«Wer Pikettdienst hat, trinkt nicht»

GAMS/BUCHS. Keine Auswirkungen auf die heutige Praxis erwartet der Gamser Feuerwehrkommandant Philipp Kaiser. Schon heute gelte, dass die etwa 14 Lenker von schweren Fahrzeugen in seinem Korps keinen Alkohol tränken, wenn sie Pikettdienst hätten. Das sei zumutbar.

Thomas Schwizer
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GAMS/BUCHS. Keine Auswirkungen auf die heutige Praxis erwartet der Gamser Feuerwehrkommandant Philipp Kaiser. Schon heute gelte, dass die etwa 14 Lenker von schweren Fahrzeugen in seinem Korps keinen Alkohol tränken, wenn sie Pikettdienst hätten. Das sei zumutbar.

«Auf meine Leute verlassen»

Sollte mal einer ein Fest besuchen und dort einen Schluck Alkohol trinken, dann tausche er seinen Dienst vorausschauend mit einem Kameraden ab. Und wenn mal einer vor dem unerwarteten Einsatz ein Feierabend-Bier getrunken habe, dann funktioniere die Eigenverantwortung und er überlasse einem Kameraden das Steuer. «Die Fahrer regeln das untereinander», verweist Kaiser darauf, dass das bestens funktioniere. «Ich kann mich auf meine Leute verlassen, sie sind gewissenhaft», betont er.

Auch Buchs setzt auf Vertrauen

Auch Marcel Senn, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Buchs, vertraut seinen Fahrern von Grossfahrzeugen. also von Tanklösch- und Rüstfahrzeugen. In Buchs seien das rund 20 Feuerwehrleute. Dienst in der Feuerwehr leisten sei ein Stück weit eine Berufung, «das Feuerwehr-Handwerk hat man im Blut», stellt Senn fest. Und die Betreffenden wüssten, dass sich das mit Alkohol nicht vertrage. Auch in Buchs gelte für Pikettfahrer die Regelung, dass kein Alkohol getrunken werde. Das sei zumutbar, auch wenn dieser Dienst in eine Woche mit lauen Sommerabenden falle.

Für kleine Feuerwehren mit nur wenigen zur Verfügung stehenden Fahrern empfindet Senn die Rückkehr zur 0,5-Promille-Regel aber vernünftig – in Kombination mit der Eigenverantwortung jedes einzelnen. «Denn jeder muss sich bewusst sein, dass immer etwas passieren kann.» Das gelte nicht nur für die Frage 0,1 oder wieder 0,5 Promille. Wenn ein Fahrer nach einem halben Jahr wieder einmal mit Blaulicht im Ernstfalleinsatz fahren müsse, sei der damit verbundene Adrenalinschub auch ein gewisses Risiko.