WERDENBERG: Wie werde ich Holzbildhauer?

Das natürliche Material Holz passt zum Thema «Idylle» der Schlossmediale. Am Workshop «Holz zu Form» wählten sieben Teilnehmende aus der Region die Idylle des Kunstschaffens mit Holz.

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Ein Beispiel aus der Holzwerkstatt auf Schloss Werdenberg: ein erstaunliches Ergebnis nach nur drei Tagen. (Bild: Heidy Beyeler)

Ein Beispiel aus der Holzwerkstatt auf Schloss Werdenberg: ein erstaunliches Ergebnis nach nur drei Tagen. (Bild: Heidy Beyeler)

Kann sein, dass bei den einen oder anderen, die schon durch die Ausstellung der Schloss­mediale streiften, der Gedanke aufkam, sich der Holzschnitzerei zuzuwenden – auch wenn nur in bescheidenem Masse, so quasi als Hobby. Sechs Frauen und ein Mann aus der Region setzten diesen Gedanken um und meldeten sich beherzt zum dreitägigen Holzschnitzerkurs «Holz zu Form» auf Schloss Werdenberg an.

Eingeführt in diese Handwerkskunst wurden sie von zwei begnadeten Künstlern, die sich die Holzbildhauerei zum Beruf gemacht haben. Bruno Walpoth hat die Holzschnitzerei offensichtlich von Kindsbeinen an ­kennen gelernt. Schon sein Grossvater und sein Onkel widmeten sich dem Holzschnitzen im ­Grödnertal (Südtirol). Walpoth hat jedoch seinen ureigenen Stil entwickelt. So bescheiden wie er als Künstler auftritt, so bescheiden und faszinierend sind seine Menschen-Figuren aus Holz.

Sarah Hillebrecht kommt ­ursprünglich aus dem Norden Deutschlands. Im Alter von 22 Jahren entschied sie sich für eine Ausbildung als Holzbildhauerin. Bei ihr, wie bei Bruno Walpoth steht der Mensch – in diesem Fall als Holzfigur – im Mittelpunkt des Werkens. Mit ihren Holzfiguren schafft sie es, ohne Worte Situationen darzustellen, bei der jeder Beobachter die Botschaft versteht. Genial.

Zum Schluss zählt Freude und Stolz

Mit den beiden namhaften Künstlern kamen die Workshop-Teilnehmenden während drei Tagen – von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr – in den Genuss einer Einführung in die anspruchsvolle Kunst des Schnitzens. Was die «Lehrlinge» in der kurzen Zeit von drei Tagen schufen, war erstaunlich. Es entstanden – unter fachkräftiger Begleitung – Skulpturen völlig unterschiedlicher Art. Die Kursteilnehmenden liessen sich während ihrer Arbeit vom vorbeiziehenden Publikum weder beeindrucken noch ablenken. Sie waren mit ihren Gedanken ganz woanders. Froh waren sie aber, dass sie – wann immer sie wollten – Unterstützung von den beiden Künstlern erhielten.

Einhellig waren sich die Schüler dieses Workshops einig: Um in diesem Bereich Kunst zu schaffen, braucht es ein fundiert gelerntes Handwerk, Vorstellungsvermögen, Inspiration, Ideen und Kreativität – eine Einheit, die zusammen zu einem künstlerischen Erfolg führen kann.

Das offene Atelier auf Schloss Werdenberg – an dem fast jeder vorbeikommen musste – bot Gelegenheit, sich über das künstlerische Schaffen mit Holz zu unterhalten. Es entstanden spontane Gespräche mit den Künstlern, den Neulingen dieses Handwerks und unter den Besuchern selbst.

Die Werke der beiden Künstler Walpoth und Hillebrecht können noch bis Sonntag, 11. Juni, im Schloss Werdenberg besichtigt werden. (bey)