WERDENBERG: Die Geschichte des Chorgesangs

Zum Internationalen Museumstag wurde am Sonntag im Schlangenhaus mit einer Vernissage eine kleine Sonderausstellung über die Geschichte des Sängerverbandes Werdenberg eröffnet.

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Museumsleiter Thomas Gnägi (links) und Paul Knupp, Präsident Sängerverband, eröffnen die kleine Sonderausstellung über den Sängerverband Werdenberg im Schlangenhaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Museumsleiter Thomas Gnägi (links) und Paul Knupp, Präsident Sängerverband, eröffnen die kleine Sonderausstellung über den Sängerverband Werdenberg im Schlangenhaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Vor zwei Jahren war der Grabser Turnverein und im vergangenen Jahr der Musikverein Buchs-Räfis mit einer kleinen Ausstellung im Museum Schlangenhaus Werdenberg zu Gast. Noch bis 11. Juni ist nun eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Sängerverbandes Werdenberg zu sehen. Die Museen Werdenberg organisieren in jedem Jahr gleichzeitig mit über 35000 Museen in 140 Ländern den Internationalen Museumstag.

Dieser Museumstag erleichtere den Menschen den Zugang ins Museum und baue dabei Hemmschwellen ab, sagte Thomas Gnägi, Leiter Museen Werdenberg, anlässlich der Vernissage vom Sonntag. Die Museen seien auch kulturelle Grundpfeiler unserer Gesellschaften, sagte er. «Wenn wir keine Geschichte haben, sind wir anfällig für ge­sellschaftspolitische Extreme.» Dazu wies Thomas Gnägi auf das Migrationszimmer im Schlangenhaus hin. «Es ist also auch ein Tag der Solidarität mit Museen in politisch heiklen Weltgegenden, man denke nur an die Zerstörung und an das Ausrauben der syrischen Museen.» Für ihn sei ein Museum vor allem für heute hier wichtig, für Menschen, die im Heute leben. Der Sängerverband Werdenberg zeige sich diesmal wie in einem Schaufenster, in einer kleinen Plattform, um sich aus der langen Geschichte heraus zu präsentieren. Die Tradition des Singens sei ein wertvolles Verdienst und gehöre daher in die Erinnerungskultur eines Museums wie des Schlangenhauses unbedingt hinein. Stellvertretend für den Sängerverband war an der Eröffnung eine Delegation des Sängerbundes Buchs anwesend.

Vermutlich bereits 1830 gegründet

Paul Knupp, Präsident des Sängerverbandes Werdenberg, freute sich, dass sich der Verband im ehrwürdigen Schlangenhaus vorstellen kann. Der Sängerverband sei zwar nicht so alt wie das Schlangenhaus, das Städtchen Werdenberg und das Schloss. «Unsere Wurzeln reichen aber doch ins vorletzte Jahrhundert zurück.» So wurde der Sängerverband Werdenberg mit Sicherheit 1856, vermutlich aber be­reits 1830 gegründet. In praktisch allen Dörfern seien früher Gesangsvereine vorhanden gewesen. «Singen muss eine willkommene Abwechslung zum Alltag gewesen sein und hat die Leute verbunden, auch ohne soziale Medien», sagte Knupp. Sängerfeste gehörten zu den Höhepunkten der Vereine, aber auch der Dörfer. «Die Feste wurden mit Böllerschüssen eröffnet, und die Anreise im 19. Jahrhundert war noch zu Fuss oder mit dem Pferdewagen.»

Heute habe die Anzahl der Chöre zwar abgenommen, Singen aber sei nach wie vor aktuell und bereite Freude, erwähnte der Präsident weiter. «Man sagt auch, Singen sei die Sprache der Seele.» Der Verband besteht heute aus sechs Chören, die zusammen 200 Mitglieder haben. Im Werdenberg wurden seit 1996 – damals fand das 40. Bezirkssängerfest in Haag statt – keine Bezirkssängerfeste mehr durchgeführt. An deren Stelle werden aber seit 2004 Frühlingskonzerte in Buchs durchgeführt.

Der W&O wird auf einer der nächsten Alvier-Seiten über die Geschichte des Sängerverbandes berichten.

Hansruedi Rohrer

redaktion@wundo.ch

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