WERDENBERG: Werdenberg als weiträumiges Bild

Die Ausstellung «Mein Werdenberg» im Schloss zeigt, wie unterschiedlich die Menschen hier sind. An der Vernissage stellte Doris Büchel fünf Objekte vor.

Heidy Beyeler
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Doris Büchel erzählt Geschichten über Wein, ein Gedicht, einen Stuhl, ein Velo und über ein kleines Schlösschen. (Bild: Heidy Beyeler)

Doris Büchel erzählt Geschichten über Wein, ein Gedicht, einen Stuhl, ein Velo und über ein kleines Schlösschen. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Über 80 Objekte wurden von verschiedenen Leuten ins Schloss gebracht. Sie erzählten dabei, weshalb ihnen gerade dieses oder jenes mitgebrachte Stück so lieb geworden ist und welche Bedeutung es für sie hat. Mit ihrem eigenen Ausstellungsstück offenbaren Menschen aus der Region auch einen Teil von sich selber, sagte Thomas Gnägi, Museumsleiter Schloss Werdenberg, anlässlich der Begrüssung. «Ich bin überrascht und erleichtert, dass so viele Objekte in Form von Texten, Fotos und Gegenständen Eingang in unsere Ausstellung gefunden haben, die jetzt bis zum 29. Oktober im 3. Stock des Schlosses gezeigt wird. Die Ausstellung präsentiert Ausschnitte aus dem Werdenberg – von Sennwald bis Wartau. Sie ist überraschend vielfältig, normal, banal und sehr persönlich.»

Mehr braucht man auch nicht zu sagen. Vielmehr sollte man hingehen, schauen, staunen und sich über die einzelnen Ausstellungsobjekte wundern, oder sich einfach freuen. Da und dort kommen Erinnerungen auf, zum Beispiel beim kleinen Dampfkochtopf, der damals in den 40er-, 50er-Jahren für schnelles Garen in kleineren Haushalten diente.

Was ist Heimat? Doris Büchel erzählt es

Doris Büchel zitierte zum Auftakt Weisheiten aus Texten einheimischer Autoren. «Einmal habe ich einem erklärt, was ‹roots› bedeutet: Wurzeln. Das ist da, wo man sich eingebettet fühlt, in die Nachbarschaft. Wenn man beim Nachbar reinmarschieren und nach einem Ei oder Milch fragen kann – das ist Heimat.» Text von Walter Vetsch, aus Buchs, Jahrgang 1939. «Sobald ich auf dem Rheindamm bin, ist jeglicher Stress einfach weg. Das war immer so bei mir. Vielleicht ist es die Offenheit, die mir dort so gut gefällt. Es ist sehr schwierig dort oben. Du hast links und rechts die schöne Natur, die Berge. Es ist einfach ‹a schöas Luaga›.» Text von Andreas Seifert aus Buchs, Jahrgang 1971.

Mit diesen beiden Texten zeigte Doris Büchel einen kleinen Ausschnitt des wertvollen Fundus der Ausstellung. Anschliessend erzählte sie Geschichten über die gegenständlichen Objekte, die sie aus den Erzählungen jener Menschen verfasste, welche eine besondere Beziehung zu den Exponaten haben. Der vorgetragene Text trug eindeutig die Handschrift von Doris Büchel, mit ihren pointierten Einschüben aus der hiesigen Mundart. Das macht die Geschichten zu den Ausstellungsobjekten sehr lebendig. Zwischen den Geschichten begleitete ihr Bruder Heinz Rohrer sie mit passenden Banjo-Klängen. Zum Ausklang der Vernissage trat die Band Peitsche und Revolvermann auf; sie brachte die passende Stimmung und viele Gäste in den Schlosshof.