WERDENBERG: Grässlis Spuren sind fast überall

Leo Grässli, der Künstler mit breitrandigem Hut und Spazierstock, ist 70 geworden. Eine Ausstellung, ein Film und ein Buch würdigen dies. Zur Eröffnung strömte das Volk in die Galerie L33.

Reto Neurauter
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Die Landschaftsbilder von Leo Grässli begeistern auch an dieser Ausstellung.

Die Landschaftsbilder von Leo Grässli begeistern auch an dieser Ausstellung.

Reto Neurauter

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Die Galerie L33 in Werdenberg platzt am Donnerstag schier aus allen Nähten. Die Geigerin Scarlette Stocker und Querflötistin Franziska Brantschen sorgen im Stimmengewirr für den musikalischen Auftakt und die Umrahmung des Abends. Irgendwo mittendrin sitzt, ganz seiner bescheidenen Art eigen, Leo Grässli. Ihm und dieser Ausstellung gilt der Grossaufmarsch. Eben hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert. Und über 50 Jahre schon ist er künstlerisch tätig. Grund genug für ­seine Freunde Valentin Vincenz, Sandro Montonato, Sepp Gähwiler, Ulrich Tinner und Galerist Nick Lippuner sowie Gönner und Sponsoren, dies entsprechend zu würdigen.

Zum einen eben mit dieser Ausstellung mit einem Apéro der Werdenberger Bäuerinnen, zum zweiten mit dem sechsminütigen Kurzfilm «Impressionen eines Künstlers» von Montonato über die Arbeit von Grässli, und zum dritten mit dem Bildband «Leo Grässli – Spuren am Lebensweg eines Künstlers», in einer Auflage von 147 Stück zum Preis von 48 Franken, noch erhältlich in der Galerie L33.

Klöti: «Welch grosses Schaffen»

Gewürdigt wurde Grässli aber auch von höchster Stelle aus St Gallen. Kulturminister Martin Klöti freute sich, dass so viele Grässli-Fans gekommen sind. «Welch grosses Schaffen zeigt uns der Künstler hier», ist Klöti begeistert. Die Wertschätzung, Bewunderung und der Respekt, noch so gefragt zu sein, ist ihm gewiss. Als Kulturchef sei er in einem Kanton unterwegs, der ihm Freude mache. «Kultur ist eine Staatsaufgabe, die mich fasziniert», so der Regierungsrat, sie soll Menschen zusammenführen, zu Diskussionen anregen. Belanglosigkeit habe in Kunst und Kultur nichts zu suchen. «Wir dürfen stolz darauf sein, in der Region einen Menschen wie Leo Grässli unter uns zu wissen, der sich ein Leben lang der Kunst widmet», freut sich Regierungsrat Martin Klöti.

Und dieser Künstler hat Spuren hinterlassen, so Laudator ­Valentin Vincenz: «Er hat als Mensch in den Köpfen anderer Menschen Spuren oder Zeichen gesetzt. Als Künstler hat er sehr viele sichtbare Wegzeichen gesetzt.» Aufgewachsen auf Egeten, ganz in der Nähe von Schloss und Städtchen Werdenberg, lebt er heute im Städtli. Und nun also führt eine seiner weiteren, grossen Spuren in die Galerie L33.

Das passe zu ihm, so Vincenz. Rund ums Städtchen und den Werdenberger See fühle Grässli sich wohl. Manchmal setze er sich auf eine Ruhebank am See, schaue gegen die Berge hinauf und geniesse die Aussicht auf seine engere Heimat. «Ich denke, dieses Bild von Leo am Werdenberger See ist eine Spur, die bei vielen Mitmenschen unserer ­Region im Kopf hängen geblieben ist.»

Seiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Der Mensch Leo Grässli habe nicht nur am See bei vielen Menschen Zeichen gesetzt, «es sind viele Zeichen, die er an seinem Lebensweg hinterlässt, und wie vielseitig und tiefsinnig diese Spuren, Fährten und Wegzeichen sind, zeigt auch diese Ausstellung», so Vincenz. Dabei seien seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Leo Grässli ist kein Mann der grossen Worte, versteckt mache er sich immer wieder Überlegungen über die politische Weltlage. «Die Notlage vieler auf dieser Erde, die Zerstörung unserer Mitwelt machen ihm grosse Sorgen», sagt Vincenz. Mit weiteren Projekten möchte er weitere Spuren legen. Dem «Vogelprojekt» zum Beispiel. Skizziert, gezeichnet, berechnet und als kleines Modell geschaffen, habe er es schon, «allein noch fand es keine finanzielle Unterstützung». Aber auch Vincenz denkt, am neuen Bahnhofplatz gäbe es eine schöne Visitenkarte für Buchs ab. Es wäre eine gute Spur auf Grässlis weiteres künstlerisches Schaffen.

Zugänglich ist die Ausstellung bis 1. Juli in der Galerie L33, Staatsstrasse 3, Werdenberg, Dienstag bis Freitag von 13.30 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr.