WERDENBERG: Anmut strömt durchs Schloss

Ein Gang durch das Herzstück der Schlossmediale, die Ausstellung «Idylle 2017», ist empfehlenswert. Sie zeugt von Harmonie zu den anderen Veranstaltungen.

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Die Skulpturen von Bruno Walpoth faszinieren das Publikum.

Die Skulpturen von Bruno Walpoth faszinieren das Publikum.

Idylle lässt Stille zu. Das spürt man willkürlich, wenn man die Treppen zum ersten Stock des Schlosses hinauf schreitet. Da begegnet man schon den ersten Skulpturen von Bruno Walpoth. Auf dem Weg durch die Ausstellung lassen aparte Figuren einen innehalten. Sie haben etwas Anziehendes an sich und doch wirken sie auf ihre Weise distanziert. Ein Phänomen, welches die Menschen in Faszination versetzt und fast nicht mehr loslässt. So geschah es wohl auch Mirella Weingarten, künstlerische Leiterin der Schlossmediale Werdenberg. Zur Eröffnung der Ausstellung «Idylle 2017» gestand sie am Freitagabend: «Als ich das erste Mal die Arbeiten des Künstler Bruno Walpoth sah, war ich sehr begeistert davon, dass jemand Holz so sehr auf diese Weise beseelen kann.»

Was hier als Holzschnitzkunst bezeichnet wird, ist viel mehr als das, was landläufig gemeint ist. Beim Betrachten der Figuren kommt man nicht umhin sich zu wundern wie aus einem Stück Holz derart filigrane, perfekt herausgeschnitzte Figuren mit feiner Struktur entstehen kann. Walpoths Figuren lassen die Besucher ins Staunen versetzen. Sie entstehen aus einem guten Stück Linden- oder Nussholz und sind von einer Feinheit, die nur mit grösster Leidenschaft und Hartnäckigkeit in dieser Form möglich sind. Wie es der Künstler schaffen kann, die kleinsten Feinheiten aus dem Holz herauszuholen, sprengt des Beobachters Fantasie. Knie, Gesicht, Hände und Ausdruck werden detailgenau wiedergegeben. Erstaunlich. Dabei gelingt es Walpoth, eine Person in ihrer gesamten Ausdrucksweise wiederzu­geben – wie ein reales Ganzkörperporträt – in einer wahrhaft authentischen Art. Die Figuren strahlen Anmut und Ruhe aus; wirken als ruhender Pol in einem hektischen Leben.

Insgesamt sind Werke von sieben Künstler an der Ausstellung zu bewundern, die noch bis 11. Juni dauert. (bey)