgewählt und sechs renommierte Kulturschaffende wurden eingeladen», erläutert Ausstellungskurator und Widnauer Original Kuspi (Kurt Spirig). Dazu kommen noch Momentkünstler.

Anerkennungspreis für Salezer Fischgerippe

Auch die Strafanstalt Saxerriet hat mit ihrem Fischgerippe, das direkt am Widnauer Zoll steht, teilgenommen und bereits einen Anerkennungspreis gewonnen. Kurt Spirig war bereits der Kurator der Ausstellung «Rhein-Art 97», die vor zwanzig Jahren statt­gefunden hatte, und somit die erste Wahl der Internationalen Rheinbauregulierung bei der ­Suche nach einem Ausstellungsmacher. Die zur Vernissage geladenen Ausstellungskiebitze waren erstaunt und begeistert, was da alles durch die Fenster der ­Museumsbahn zu sehen war. Wie etwa die Installation von Otto Sohm und Wolfgang Flor. Aus ­alten Werkzeugen des Rheinbauhofs sind Sägefische und anderes Flossengetier entstanden. Dazu eine aus den Dachlatten gefertigte 125 Meter lange Sitzbank. Ein Ort zum Verweilen und zum Träumen. Von den Abenteuern des Odysseus. Von Arielle, der Meerjungfrau. Oder von eigenen Erlebnissen auf Meer und See.

Tatsächlich befolgten die Besucher die Aufforderung von Kurt Spirig: «Geniesst alles, was ihr heute bekommt, hört und seht.» Denn schliesslich sieht man nicht alle Tage einen grenzüberschreitenden Kunstweg. Dies betonte auch Gemeindepräsidentin Christa Köppel, zugleich Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung, denn «Kunst ist nicht nur für Kulturliebhaber, sondern für alle da. Und diese Kunstpräsentation ist für jeden einen Ausflug wert.» Sie verglich das Kunstwerk der Ausstellung «artur017» mit dem «Kunst»-Werk Neuer Rhein. Bis zur Finissage der Ausstellung am 26. August sind noch viele ­Aktionen rund um den Kunstweg vorgesehen.