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WERDENBERG: Lauftalent hat den Streckenrekord als Ziel

Der 14-jährige Deny Vetsch aus Werdenberg dominiert die Laufevents. An diversen Cross-, Berg- und Langstreckenläufen findet er in seiner und teils auch in höheren Altersklassen kaum Konkurrenz.
Deny Vetsch hat die Fussballschuhe an den Nagel gehängt und konzentriert sich voll aufs Laufen. (Bild: Mareycke Frehner)

Deny Vetsch hat die Fussballschuhe an den Nagel gehängt und konzentriert sich voll aufs Laufen. (Bild: Mareycke Frehner)

Andrea Müntener

Seine ersten sportlichen Erfahrungen sammelte Deny Vetsch beim Fussballspielen. Vom Kindergarten an kickte er mit Freude für den FC Grabs und besuchte dort die Fussballschule. Bereits nach wenigen Trainings fiel der kleine Werdenberger durch seine Schnelligkeit sowie durch seine Ausdauer auf. «Ich war zwar einer der kleinsten Spieler, aber meist der schnellste auf dem Feld. Wenn meinen Mitspielern gegen Ende des Trainings oder während eines Matchs die Zunge am Boden klebte, konnte ich immer noch mühelos dem Ball hinterherrennen.» So kam es später nicht unerwartet, dass er in die Regionalauswahl U11 der Fussballjunioren berufen wurde. Irgendwann vermisste er seine «alten Gspänli» vom Heimclub. So kehrte er der U11-Mannschaft freiwillig den Rücken und jagte wieder voller Elan mit seiner alten Mannschaft – den Junioren des FC Grabs – dem runden Leder hinterher.

Da seinen Eltern auffiel, dass Deny überdurchschnittliche Ausdauer hatte, meldeten sie ihn im Jahr 2012 zum Altstätter Städtlilauf, dem regionalen Event für Hobbyläufer, an. Der Erfolg stellte sich sofort ein: Ohne grosses Lauftraining im Vorfeld belegte der talentierte Bub den 2. Rang in seiner Kategorie. Gross war die Freude über die gute Klassierung, bei Eltern und dem jungen Läufer selbst. Der damals neunjährige Deny wollte mehr. «Der 2. Rang am Städtlilauf war vermutlich der Auslöser für meine weiteren Entscheidungen im Laufsport. Das Laufen bereitete mir damals wie heute immensen Spass. Bin ich erfolgreich, ist es doppelt schön, und es spornt mich zusätzlich an», beschreibt der Sekundarschüler seine läuferischen Anfänge.

Fussball oder Lauftraining: Die Entscheidung

Zusammen und unter Anleitung seiner Eltern Alex und Julia startete Deny Vetsch, zusätzlich zum wöchentlichen Fussballtraining, mit dem Lauftraining. Nach dem Erfolg in Altstätten nahm er an diversen Laufanlässen in der gesamten Schweiz teil. Immer wieder schaffte er es aufs Siegertreppchen. Durch seinen steten Erfolg wurde im Jahr 2014 der TV Schaan auf den jungen Werdenberger aufmerksam. So nahm Deny Vetsch fortan dreimal wöchentlich am Lauftraining des TV Schaan und an einem Training beim FC Grabs teil. «Ich war mir immer bewusst, dass ich irgendwann eine Entscheidung fällen muss: Fussball oder Laufen. 2015, nach rund einem Jahr Training beim TV Schaan, habe ich mich definitiv für den Laufsport entschieden und die Fussballschuhe an den Nagel gehängt. Diese Entscheidung habe ich aus sportlicher Sicht nie bereut», erzählt der Teenager.

Somit stand einem weiteren professionellen Training nichts mehr im Wege. Nebst der Schule widmet Deny rund sieben Stunden dem Training. Dies beinhaltet Kraft- und Lauftraining. Das Krafttraining kann er in seinem Elternhaus absolvieren. Die Trainingseinheiten beim TV Schaan unter der Leitung von Trainer Michel Giaimo aus Salez beinhalten schnelle Kurzstrecken wie 1000 Meter, wo seine Bestleistung bei 2:55 Minuten liegt. Aber auch längere Distanzen von 10 000 Metern werden dort trainiert. Dafür braucht der junge Läufer knapp 37 Minuten. Die besten Schweizer Spitzensportler benötigen um die 28 Minuten in dieser Disziplin.

Der Gamser Daniel Fäh, ein Freund der Familie und selbst leidenschaftlicher Langstrecken- und Bergläufer, trainiert wenn immer möglich wöchentlich zusätzlich noch mit Deny Vetsch. Dort werden vor allem Strecken bergwärts ausgesucht. Beide Trainer – Giamio und Fäh – fordern und fördern den willensstarken Athleten. Dank seines unglaublichen Talents und den beiden unermüdlichen Trainern ist es nicht verwunderlich, dass Deny Vetsch auf kantonaler Ebene kaum Konkurrenz zu verzeichnen hat. «Wenn Deny so weitermacht und sich nicht ablenken oder beirren lässt, kann er es bei den Cross- und Bergläufen sehr weit bringen. In ihm steckt enormes Potenzial», rühmt Trainer Daniel Fäh.

Schweizer Meister im Crosslauf

Seinen bedeutendsten Erfolg konnte der Ausdauersportler 2016 an der Schweizer Meisterschaft im Crosslauf verbuchen. Dort stand er zuoberst auf dem Siegerpodest. Cross- und Bergläufe liegen dem Werdenberger am besten. «Vermutlich ist in diesen beiden Disziplinen mein leichtes Körpergewicht ein grosser Vorteil, ich brauche nicht so viel Gewicht mit mir zu schleppen wie vielleicht von Natur aus muskulösere Typen», erklärt Deny Vetsch. Einer seiner Lieblingsbergläufe ist der Heimlauf am Grabser Studnerberg. «Dass ich den Gamperney-Berglauf gewinne, ist für mich eigentlich ein Muss!» Fünfmal in Folge hat er diesen Lauf dominiert und stand zuoberst auf dem Podest bei der Siegerehrung.

Und doch ist er nicht zu 100 Prozent zufrieden. Es ärgern ihn elf Sekunden. Just um diese paar Sekunden müsste er sich verbessern, um den Streckenrekord bis zum Kinderziel zu knacken. «Das werde ich heuer am 27. Mai in Angriff nehmen! Nebst dem erneuten Sieg in meiner Kategorie will ich ganz klar einen neuen Streckenrekord auf den 5800 Metern aufstellen. Nach einem guten Training über den Winter bis in den Frühling hinein ist das sicherlich ein realistisches Ziel und für mich machbar», führt Deny seine Ziele für 2018 auf.

Weitere Ziele für den Läufer liegen heuer sicherlich auch auf Seiten der Schule. Im Sommer steht bei ihm die Entscheidung zum Berufsleben an. Grundsätzlich hat er sich bereits entschieden, in welche Richtung es gehen soll: «Ich bin kein Handwerker, aber Informatiker würde mir gefallen. Daher hoffe ich, in diesem Bereich eine Lehrstelle zu finden.» Noch verdient er kein eigenes Geld, er ist auf die finanzielle Unterstützung seiner Eltern angewiesen. «Meinen Eltern bin ich sehr dankbar, dass sie mir immer wieder ermöglichen, meinem intensiven Hobby zu frönen. Sie stehen voll hinter mir, bezahlen mir die Startgelder und fahren mich ins Training oder an die Laufevents.» Trotz seinem schweizerischen grossen Erfolg als Berg-, Cross- und Langstreckenläufer haben sich noch keine Sponsoren bei ihm gemeldet. Einzig ein paar Laufschuhe stellte ihm ein regionales Sportgeschäft zur Verfügung. Sponsoren hin oder her, Deny hofft, an ­seine Erfolge von den vergangenen Jahren weiter anzuknüpfen und die Siegespokale ins Werdenberg zu bringen.

Rund sieben Stunden pro Woche trainiert Deny Vetsch. (Bild: Mareycke Frehner)

Rund sieben Stunden pro Woche trainiert Deny Vetsch. (Bild: Mareycke Frehner)

Rennt Deny Vetsch erst einmal los, sieht in seine Konkurrenz nur noch von hinten. (Bild: Mareycke Frehner)

Rennt Deny Vetsch erst einmal los, sieht in seine Konkurrenz nur noch von hinten. (Bild: Mareycke Frehner)

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