Wenn «Pokémon Go» ein Indiz für die digitale Verschmelzung ist

GRABS. «Bildung im Einklang mit der Wirtschaft» lautete der Titel der Podiumsdiskussion, welche am Mittwoch vom Komitee «Diego Forrer für Grabs» veranstaltet wurde.

Armando Bianco
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Eine Expertenrunde zum Themenkreis Wirtschaft und Bildung: (von links) Diego Forrer, Philipp Untersander, Stefan Kölliker und Lothar Ritter. (Bild: Armando Bianco)

Eine Expertenrunde zum Themenkreis Wirtschaft und Bildung: (von links) Diego Forrer, Philipp Untersander, Stefan Kölliker und Lothar Ritter. (Bild: Armando Bianco)

GRABS. «Bildung im Einklang mit der Wirtschaft» lautete der Titel der Podiumsdiskussion, welche am Mittwoch vom Komitee «Diego Forrer für Grabs» veranstaltet wurde. In den Räumlichkeiten der Liftac AG diskutierten Regierungsrat Stefan Kölliker, NTB-Rektor Lothar Ritter sowie Unternehmer und Gastgeber Philipp Untersander über die Bildungsoffensive, den Nutzen des Lehrplans 21 oder die Schnittpunkte mit dem Gewerbe. Diego Forrer seinerseits fühlte als Moderater den Teilnehmern der Diskussion auf den Zahn.

Digitalisierung ist dynamisch

Eines wurde am Podium klar: Beide Seiten, also Wirtschaft und Schule werden sich immer mehr mit Digitalisierung auseinandersetzen müssen. Auf die Bedenken eines Zuhörers, wonach die Digitalisierung ihre Opfer fordern werde, sprach Lothar Ritter der jungen Generation die Fähigkeit zu, mit komplexen Systemen umzugehen. Wie aufgeschlossen die Jugend mit der Verschmelzung der realen und digitalen Welt umgehe, zeige der Erfolg von «Pokémon Go», dem derzeit allseits angesagten «Handyspiel».

Grosse Veränderungen erwartet in den nächsten 20 Jahren auch Stefan Kölliker: «Die Schule und die Ausbildung stehen vor einer sehr dynamischen Zukunft. Kompetenzen und vernetztes Denken werden immer wichtiger.» In diesem Umfeld geht er davon aus, «dass der Lehrerberuf dann komplett anders aussehen wird.»

Menschen mit Kompetenzen

Philipp Untersander wünschte sich, dass ob der Verlagerung in die digitale Welt nicht die Teamfähigkeit der Menschen, der jungen Arbeitskräfte verloren geht. Er plazierte sein Ansinnen nach einer noch stärkeren Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule: «Wir müssen einander verstehen», sagt er beidseits gewandt. Sozusagen vorausahnend hatte Diego Forrer eingangs der Veranstaltung aus Artikel 3 des kantonalen Volksschulgesetzes zitiert: «Die Volksschule unterstützt die Eltern in der Erziehung des Kindes zu einem lebensbejahenden, tüchtigen und gemeinschaftsfähigen Menschen. Sie wird nach christlichen Grundsätzen geführt.»

Grosses Lob für Hochschule NTB

Stefan Kölliker mahnte im weiteren Gesprächsverlauf, dass man keine künstliche Erhöhung der Maturaquote anstreben dürfe, stattdessen aber noch stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft reagieren sollte. Er spüre im Gespräch mit Unternehmern ein sehr grosses Bedürfnis nach Fachkräften, welche die Schweiz aus eigener Kraft aber nicht zu decken vermöge. Zudem sei es schwieriger geworden, qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland in die Schweiz zu holen.

Ein Lob richtete Philipp Untersander an die NTB (und ihren Rektor), mit der er stets sehr gute Erfahrungen mache. Er nannte die Hochschule zuverlässig, flexibel und zielgerichtet.

Von einer «sensationellen Entwicklung in den letzten Jahren» sprach auch Stefan Kölliker. Das Zusammenspiel zwischen der Hochschule und der Wirtschaft sei sehr gut, ja gar schweizweit absolut beispielhaft. «Ich sehe sehr grosse Chancen für Buchs. Und ich kann definitiv sagen, dass der Standort als einer von dreien im Kanton gesichert ist.»

Zum Ende des Podiums ermahnte Stefan Kölliker die Eltern, sich ihrer Kinder mit all ihren Stärken und Schwächen anzunehmen und betonte gern, «dass Erziehung keine rein schulische Sache ist».

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