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WERDENBERG: Ansammlung persönlicher Geschichten

Welches Werdenberg hätten Sie denn gerne? Eine Ausstellung im Schloss widmet sich noch bis am 29. Oktober dem ganz individuellen Blick auf die Region. Unterschiedlichste Gegenstände sind mit ganz eigenen Geschichten verbunden.
Jedes Ausstellungsstück ist mit einer ganz persönlichen Geschichte von Menschen aus der Region Werdenberg verbunden. (Bild: Mathias Bidstein)

Jedes Ausstellungsstück ist mit einer ganz persönlichen Geschichte von Menschen aus der Region Werdenberg verbunden. (Bild: Mathias Bidstein)

Ein wunderschönes Postkartensujet ist das Städtli Werdenberg mit dem See und oben das Schloss. Manche Touristen kommen auf ihrer Tour durch die Schweiz auch in Werdenberg vorbei, gerade wegen diesem typischen Idealbild.

Was wäre nun aber, wenn sie im Museumsshop des Schlosses an Stelle des bekannten Kalenderbildes auf das ganz persönliche Werdenberg der Bewohnerinnen und Bewohner der Region treffen würden? Genau dieser persönlichen Sicht auf die Region widmet sich die Ausstellung «Mein Werdenberg» im Schloss, die dort im Dachstock noch bis Ende Oktober zu sehen ist.

Ein Museumsshop, der keiner ist

Bereits am Schlosseingang und danach auf jedem Stockwerk steht ein Plakatständer, ein sogenannter Kundenstopper, der in der käuflichen Warenwelt in der Regel auf die besonderen Verkaufsaktionen aufmerksam macht. Hier im Schloss lenkt er die Besucherinnen und Besucher hinauf in den Dachstock zum Museumsshop. Dieser ist allerdings, wie sich oben zeigen wird, gar keiner. Dort sind zwar über 80 Objekte fein säuberlich mit einem Schildchen versehen und in den Regalen eines Designklassikers dem Museumsbesucher präsentiert – aber es fehlen die nötigen Preisangaben für deren Kauf.

Ist dies also alles nur ein Gag, den der Museumsleiter Thomas Gnägi zusammen mit den Künstlern Matthias Bildstein und Philipp-Thomas Glatz inszeniert hat, um Museums- bzw. Shopbesucher gleichermassen anzulocken? Die beiden Künstler aus St. Gallen und Vorarlberg, die gerade einen Riesen-Looping in der Kartause Ittingen aufgestellt haben, sind bekannt für schräge Interventionen. Meistens aber haben diese einen doppelten inhaltlichen Boden und weisen auf eine Bedeutung hin, die sich oft erst beim zweiten Hinschauen erschliesst.

«Jetzt weiss, ich, was ich hätte mitbringen können!», entfährt es einem Ausstellungsbesucher anlässlich der Eröffnung. Ein paar Fächer in den Regalen sind denn auch tatsächlich frei geblieben und erzeugen nun wohl bei manchem eine Idee, was das persönliche Werdenberg bedeuten könnte.

Plüschtiere, Werkzeuge, Schulzeugnisse

In den Regalen sind unter anderem Schuhe, Plüschtiere, Ski, ein Velo, ein Schulzeugnis, Werkzeuge, Musiknoten, ein Nähkästchen, ein Spielzeugauto, Naturkundebücher und eine Entensammlung ausgestellt. Die meisten dieser Objekte haben keinen grossen materiellen Wert, und sie geben zuerst ohne weitere Angaben auch nicht sehr viel über das persönliche Werdenberg ihrer Eigentümer preis. Den beigestellten Schildchen sind höchstens Name und Wohnort der Besitzer zu entnehmen. Vielleicht kennt man sie und kann damit den Bezug zu Werdenberg herstellen. Aber warum sollen denn alltägliche, ja fast wertlose Gegenstände in einem Museum ausgestellt werden? Ist ein Museum nicht dazu da, historisch oder materiell wertvolle Stücke zu zeigen?

Als die Menschen eine Woche vor Eröffnung ihre Gegenstände ins Schloss brachten, erzählten sie den Ausstellungsmachern die Geschichten hinter den einzelnen Objekten. Sie schrieben sie auf und liessen ihre Erklärungen sogar teilweise auf Video auf­nehmen.

Persönliche Erfahrungen sichtbar gemacht

So ist eine einzigartige Sammlung von ganz unterschiedlichen Geschichten zusammengekommen, die viele Perspektiven auf die Region ermöglicht. «Letztlich sind es vor allem diese Geschichten, die den Kern der Ausstellung ausmachen», wie der Museumsleiter Thomas Gnägi bestätigt. «Jedes einzelne mitgebrachte Objekt ist das sichtbare Äussere einer ganz persönlichen Erfahrung, und diese gibt es eben nicht zu kaufen wie in einem Museumsshop, aber sie machen den Wert eines Ortes, einer Region hauptsächlich aus.»

So ist die Ausstellung eine Ansammlung von vielen persönlichen Geschichten geworden. Einigen davon kann man in den Videoporträts in der Ausstellung zuhören, andere sind im Ausstellungskatalog aufgeschrieben, weitere hat die Journalistin Doris Büchel an der Eröffnung vorgetragen – und einige werden am letzten Tag der Ausstellung, am 29. Oktober, um 14 Uhr bei einem Rundgang mit dem Museumsleiter von den Menschen der Region gleich selber erzählt. (pd)

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