WERDENBERG: Maibummel im Zeichen der Geschichte

Der Föhn hatte schönes Wetter gebracht. So konnte der erwartungsfrohen Garanto-Pensionierten­gruppe Rhein die Gegend und das Städtchen bei besten Bedingungen gezeigt werden.

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Die Begrüssung am See wurde benützt für ein «Familienbild», denn die Kulisse eignet sich hervorragend dafür und ist schon auf manchem Kalenderbild zu sehen. Not Janett begann seine kleine Führung ebenfalls an dieser Stelle, und so konnte er den geschichtlichen Werdegang anhand der sich präsentierenden Bauten erläutern:

Als Burgstädtchen mit verliehenem Marktrecht wird Werdenberg erstmals 1289 erwähnt und gehört heute zur Gemeinde Grabs. Die sehr gut erhaltenen Häuser aus dem Mittelalter werden von etwa 60 Einwohnern bewohnt, die mit viel Liebe für Wohnlichkeit sorgen. Eine wechselvolle Geschichte haben diese Häuser erlebt, denn durch laufenden Besitzerwechsel von Schloss und Städtchen hatten stets andere «Herren» das Sagen, und mit dem Verkauf an den Stand Glarus im Jahre 1517 begann die unrühmliche Zeit der Glarner Vögte. Die Geschichte dieser kleinen «Stadt» ist eng mit dem gleichnamigen Schloss verknüpft (1956 schenkte Frieda Hilty, die letzte Schlossherrin, das Schloss samt Ausstattung dem Kanton St. Gallen). Dank der Stiftung Pro Werdenberg ist es wohl die einzige noch weitgehend erhaltene mittelalterliche Holzsiedlung unseres Landes mit städtischem Charakter. Ein gütiges Geschick hat durch die Jahrhunderte das Städtchen vor kriegerischen Handlungen und vor Bränden behütet, so dass dieses Kleinod über Generationen hinaus unversehrt geblieben ist.

Interessante Geschichten, herrliches Panorama

Nach diesem geschichtlichen Rückblick führte Not Janett seine Zuhörer auf dem Weg dem See entlang zum Städtchen, wo er von diesem und jenem Haus etwas Interessantes zu berichten wusste. Auf dem Treppenaufgang ­ zum Schloss konnte die Aussicht bewundert werden, und vor ­ dem Schlosshof präsentierte sich ein herrliches Panorama übers Rheintal ins nahe Liechtenstein. Der Föhn nahm hier an Stärke zu, und statt im Freien zu verweilen, lockte im Bistro ein feiner Apéro.

Bei angeregter Gesprächsrunde war es Zeit für den «Abstieg», denn im Restaurant Landgasthof wartete das Mittagessen. Die flinke Bedienung sorgte zügig für Speis und Trank, und so konnte ausgiebig das gemütliche Zusammensein gepflegt werden. Hansruedi Vetsch freute sich über das rege Interesse am Maibummel, und mit einem herzlichen Dankeschön überreichte er Not Janett ein Präsent für die interessante Führung. Zur Tradition ist die Ehrung des ältesten Teilnehmers geworden. Walter Grob durfte einen feinen «Tropfen Werdenberger» entgegennehmen. Mit dem Verteilen des Programms zur Sommerfahrt wurde bereits zur nächsten «Unternehmung» eingeladen. Zu vorgerückter Zeit galt es wieder Abschied zu nehmen in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. (pd)