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WERDENBERG: Mit Pinsel und Mappe durchs Leben

Bis Ende Monat wird in der Galerie L33 die Gedenkausstellung Heiri Eggenberger gezeigt. Der Maler und Feingeist ist 1987 verstorben und hat einen riesigen Fundus hinterlassen, welcher nun erstmals gezeigt wird.
Armando Bianco
Heiri Eggenberger mit der Zeichenmappe in der Natur. (Bilder: PD)

Heiri Eggenberger mit der Zeichenmappe in der Natur. (Bilder: PD)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

«Mein Vater hatte ein hartes, aber erfüllendes Leben», sagt Ruth Lippuner-Eggenberger. Wenn die Grabserin über Heiri Eggenberger spricht, wählt sie warme Worte, ihre Erzählungen sind voller Charme. Ihr Vater wurde 1904 im Untergatter am Studnerberg als Sohn eines Knechts und Tagelöhners geboren. Seine Kindheit war nicht immer unbeschwert, Entbehrungen, mit denen damals manches Kind, manch Erwachsener leben musste, gehörten zum Alltag. In seiner spärlichen Freizeit widmete er sich mit Leidenschaft und Kreativität der Malerei und Dekoration. Die Welt der Künste war sein Gegenmittel zum bäuerlichen Leben.

Obwohl Lehrer Alfred Kästli in der 7. Klasse dem Jungen eindeutig das Talent für die Sekundarschule beschied, musste er eine Lehre antreten, was wiederum im Widerspruch zu seinem eigenen Wunsch stand, selbst Bauer zu werden. Die Mutter hatte das richtige Gespür, wurde Heiri Eggenberger doch ein in der Region angesehener Berufsmann, der auch öffentliche Spuren hinterliess, später in Buchs lebte und vor 30 Jahren verstarb.

Fröhlich, gesellig und zufrieden sei er durchs Leben gegangen, so beschrieben ihn Zeitgenossen, und so haben ihn auch Ruth Lippuner und die Familie in Erinnerung. Er habe nie nach Grösserem gestrebt, wollte in Einklang mit Mensch und Natur leben. Heiri Eggenberger besass die Gabe, aus Kleinigkeiten des Moments Kostbarkeiten für die Ewigkeit zu erschaffen; so lassen sich die Schilderungen seiner Tochter deuten.

Die Region mit den Augen eines Malers gesehen

«Er war ein liebevoller, im Wesen bescheidener und mit Humor gesegneter Mensch. Für mich hat er sich aufgeopfert und nie über die Widrigkeiten des Lebens geklagt», erinnert sich Ruth Lippuner. Geschäft und Familie habe er mit Bedacht unter einen Hut gebracht, die Anstrengungen des einen hatten nie Einfluss auf die Ansprüche des anderen. Aus ihr sprudeln emotionale Erzählungen, selbst Details aus längst vergangenen Zeiten hat sie noch präsent. Auch das ist ein Zeichen der Verbundenheit zu ihrem Vater.

Als Erwachsener pflegte Feingeist Heiri Eggenberger zu sagen: «Anstatt zu fotografieren, gefällt es mir, die Landschaft nach eigenem Gutdünken mit dem Pinsel zu gestalten.» Durch diese detaillierte Auseinandersetzung schuf er eine Beziehung zu seinen Bildern. «So kam es, dass er seine Werke oft nur ungern verkaufte und umgehend das gleiche Bild nochmals malte», schmunzelt Heini Lippuner, der Ehemann von Tochter Ruth. Ihr Vater hat über Jahrzehnte gemalt, war mit Velo und Zeichenmappe in der Region unterwegs, machte auch gerne mal einen Abstecher ins Bündnerland. So gibt es heute eine hohe dreistellige Zahl an Aquarellen und Bildern. Ein Blick in sein Aufsatzheft aus dem Jahr 1918 zeigt seine Ader in Bildern, Darstellungen, Verzierungen und einer auffälligen Schönschrift. «Geschichten» schrieb er gerne mit dem Bleistift – noch lieber aber mit dem Pinsel. Der Erfahrungshorizont zwischen Berg und Tal, Dorf und Stall war zwar beschränkt, nicht aber seine Sicht auf die Gesellschaft und deren Wandel, den Geist der Zeit.

Ausstellung in Galerie L33 als ein Meilenstein

Und was soll einst mit dem Werk von Heiri Eggenberger passieren? «Das müssen wir mit der Familie angehen, eine konkrete Vorstellung gibt es allerdings noch nicht. Diese Ausstellung in der Galerie L33 sehen wir als wichtigen Meilenstein», sagt Organisatorin Ruth Lippuner im Gespräch mit dem W&O. Galerist Dominik Lippuner geht die Sache mit Optimismus an, hat sich in der Vorbereitung der Gedenkausstellung persönlich stark engagiert, denn letztlich gehört auch er zur Familie; Ruth Lippuner-Eggenberger ist seine Tante.

Hinweis

Galerie L33, Werdenberg, Heiri Eggenberger Gedenkausstellung. Vernissage Samstag, 10. März, 14 bis 17 Uhr. Ausstellung geöffnet bis 29. März, jeweils Dienstag bis Freitag, 13.30 bis 18.30 Uhr, und Samstag 10 bis 16 Uhr.

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