Wer nicht wiedergewählt wird, erhält eine Rente

Fast alle Gemeindepräsidenten im Werdenberg und obersten Toggenburg haben eine Nichtwiederwahl-Absicherung. Diese zahlt bis sechs Jahre nach der Abwahl.

Alexandra Gächter
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Der Stadtpräsident sowie alle angetretenen Gemeindepräsidenten der Region wurden in ihrem Amt bestätigt. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten die meisten eine Rente erhalten, denn fast alle sind bei der Thurgauer Bürgschaftsgenossenschaft gegen eine Abwahl versichert. Die Präsidenten von Buchs, Gams, Grabs, Sennwald, Sevelen und Wartau haben diese sogenannte Nichtwiederwahl-Absicherung. Der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, Rolf Züllig, hat als Einziger keine, wie er auf Anfrage sagte.

Lippuner und Schöb zahlen die Hälfte

Die Versicherung kostet ein Prozent des Bruttogehaltes der jeweiligen Amtsträger. «Der Gemeindepräsident kann entscheiden, ob er eine solche Versicherung will und wer diese bezahlt», sagt Boris Tschirky, Präsident der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten. Die Gemeindepräsidenten Fredy Schöb (Gams) sowie Rudolf Lippuner (Grabs) zahlen freiwillig die Hälfte der Prämie selber. «Dies habe ich während all den Jahren getan, auch in meiner letzten Amtsperiode, in der ich nicht mehr um eine Wiederwahl bangen musste», sagte Rudolf Lippuner.

44 Personen sind versichert

Wird ein Amtsträger nicht wiedergewählt, erhält er im ersten Jahr 90 Prozent, im zweiten Jahr 80 Prozent, im dritten Jahr 50 Prozent und vom vierten bis zum sechsten Jahr je 30 Prozent seines Lohnes. 45-Jährige oder jüngere dürfen diese Rente zwei Jahre lang beziehen, 46- bis 56-Jährige vier und 57-Jährige sechs Jahre lang. Ab einem Alter von 58 Jahren ist die Bezugsdauer längstens bis 63 Jahre. Schulpräsidenten ab einem Pensum von 50 Prozent können ebenfalls versichert werden. Weder in Gams noch in Buchs, Sennwald, Sevelen und Wildhaus-Alt St. Johann besteht eine solche Versicherung.

30 Personen aus dem Kanton St. Gallen waren im Gründungsjahr, 2005, abgesichert. Heute sind es 44. Gemäss Tschirky muss man heute eher damit rechnen, abgewählt zu werden.