Widmer-Schlumpf verliert bei CVP an Rückhalt

BERN. Nach dem Sieg der SVP und FDP bei den Parlamentswahlen ist offen, ob Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Dezember die Wiederwahl schafft.

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BERN. Nach dem Sieg der SVP und FDP bei den Parlamentswahlen ist offen, ob Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Dezember die Wiederwahl schafft. Laut Recherchen unserer Zeitung wollen mindestens neun von 34 CVP-Parlamentariern die BDP-Magistratin nicht mehr wählen, darunter Fraktionschef Filippo Lombardi und weitere Tessiner sowie die Nationalräte Daniel Fässler (AI) und Jakob Büchler (SG). Mitte-Rechts kommt in der Bundesversammlung mit Vertretern von Parteien wie der Lega auf bis zu 119 Stimmen. Mit den CVP-Exponenten könnten SVP und FDP das absolute Mehr von 124 Stimmen erreichen.

Ausgangslage klarer als 2011

Die Zusammenarbeit zwischen Parlament und Bundesrat könne nur funktionieren, wenn beide ähnlich zusammengesetzt seien, sagt Fässler, Leiter des KMU-Clubs der CVP. «Es ist daher richtig, dass die SVP einen zweiten Sitz erhält.» Die Ausgangslage sei angesichts der Verluste der BDP und der Gewinne der SVP noch klarer als 2011. Auch Büchler rechnet damit, dass die Volkspartei einen zweiten Sitz erhält. «Der Wählerwille ist klar.» Fässler stellt jedoch Bedingungen: Die SVP müsse eine Person als Bundesratskandidaten präsentieren, die das Kollegialitätsprinzip respektiere und die Konkordanz lebe.

CVP-Spitze alarmiert

Die CVP-Zentrale reagierte gestern nervös. Sie verschickte in der Fraktion eine Sprachregelung: Es sei zu früh, um über die Bundesratsfrage zu sprechen, heisst es. So äusserten sich etwa Nationalrat Christian Lohr (TG), Ivo Bischofberger (AI) und Thomas Ammann (SG). Eine andere Frage ist, ob Widmer-Schlumpf nochmals antritt. (tga)

? WAHLEN 2015 17/19/21/24+25