WERDENBERG: Idyllen zwischen See und Schloss

Morgen beginnt die Saison mit dem Jahresthema «Idylle» im Schloss und in den Museen Werdenberg. Unter dem Motto «Hör mal, wie der Kanton tönt» ist das Kantonsrelief St. Gallen ins Schloss zurückgekehrt.

Katharina Rutz
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Die Macher der Reliefausstellung: (von links) Kurt Scheidegger, Geschäftsleiter Schloss Werdenberg, Cornelia Vinzens von Groenlandbasel ­Visuelle Gestaltung, Thomas Gnägi, Leiter Museen Werdenberg, Babette Karner, Leiterin Kommunikation Schloss Werdenberg, und Pascal Gnädinger von Gnädinger Architektur-Modellbau GmbH. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Die Macher der Reliefausstellung: (von links) Kurt Scheidegger, Geschäftsleiter Schloss Werdenberg, Cornelia Vinzens von Groenlandbasel ­Visuelle Gestaltung, Thomas Gnägi, Leiter Museen Werdenberg, Babette Karner, Leiterin Kommunikation Schloss Werdenberg, und Pascal Gnädinger von Gnädinger Architektur-Modellbau GmbH. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Morgen stehen die Türen des Schlosses Werdenberg weit offen. Das Schloss und die Museen feiern die diesjährige Saisoneröffnung. Das Jahresthema heisst «Idylle». Im Vordergrund der Museen Werdenberg steht das wieder installierte Relief des Kantons St. Gallen. Das Relief stammt ursprünglich aus den späten 1990er-Jahren und wurde damals anlässlich einer Kantonsausstellung im Schloss Werdenberg aufgestellt. Allerdings war es damals in der Turmzinne in­stalliert und somit der Witterung ausgesetzt. Während eines halben Jahres restaurierte die Herstellerfirma Gnädinger Architektur-Modellbau GmbH in St Gallen das Relief.

Zur diesjährigen Saisoneröffnung ist es in den Dachstock des Schlosses zurückgekehrt. Unter dem Motto «Hör mal, wie der Kanton tönt» können die Besucher nun mit den schlosseigenen Höspielsets Töne von und über ausgewählte Orte abhören. So lässt sich die Frage klären, ob eine Kuhglocke die Geräusche der auf der Autobahn vorbeifahrenden Wagen übertönt oder nicht. Oder wie der Hafen in Rorschach, der Dom der Kantonshauptstadt oder der Hang des Pizols klingt. Ausserdem erzählen Kulturschaffende von ihren Lieblingsorten.

Vom Schwendisee, der Alp Laui oder einer Sandbank

Martin Sailer vom Kleintheater Zeltainer in Unterwasser schwärmt beispielsweise von der Alp Laui. Peter Surber, Kulturmagazin «Saiten», beschreibt den Schwendisee als charismatischen Ort mit grosser Ausstrahlung und Filmemacher Kuno Bont spricht über die Sandbank bei der alten Rheinbrücke zwischen Sevelen und Vaduz. In Zukunft sollen weitere Hörorte dazukommen, die sogar teilweise selbst vom Publikum bespielt werden können. «Gedichte oder Lieder, im ortstypischen Dialekt aufgenommen, könnten beispielsweise dazukommen», sagt Thomas Gnägi, Museumsleiter Schloss Werdenberg, anlässlich der gestrigen Medieninformation. Pascal Gnädinger erläuterte den Aufbau des Reliefs, das noch aus einer Zeit ohne Digitalisierung und 3D-Drucker stammt. «Das Relief ist noch in reiner Handarbeit aus Schichten von Kork und Styropor gefertigt», sagt er. Die Erhebungen des Reliefs im Massstab 1:20 000 seien doppelt überhöht. «Das ist zwar gemogelt, aber die Berge erscheinen so eindrücklicher», so der Modellbauer.

Ein weiterer Höhepunkt der Saison ist selbstverständlich die Schlossmediale, die in diesem Jahr von 2. bis 11. Juni stattfindet. Die sechste Ausgabe beschäftigt sich mit Idylle und deren Zerstörung, mit Heimat und Heimatlosigkeit. So wird die Musik von fahrenden Völkern, Heimatlosen und Heimatsuchenden im Zentrum stehen. Unter anderen tritt Maria Farantouri auf. Sie gilt als Legende des griechischen Gesangs und des politischen Widerstands. «Letztes Jahr erreichten wir eine Besucherzahl von 17 000 Personen», sagte Kurt Scheidegger, Geschäftsleiter des Vereins Schloss Werdenberg. «Das Ziel für dieses Jahr sind 20 000 Besucherinnen und Besucher.» Potenzial sieht er noch bei den Konzerten während der Schlossmediale. «Schön wäre es, wenn die 80 Plätze für die Konzerte schon im Voraus ausgebucht wären», so Kurt Scheidegger.

Schloss Werdenberg

Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Führungen unter www.schloss-werdenberg.ch.