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Wertvolle Impulse für das psychische Wohlbefinden

Was ist Lebensfreude genau? Zu dieser Frage führte am Tag der psychischen Gesundheit die Klinik St. Pirminsberg verschiedene Workshops für ihre Patienten durch.
Angela Adank
Die leitende Klinikärztin Dr. med. Regula Meinherz sprach zum Thema Lebensfreude. (Bild: Angela Adank)

Die leitende Klinikärztin Dr. med. Regula Meinherz sprach zum Thema Lebensfreude. (Bild: Angela Adank)

Der internationale Tag der psychischen Gesundheit, der 10. Oktober, soll die Öffentlichkeit aufrütteln, dass psychische Krankheitsbilder zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen überhaupt gehören. Thomas Lampert, der Koordinator der Präventions- und Angehörigenarbeit der St. Gallischen Psychiatrie-Dienste Süd (PDS) in Pfäfers, meint dazu: «Noch immer hat die Gesellschaft dieses stigmatisierende, altmodische Bild einer psychiatrischen Klinik vor Augen.»

Dass die PDS und mit ihr die Klinik St. Pirminsberg von diesem Image weit weg ist, zeigte sie am Nachmittag in den dargebotenen Workshops, die ganz unter dem Motto «Lebensfreude und Genesung» standen. Die Workshops, die teilweise von externen Fachleuten geleitet wurden, waren für die stationären Patienten gedacht, die sich auf freiwilliger Basis für ein Angebot entscheiden konnten.

Vom richtigen Feuer über die Salsa-Grundschritte

Und die sieben unterschiedlichen Angebote, die Impulse für das eigene psychische Wohlbefinden bereithielten, fanden wahrlich Anklang bei den Patienten: Die Erwachsenen konnten Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen ausprobieren; eine Gruppe experimentierte draussen in drei verschiedenen Methoden sogar, das «richtige Feuer zu machen» (mit Anfeuerungshilfe), oder die kreative Ader wurde walten gelassen im Ergotherapieraum beim Herstellen eines Schlüsselanhängers mit Fimo-Masse oder bei der «Enkaustik», einer künstlerischen Maltechnik, bei der Wachsbilderkarten mittels Bügeleisen oder Druckverfahren entstanden. Bei dieser Technik legte sogar die Verwaltungsrätin der Psychiatrieverbunde St. Gallen, die Wartauerin Claudia Zogg-Wetter, selber Hand an und war begeistert vom vielfältigen Nachmittagsprogramm.

Abwechslung im Klinikalltag

Natürlich durfte auch das improvisierte Musizieren im Musikzimmer nicht fehlen, und für weitere Musik- und Tanzbegeisterte konnten nebenan im Gymnastikraum die Grundschritte des Salsas einstudiert werden. «Zu den alltäglichen Therapieangeboten ist es schön, wenn die Patienten auch Abwechslung in ihrem Klinikaufenthalt erhalten», erklärte der Leiter des Pflegedienstes und der Therapien, Carmine Di Nardo. «Ein durchschnittlicher Patient verbringt etwa 30 bis 40 Tage in der Klinik, wobei dies wiederum individuell ganz unterschiedlich verlaufen kann.»

Im Genesungsalltag umfasst das Therapieangebot der PDS eine breite Palette und wird ergänzt durch stationsspezifische Angebote der Pflege. «Bei der Übergangsbehandlung, sprich nach dem Austritt aus der Klinik, haben die Patienten die Möglichkeit, in einem ambulanten Setting in St. Pirminsberg weiterhin begleitet zu werden. Oder die Erwachsenen finden in den regionalen Psychiatrie-Zentren Süd in Heerbrugg, Trübbach oder in Uznach/Rapperswil-Jona die benötigte Hilfestellung. Diese drei Zentren bieten primär ambulante und tagesklinische Leistungen an», betonte Lampert.

Psychische Gesundheit durch Lebensfreude

Im Abschlussreferat widmete sich Dr. med. Regula Meinherz, die leitende Ärztin der Klinik, der psychischen Genesung. «Was ist Lebensfreude? Wie kommt man zu ihr, und was braucht es dazu?», stellte sie fragend in die Runde, um daraufhin gleich selbst ihre Antworten zu liefern. Die Freude am Leben finde Mann sowie Frau und vor allem das Kind in der Bewegung wieder und spiegle sich in ihr.

«Die Lust an der Bewegung und die damit verbundene Zufriedenheit sollte nicht zweckorientiert sein. Ohne Ziel etwas tun, ja sogar etwas Ungeplantes machen und dadurch die Blockade des Selbstzwangs ablegen, ist wichtig.» Das könne auch in Form des Kontaktes miteinander geschehen, beim gemeinsamen Singen und Musizieren oder dass man sich um etwas kümmern müsse, brachte die Ärztin als weitere Beispiele ein. Bei den abschliessenden Darbietungen der Workshops wurde dies zu Herzen genommen. Zum Schluss begünstigte der Diätkoch mit seiner Nachmittagsgruppe die (Lebens-) Freude doppelt durch die von ihnen zubereiteten, angebotenen Apérohäppchen.

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