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WERDENBERG: Gibt es im Städtli bald bedingungsloses Grundeinkommen?

Das Städtli Werdenberg könnte eine Vorreiterposition einnehmen beim Thema «Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, BGE». Die Karten stehen gut.
Die Filmemacherin Rebecca Panian (Mitte) rekognostiziert das Städtli Werdenberg in Begleitung von Mitgliedern des Vereins WLF für einen Dokumentarfilm im Zusammenhang mit dem Projekt Bedingungsloses Grundeinkommen BGE. (Bild: Heidy Beyeler)

Die Filmemacherin Rebecca Panian (Mitte) rekognostiziert das Städtli Werdenberg in Begleitung von Mitgliedern des Vereins WLF für einen Dokumentarfilm im Zusammenhang mit dem Projekt Bedingungsloses Grundeinkommen BGE. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

Worum geht es? Nachdem in der Schweiz im Jahr 2016 rund 23 Prozent der Stimmbürger der Ini­tiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) zustimmten, gibt es verschiedene Anstrengungen, das Zukunftsthema Grundeinkommen weiter zu diskutieren. Nun soll während eines Jahres in einer Schweizer Gemeinde die Machbarkeit geprobt werden. Dazu hat Filmemacherin Rebecca Panian aus Wettingen die Aktion «Dorf testet Zukunft» lanciert. Dabei wird sie tatkräftig unterstützt vom Zürcher Verein «Dein Grundeinkommen». Und siehe da, etwa 100 Zuschriften sind bei ihr eingegangen. So auch jene aus dem Städtli Werdenberg. «Ich habe gestaunt über die vielen innovativen Gemeinden und Gruppierungen, die zum Thema Grundeinkommen schon weit fortgeschrittene Ideen entwickelt haben», sagt Panian.

Die regionale Arbeitsgruppe BGE-Rheintal vom Verein WLF (Forum für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Zukunftsfragen Werdenberg-Liechtenstein) reichte anhand der überschaubaren Grösse des Städtchens Werdenberg die Bewerbung zu «Dorf testet Zukunft» ein. Die kleinste Stadt der Schweiz könnte mit etwa 70 Einwohnern zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen eine Vorreiterrolle ein­nehmen.

Natürlich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Sowohl die Einwohner wie auch der Gemeinderat werden ihre Zustimmung geben müssen, während eines Jahres das Grundeinkommen zu testen. Bislang geplant war, dass alle Erwachsenen, die nichts verdienen, monatlich einen Betrag von 2500 Franken erhalten sollen. Für jene, die arbeiten, jedoch weniger als 2500 Franken Lohn erhalten, wird das Einkommen auf 2500 Franken aufgestockt. Für minderjährige Kinder gäbe es 625 Franken. Für jene Erwachsenen, die über mehr als 2500 Franken Lohn verfügen, bliebe alles beim Alten.

«Wir sind aber konstant am Diskutieren, was wiederum zu neuen Modellen führt, wie das BGE im Dorf getestet werden könnte. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen», meint Panian. Ausserdem sollen die interessierten Gemeinden in den ganzen Entstehungsprozess miteingebunden werden. Die Mittelbeschaffung für das Testprojekt soll über Spenden, Sponsoren, Stiftungen und Firmen erfolgen.

Kürzlich besuchte die Filmemacherin Rebecca Panian das Städtli Werderberg in Begleitung von rund 20 Vereinsmitgliedern des WLF. Sie war sehr angetan von diesem einzigartigen Ort. Im Schlangenmuseum erfuhr sie mehr über das mittelalterliche Städtchen und seine Geschichte mittels Videoclip.

Panian will die Idee testen, bevor man sie verwirft

Warum will die Filmemacherin dieses Experiment starten? «In Anbetracht von Automation, prophezeiter Massenarbeitslosigkeit und dem Wachstumswahn, trotz beschränkter Ressourcen, finde ich es wichtig, eine Idee für ein neues mögliches Gesellschaftssystem zumindest zu testen, bevor man sie verwirft.»

Es gibt bereits ein Dorf, das Panian favorisiert. Die Gespräche mit den Gemeindebehörden sind schon weit vorangeschritten. «Jetzt geht es aber noch darum, die Bürger zu informieren und für das Experiment zu begeistern. Uns ist wichtig, dass das Mitmachen auf Freiwilligkeit basiert. Das heisst, es bleibt spannend», sagt sie. Um welches Dorf es sich handelt, wollte Rebecca Panian noch nicht verraten. Sollten die Stimmbürger die Vorlage ablehnen, würde Werdenberg sicherlich in Betracht gezogen. Sie will aber vorerst das Abstimmungsresultat des favorisierten Dorfes abwarten.

Zur Umsetzung im Fall von Werdenberg meint Markus Härtl, Mitglied WLF, Werdenberg: «Wie das genaue Konzept für das Städtli Werdenberg aussehen könnte, muss noch definiert werden und Gespräche mit dem Gemeinderat müssten geführt werden. Hauptvorteil wäre sicherlich, dass aufgrund der Grösse zunächst weniger Geld benötigt wird, bei Erfolg aber das Gebiet eventuell auf den Ortsteil Werdenberg mit zirka 1000 Einwohner ausgeweitet werden könnte.

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