Werdenberg ist gut vorbereitet

Im Bahnhof Buchs treffen weiter täglich mehrere Dutzend Flüchtlinge ein. Es ist daher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Zivilschutzanlagen im Werdenberg als vorübergehende Notunterkünfte für Flüchtlinge dienen. Bereit sind sie.

Alexandra Gächter, Heini Schwendener, Thomas Schwizer
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Die Grenzwächter führen die Asylbewerber, welche sie aus dem «Wiener Walzer» geholt haben, in den Raum, in dem ihre Identitätspapiere und ihr Gepäck kontrolliert werden. (Bild: Thomas Schwizer)

Die Grenzwächter führen die Asylbewerber, welche sie aus dem «Wiener Walzer» geholt haben, in den Raum, in dem ihre Identitätspapiere und ihr Gepäck kontrolliert werden. (Bild: Thomas Schwizer)

REGION. Der Flüchtlingsstrom betrifft unsere Region immer unmittelbarer. Zuerst war der Grenzbahnhof Buchs der sogenannte «Hot Spot», dann wurde das alte Postgebäude in Beschlag genommen, um den Empfang der Flüchtlinge logistisch effizienter abzuwickeln. Am Dienstag nahm die Geschichte eine neue Dimension an, indem nun auch die Zivilschutzanlagen von Sevelen, Sennwald, Gams und Grabs mit zusammen insgesamt 205 Plätzen nach und nach als vorübergehende Notunterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. In Sevelen werden voraussichtlich heute oder morgen die ersten eintreffen, falls der Flüchtlingsstrom im bisherigen Ausmass anhält.

Lob für die Gemeinden

Beat Tinner, Präsident der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP), sagte gestern im Kantonsrat, die VSGP sei in die Eventualplanung Flüchtlingsstrom des Kantons integriert. Die Gemeinden auf der Achse Sarganserland-Werdenberg-Rheintal hätten aufgrund der Einschätzung der politischen Lage über das letzte Wochenende über 1200 Plätze in Zivilschutzanlagen gemeldet. Er lobte die hervorragende Arbeit, die in den Gemeinden geleistet werde, damit die Anlagen in kürzester Zeit hochgefahren werden können. Eine Umfrage und ein Augenschein in der Region haben ergeben: Die Zivilschutzorganisationen sind bereit, in Sevelen stehen 70, in Sennwald 35, in Gams 50 und in Grabs 50 Plätze als Notunterkünfte bereit.

Gute Zusammenarbeit

«Die Notunterkünfte sind sozusagen kleine Bundesempfangszentren, bis das Staatssekretariat für Migration (SEM) die Asylsuchenden in seine eigenen Bundesempfangszentren übernehmen kann», sagte der Wartauer FDP-Kantonsrat Beat Tinner gestern im Parlament. Gegenüber dem W&O lobte er die gute Zusammenarbeit aller involvierter Stellen. Es bestehe kein Grund für eine operative Hektik. Im Kantonsrat verwies Tinner indes auf ein Problem: «Noch zu klären sind die Finanzen. Vom SEM haben die Gemeinden noch keine schriftliche Kostenübernahme-Garantie.» So trage derzeit die VSGP die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Transporte.

Die Reise der Flüchtlinge ist bei ihrer Ankunft im Grenzbahnhof Buchs noch lange nicht zu Ende. ? LOKAL 5