WERDENBERG: Oft falsche Vorstellungen

Das Angebot für Menschen mit Demenz ist vielfältig und die Region auf gutem Weg, sagen Fachleute. Die Gemeinden hätten die Hausaufgaben gemacht.

Hanspeter Thurnherr
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Menschen mit Demenz werden bei den Aktivitäten von geschultem Personal begleitet und unterstützt. (Bild: Fotolia/Robert Kneschke)

Menschen mit Demenz werden bei den Aktivitäten von geschultem Personal begleitet und unterstützt. (Bild: Fotolia/Robert Kneschke)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Über Demenz ist in letzter Zeit viel geschrieben und geredet worden. «Demenz bedeutet wörtlich übersetzt ‹der Verstand ist weg› und ist der Überbegriff für mehr als 100 neurodegenerative Krankheiten des Gehirns. Diese gehen insbesondere in den späteren Stadien mit vielfältigen Beeinträchtigungen der Betroffenen sowie mit kognitiven, funktionellen und weiteren psychischen Störungen einher. Betroffen sind das Gedächtnis, teil- weise das Denken, die Orientierung, die Auffassungsgabe, das Rechnen, die Lernfähigkeit, die Sprache sowie teilweise das Urteilsvermögen.» So definiert die St. Galler Kantonsregierung 2015 in ihrem rund 60-seitigen «Demenz»-Bericht an das Parlament die Krankheit. Darin setzt sie zwei «Wirkungsziele»:

• Sensibilisierung der Bevölkerung und Enttabuisierung des Themas Demenz

• Weiterer Ausbau des Angebots für Menschen mit Demenz und deren Angehörige.

Dass Information wichtig ist, um Ängste vor der Krankheit abzubauen und falsche Vorstellungen zu korrigieren, verdeutlicht Mathias Engler, Geschäftsleiter des Pflegeheims Werdenberg: «Nicht jeder, der im Alter etwas vergisst, hat Demenz. Und wenn jemand eine leichte Demenz hat, heisst dies nicht, dass sie später hochgradig wird.»

Aktuell noch zu wenig Pflegewohngruppen

Mit seiner Demenzstrategie wolle der Kanton vielfältige Betreuungsformen an verschiedensten Orten ermöglichen. Diese Vielfalt mache Sinn.

Mathias Engler sieht die Region Werdenberg bezüglich der Angebotsstruktur gut aufgestellt: «Die Hausaufgaben sind gemacht.» Auch Margrit Raimann, die Leiterin des Zentrums Wiitsicht in Grabs, sieht die Region auf gutem Weg. Allerdings würden aktuell noch zu wenig Pflegewohngruppen bestehen. «Aufgrund der Nachfrage könnte ich fast täglich eine solche Gruppe eröffnen. Ich musste lernen, dass die Betreuung zu Hause ihre Grenzen hat», so Raimann.

Welche teils unterschiedlichen Angebote zur Pflege und Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen sowie zur Entlastung der Angehörigen in der Region Werdenberg zur Verfügung stehen, ist vielfach noch unbekannt. Deshalb liefert der W&O einen Überblick.3